Nach bundesweiten Bombendrohungen: Handelte der Tatverdächtige allein?

Hamburg/Berlin - Gegen den Tatverdächtigen aus Schleswig-Holstein ist im Fall der bundesweit verschickten E-Mails mit Bombendrohungen und rechtsextremistischen Inhalten ein Haftbefehl vollstreckt worden.

Polizisten stehen nach einer Bombendrohung vor dem Lübecker Hauptbahnhof.
Polizisten stehen nach einer Bombendrohung vor dem Lübecker Hauptbahnhof.  © DPA

"Er ist inzwischen in Untersuchungshaft", sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Berlin . Bei der Auswertung des bei der Durchsuchung gefundenen Schriftmaterials seien Indizien gefunden worden, "dass der Mann sich möglicherweise kundig gemacht hat, wie man eine Bombe baut", so die Sprecherin.

Das könnte in Zusammenhang mit einer geplanten "schweren staatsgefährdenden Gewalttat" stehen.

"Nach dem bisherigen Stand hat er offenbar alleine gehandelt", erklärte die Sprecherin weiter. Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Verdächtige Komplizen hat.

Die Auswertung des entdeckten Materials werde "noch einige Zeit" dauern. Das Amtsgericht Elmshorn hat den Haftbefehl erlassen.

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein hatten am Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Die Wohnung soll im Ort Halstenbek wenige Kilometer nordwestlich von Hamburg liegen.

Die Polizei nahm den Tatverdächtigen in Halstenbek fest.
Die Polizei nahm den Tatverdächtigen in Halstenbek fest.  © DPA

Die Polizei nahm demnach unter anderem Computer und Handys mit. Das bestätigten die Ermittler in Berlin und Kiel nicht.

Es gehe um einen sehr großen Ermittlungskomplex mit mehr als 200 Mails, so die Berliner Staatsanwaltschaft.

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit "Nationalsozialistische Offensive" unterzeichnet gewesen. Sie gingen den Angaben zufolge an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg.

Gedroht wurde mit Bomben, aber auch mit Exekutionen auf offener Straße. Mehrfach evakuierte die Polizei Hauptbahnhöfe, Rathäuser, ein Finanzamt und auch einen Kindergarten. Sprengkörper wurden aber nicht gefunden.

Weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen wurden mitgeteilt. Er soll der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt und psychisch labil sein.

Es sei für die Zukunft geplant, den Verdächtigen in die Untersuchungshaft nach Berlin zu holen, weil die Generalstaatsanwaltschaft Berlin das Verfahren führt, sagte die Sprecherin der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Im Moment befinde er sich aber noch in einer Justizvollzugsanstalt in Schleswig-Holstein.

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