Unfassbares Comeback nach Schlafmützen-Start: Lilien siegen beim HSV

Hamburg - Es war ein Wiedersehen mit der alten Liebe. SV Darmstadt 98-Coach Dimitrios Grammozis kehrte mit seinen Lilien nach Hamburg zurück. Nach einer müden ersten Hälfte der Lilien, kämpften sich die Südhessen zurück und sicherten sich dank eines 3:2 (0:2) einen wohl von kaum einem Experten erwarteten Auswärtssieg.

Verkorkster Start: Nach nur 15 Minuten zappelte der Ball bereits zwei Mal im Netz der Lilien.
Verkorkster Start: Nach nur 15 Minuten zappelte der Ball bereits zwei Mal im Netz der Lilien.

54.688 Zuschauer fanden trotz ungemütlicher Wetterverhältnisse den Weg in das somit beinahe ausverkaufte Volksparkstadion.

Für die Tore sorgten Bakery Jatta (5.) und Pierre-Michel Lasogga (16./FE) auf Seiten der Hansestädter. Marvin Mehlem (52./90.+2) und Tobias Kempe (82.) erzielten die Treffer für die Gäste.

Im Gegensatz zum 3:2-Erfolg über Holstein Kiel, dem ersten Sieg unter seiner Leitung, vertraute Grammozis auf die gleiche Startelf, die am vergangenen Spieltag triumphierte.

Von Beginn an wurden die "Rothosen" ihrem Favoriten-Status gerecht, übten mächtig Druck auf die Südhessen aus. Und das zahlte sich schon früh aus. Ein fein in den Strafraum gezirkelter Freistoß von Berkay Özcan fand den Kopf von Jatta, der ungestört zum 1:0 einnickte (5.).

Für die Lilien kam es kurz darauf noch dicker. Im Sechzehner fällte Mathias Wittek Hamburgs Khaled Narey - Schiedsrichter Florian Badstübner zeigte umgehend auf den Punkt. Lasogga verwandelte lässig zum 2:0 (16.).

Ein seltenes Bild im ersten Durchgang: Darmstadts Patrick Herrmann (Re.) setzt eine erfolgreiche Grätsche gegen Hamburgs Berkay Özcan an.
Ein seltenes Bild im ersten Durchgang: Darmstadts Patrick Herrmann (Re.) setzt eine erfolgreiche Grätsche gegen Hamburgs Berkay Özcan an.

Die Offensiv-Bemühungen der Darmstädter, die sich weitestgehend in Form von langen Bällen präsentierten, erstickte die HSV-Defensive im Keim.

Nachdem sie die Anfangsviertelstunde völlig verpennt hatte, kam die Grammozis-Elf nun besser ins Spiel - nennenswerte Chancen blieben dennoch aus.

Nach nur 31 Minuten war für Joevin Jones bereits Schluss - doch offensichtlich nicht aufgrund einer Verletzung. Dementsprechend entnervt trottete der Mann aus Trinidad und Tobago vom Feld. Für ihn kam Yannick Stark in die Partie.

Von Erfolg gekrönt war dieser Personalwechsel jedoch nur bedingt. Denn in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs erhöhte der "Bundesliga-Dino" erneut die Schlagzahl und drängte verstärkt auf Treffer Nummer drei.

Immer wieder offenbarte die Defensive der Gäste erhebliche Mängel. Lediglich die fehlende Konsequenz des HSV sorgte dafür, dass kein deutlicherer Rückstand der Lilienzur Halbzeitpause auf der Anzeigetafel prangte. Doch es blieb zum Pausentee beim 0:2 aus Darmstädter Sicht.

Tobias Kempe (Mi.) erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer für die Darmstädter.
Tobias Kempe (Mi.) erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer für die Darmstädter.

Nach dem Seitenwechsel dann die große Überraschung. Nach einem Traumpass von Stark lief Mehlem urplötzlich über Links vollkommen alleine auf HSV-Keeper Julian Pollersbeck zu - und schob souverän zum 1:2-Anschlusstreffer ein (52.).

Mehlems Treffer zeigte eindeutig Wirkung. Während die Lilien immer besser in die Partie kamen, gab es von Seiten der favorisierten Hamburger nur wenige, ineffektive Entlastungs-Angriffe, die letzte halbe Stunde versprach einen wahren Fußball-Krimi.

Und der eingewechselte Stark hätte sich um ein Haar vollends zum Helden der Partie machen können. Sein Distanzschuss per Direktabnahme aus der Luft krachte jedoch nur an den Innenpfosten - Glück für den HSV (70.). Und der durchaus verdiente Ausgleich fiel letztlich doch noch.

Kempe schlenzte einen Freistoß kurz vor der Strafraumkante mustergültig über die Mauer und überraschte Pollersbeck, der das 2:2 nicht verhindern konnte (82.). In den letzten Minuten setzte der HSV nochmals alles daran, doch noch den Sieg zu erringen.

Die Lilien-Defensive hielt dem Powerplay jedoch bis zuletzt stand. Letztlich sorgten die Darmstädter sogar doch noch für die Riesen-Sensation. Quasi mit dem Abpfiff traf Mehlem per Rechtsschuss zum 3:2 und markierte den Sieg - Wahnsinn (90.+2).

Auf die Lilien wartet am kommenden Samstag (30. März/13 Uhr) die nächste schwierige Aufgabe. Denn dann erwartet die Grammozis-Elf im heimischen Merck-Stadion am Böllenfalltor den SSV Jahn Regensburg.

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