HSV gegen St. Pauli: Polizei nach Derby-Massenschlägerei im Großeinsatz

Hamburg - Am Samstag steigt im Hamburger Volksparkstadion das Spiel der Spiele. Um 13 Uhr trifft der heimische HSV auf den Erzrivalen FC St. Pauli - doch bereits vor dem Stadt-Derby kommt es zu Ausschreitungen zwischen den Fans.

Am Großneumarkt gingen die Gruppen aufeinander los.
Am Großneumarkt gingen die Gruppen aufeinander los.  © Axel Heimken/dpa

Am Abend vor dem Fußball-Derby haben sich zwei rivalisierende Gruppen in einer Gaststätte am Hamburger Großneumarkt eine Massenschlägerei geliefert.

Dabei sind nach Angaben des Feuerwehrsprechers vor Ort zwölf Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Vier Menschen mussten den Angaben zufolge in ein Krankenhaus gebracht werden. Grund waren etwa Platzwunden am Kopf.

Augenzeugen berichteten, dass es sich bei den Gruppen um Anhänger der beiden Hamburger Fußball-Clubs handelte. Ein Sprecher der Polizei bestätigte den Zusammenhang. Welche Gruppe wen angegriffen hatte, war zunächst unklar.

Wie der Betriebsleiter des Lokals berichtete, hatte eine Gruppe von rund 30 teilweise vermummten Personen gegen 21 Uhr die Gaststätte gestürmt und eine sich in dem Lokal befindende etwa gleich große Gruppe mit Reizgas angegriffen.

Bei der darauffolgenden Schlägerei seien Bierkrüge und Stühle geflogen und Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Das Gasthaus sei zu diesem Zeitpunkt fast voll besetzt gewesen. Die Feuerwehr rückte mit rund 40 Einsatzkräften an und stellte einen Großraum-Rettungswagen, um sich um die verletzten Menschen zu kümmern.

Update 9.30 Uhr: Pyro-Fanmarsch und Festnahmen

Feuerwehrleute begutachten die Schäden der Schlägerei.
Feuerwehrleute begutachten die Schäden der Schlägerei.

Wie die Polizei mitteilte, setzte sich am Freitagabend ab etwa 22.14 Uhr ein Fanmarsch von etwa 600 St.-Pauli-Fans in Bewegung. Dabei kam es mehrmals zum Einsatz von Pyrotechnik. Auch versuchten die Teilnehmer immer wieder, die Polizeikette zu durchbrechen.

Am Ende versammelten sich rund 300 Fans im Bereich Hein-Hoyer-Straße/Reeperbahn. Dort kam es zum massiven Bewurf der Einsatzkräfte, unter anderem mit Glasflaschen.

Zeitgleich versuchten über 100 HSV-Fans zu den St. Pauli-Fans zu gelangen. Die Polizisten konnten ein Aufeinandertreffen der beiden Fanlager jedoch verhindern.

Nach Mitternacht kam es erneut zu Tumulten im Bereich der Budapester Straße. Einsatzkräfte nahmen dort sieben Randalierer mit roten Schlauchschals vorläufig fest.

Mit Aufenthaltsverboten für St. Pauli sowie das Volksparkstadion wurden sie später wieder entlassen. Die Beamten prüfen nun, inwiefern die Personen an der Massenschlägerei am Großneumarkt beteiligt sind.

Zahlreiche Polizisten sind am Samstag im Einsatz, um die Situation zwischen den Fanlagern zu entschärfen. "Die Vorfälle zeigen, dass das Konzept der Fantrennung erforderlich und auch richtig ist. Im Verlauf des heutigen Einsatzes werden wir das konsequent fortsetzen", betonte Polizeipressesprecher Timo Zill.

Update, 10.10 Uhr: Großaufgebot der Polizei begleitet Fans zum Stadion

Am Samstagmorgen setzten sich die beiden Fangruppen in Richtung Volksparkstadion in Bewegung. Begleitet wurden sie dabei von dutzenden Polizeibeamten.

Gegen 9.30 Uhr startete der Fanmarsch der St.-Pauli-Anhänger über die Reeperbahn. Rund 1800 Anhänger marschierten zu den Landungsbrücken und stiegen dort in Sonderzüge ein.

Die Polizei ist im Großeinsatz.
Die Polizei ist im Großeinsatz.  © Blaulicht-News.de / Sebastian Peters

Update, 10.30: HSV-Fanmarsch setzt sich in Bewegung

Um kurz nach zehn Uhr sind rund 2500 HSV-Fans vom Bahnhof Stellingen aus in Richtung Volksparkstadion marschiert. Vereinzelt wurden dabei Böller und Rauchtöpfe gezündet.

Update, 10.50 Uhr: Erste Fans erreichen das Stadion

Während die ersten HSV-Fans den Stadionvorplatz erreicht haben, müssen die St.-Pauli-Anhänger noch warten.

Laut Polizei Hamburg sind sie am Bahnhof Othmarschen angekommen und machen sich zu Fuß auf den Weg zum Stadion.

Es kann im Umfeld des Bahnhofes und des Stadions weiterhin zu Behinderungen kommen.

Die St.-Pauli-Fans sind am Bahnhof Othmarschen angekommen.
Die St.-Pauli-Fans sind am Bahnhof Othmarschen angekommen.  © René Schröder

Update, 12 Uhr: St. Pauli-Fans erreichen das Stadion

Auch der Fanmarsch des FC St. Pauli ist mittlerweile am Volksparkstadion eingetroffen, wie die Polizei via Twitter verlauten ließ.

Update, 12.15 Uhr: Neue Details zur Massenschlägerei

Die Hamburger Polizei hat nach einer Schlägerei zwischen Fußballfans des HSV und von St. Pauli in einer Gaststätte am Großneumarkt am Freitagabend neue Details zum Ablauf der Auseinandersetzung veröffentlicht.

Den Angaben vom Samstagmorgen zufolge stürmten am Freitagabend gegen 21 Uhr etwa 15 vermummte mutmaßliche Anhänger von St. Pauli in die Gaststätte und attackierten rund 20 HSV-Anhänger.

Im Laufe der Schlägerei hätten die Beteiligten mit Gläsern und Stühlen um sich geworfen. Außerdem sei Reizgas versprüht worden und eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen, teilte ein Polizeisprecher mit. Noch bevor die Einsatzkräfte eintrafen flüchteten beide Gruppen aus dem Lokal.

Durch das Reizgas erlitten elf Menschen, darunter auch zwei schwangere Frauen und der Wirt der Gaststätte, Atemwegsreizungen. Zuvor war nach Angaben eines Feuerwehrsprechers von zwölf Verletzten ausgegangen worden.

Zusätzlich zur Atemwegsreizung zogen sich zwei Gäste auch Platzwunden am Kopf zu, als sie von Gegenständen getroffen wurden. Vier der Verletzten wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Update, 13.30 Uhr: Fanmärsche überwiegend ruhig

Die Fanmärsche vor dem Hamburger Stadtderby des HSV gegen den FC St. Pauli sind überwiegend ruhig verlaufen. Rund 1800 FC St. Pauli-Anhänger sammelten sich am Samstagmorgen wenige Stunden vor dem Spiel der 2. Fußball-Bundesliga in der Nähe der Reeperbahn, um vom Bahnhof Landungsbrücken aus in Richtung Volksparkstadion zu starten.

Dabei sei es bis aufs Abbrennen von Pyrotechnik und dem Zünden einiger Böller überwiegend ruhig geblieben, teilte ein Polizeisprecher mit.

Etwa 2500 HSV-Fans kamen am Bahnhof Stellingen zusammen und liefen von dort zum Stadion. Nach Angaben des Polizeisprechers war es auch bei diesem Marsch der Anhänger des Hamburger SV zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen.

Das Volksparkstadion war mit 57.000 Zuschauer ausverkauft. Zu Beginn der Partie wurde im HSV-Fanblock Pyro-Technik entzündet (TAG24 berichtete).

Die Fans des FC St.Pauli kommen von der Polizei begleitet am Stadion an.
Die Fans des FC St.Pauli kommen von der Polizei begleitet am Stadion an.  © Daniel Bockwoldt/dpa

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