AfD-Gründer Lucke: Uni und Verbände nach Krawall-Vorlesung in großer Sorge

Hamburg – Nach den lautstarken Protesten gegen eine Vorlesung des AfD-Gründers Bernd Lucke an der Hamburger Universität hat sich der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, besorgt geäußert.

Unter Polizeischutz wurde Bernd Lucke von dem Campus begleitet.
Unter Polizeischutz wurde Bernd Lucke von dem Campus begleitet.  © dpa/Markus Scholz

"Wir beobachten die Ereignisse an der Hamburger Universität mit großer Sorge. Wir erwarten von der Hochschulleitung, dass sie sich schützend vor einen Hochschullehrer ihrer Universität stellt, dessen Freiheit der Lehre (...) massiv verletzt wurde", sagte er der "Welt".

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, plädierte in der "Welt" für offene Debatten: "Hochschulen leben vom offenen Diskurs. Diesen Austausch zu verhindern, ist der falsche Weg. Wir müssen aushalten, dass auch Positionen vertreten werden, die wir selbst kritisch sehen."

Lucke war bei der ersten Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität als "Nazi-Schwein" beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert geworden.

Ob es sich bei den Störern überwiegend um Angehörige der Universität handelte, wurde in dem überfüllten Raum mit Studierenden, Journalisten, Aktivisten und Neugierigen nicht klar. Beteiligt waren auch Mitglieder der vom Verfassungsschutz beobachteten "Antifaschistischen Aktion" (Antifa).

Die Wissenschaftsbehörde sowie die Parteien in der Hamburgischen Bürgerschaft mit Ausnahme der Linken verurteilten die Störung der Lucke-Vorlesung.

Während der Vorlesung kam es zu erheblichen Protesten.
Während der Vorlesung kam es zu erheblichen Protesten.  © dpa/Markus Scholz

Titelfoto: dpa/Markus Scholz

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