Verkehrsbehörde: E-Scooter in Hamburg sind "kein Problem"

Hamburg – Die Miet-E-Scooter sind in der Hamburger Innenstadt nicht mehr zu übersehen. Knapp 3000 sind unterwegs, Tendenz steigend. Schärfere Regeln hält die Verkehrsbehörde nicht für nötig. Und die Busspur soll für die Tretroller tabu bleiben.

Die E-Scooter sind zu einem beliebten Fortbewegungsmittel geworden.
Die E-Scooter sind zu einem beliebten Fortbewegungsmittel geworden.  © dpa/Edith Geuppert

Zwei Monate nach der Zulassung der E-Scooter in Deutschland sieht die Hamburger Verkehrsbehörde die inzwischen knapp 3000 Mietfahrzeuge in der Stadt "aktuell nicht als Problem".

Die Beschwerdelage bei der Polizei sei äußerst gering, sagte eine Behördensprecherin der Deutschen Presse-Agentur. "Insofern planen wir auch keine Ausweitung der Zonen, in denen die Miete der Roller nicht beendet werden kann."

Einen Vorstoß von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), E-Tretroller und Autos auf Busspuren fahren zu lassen, lehnt die Verkehrsbehörde strikt ab: "Wir sind uns mit der Behörde für Inneres und Sport darüber einig, dass wir in Hamburg die Busspuren nicht für den Individualverkehr freigeben werden", teilte die Sprecherin am Donnerstag mit.

Begründet wird die Ablehnung mit einem Ausbau der Busflotte. Die Fahrzeuge müssten pünktlich und zuverlässig und deswegen die Busspuren frei sein, sagte die Sprecherin. "Eine Nutzung durch private Pkw oder erst recht E-Scooter lehnen wir entschieden ab."

Mit den bislang vier in Hamburg vertretenen E-Scooter-Vermietern Lime, Circ, Tier und Voi hat die Stadt rund 500 Parkverbotszonen vereinbart. Vor allem die Bereiche rund um die Gewässer und Grünanlagen sollen so vor achtlos abgestellten E-Scootern bewahrt bleiben.

Zwei weitere Anbieter in den Startlöchern

Ein E-Tretroller zum Mieten steht auf einem Parkplatz am Straßenrand.
Ein E-Tretroller zum Mieten steht auf einem Parkplatz am Straßenrand.  © dpa/Christian Charisius

Die Verkehrsbehörde appellierte an die E-Tretroller-Nutzer, sich an geltende Regeln zu halten und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. "Die Regeln sind natürlich immer nur so gut, wie die Leute, die die Roller benutzen, sich auch daran halten", sagte die Sprecherin.

Derzeit würden in der Hansestadt rund 2800 Miet-E-Tretroller angeboten. Nach Angaben der Behörde stehen zwei weitere Anbieter in Hamburg in den Startlöchern. In den freiwilligen Vereinbarungen mit der Stadt ist die Flottengröße im innerstädtischen Bereich auf 1000 E-Scooter pro Anbieter begrenzt.

E-Tretroller sind seit Mitte Juni in Deutschland zugelassen. Mit den bis zu 20 Stundenkilometer schnellen Scootern dürfen über 14-Jährige Radwege oder - wenn nicht vorhanden - Straßen befahren. Im Juli hatten Ärzte der Hamburger Asklepios-Kliniken wegen zahlreicher Unfälle mit Verletzten vor E-Tretrollern gewarnt. Aufgrund fehlender Helmpflicht bestehe die Gefahr schwerer Kopfverletzungen.

In einer Reform der Straßenverkehrsordnung plant der Bundesverkehrsminister, die Nutzung der Busspuren auf E-Tretroller-Fahrer auszuweiten. Auch Pkw sollen künftig auf die zusätzliche Fahrspur ausweichen dürfen, wenn drei Leute oder mehr drin sitzen.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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