"Es ist bitter": St. Pauli-Coach Luhukay schon vor Saisonstart enorm genervt

Hamburg – Einen Tag vor dem Saisonstart des FC St. Pauli in die 2. Fußball-Bundesliga hat Trainer Jos Luhukay seinem Unmut über die akute Personalnot freien Lauf gelassen und Tacheles geredet.

Trainer Jos Luhukay startet mit Frust in die neue Saison.
Trainer Jos Luhukay startet mit Frust in die neue Saison.  © dpa/Axel Heimken

"Nach fünf Wochen Vorbereitung steht die Erkenntnis, dass wir noch längst nicht fertig sind", monierte der Niederländer am Sonntag in der Hansestadt. Und betonte: "Es ist ein hammerschwerer Weg für uns!"

Von seinem beim Dienstantritt im April geäußerten Ziel, den Kiezklub binnen zwei Jahren in die 1. Liga führen zu wollen, ist längst nicht mehr die Rede.

Im Gegenteil: "Es ist für St. Pauli unmöglich, unter die ersten Vier zu stoßen in dieser Saison. Alles über Platz neun wäre ein großer Erfolg!", stellte der 55-Jährige vor dem Spiel bei Aufstiegsmitfavorit Arminia Bielefeld am Montag um 20.30 Uhr fest.

Der Frust des erfahrenen Coaches ist verständlich. Mindestens ein halbes Dutzend Leistungsträger stehen ihm beim Saisonauftakt nicht zur Verfügung. Nur vier neue Spieler hat der FC St. Pauli bisher geholt, davon sind derzeit drei ebenfalls verletzt. "Es ist bitter, wenn drei von vier Neuzugängen nicht dabei sind", stellte Luhukay klar.

Allein der in dieser Woche vom englischen Premier-League-Club Brighton & Hove Albion ausgeliehene Schwede Viktor Gyökeres wird in Bielefeld auch im Kader stehen. So hat Luhukay wenigstens einen Backup für Dimitrios Diamantakos, den einzigen fitten Stürmer im Kader. Allerdings hat die St. Pauli-Spitze ihrem Coach noch Verstärkung in Aussicht gestellt.

Mehr Abgänge als Zugänge

Dimitrios Diamantakos ist derzeit der einzig fitte Stürmer im Kader.
Dimitrios Diamantakos ist derzeit der einzig fitte Stürmer im Kader.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Viele Kenner der Szene sagen den Kiezkickern eine schwere Spielzeit voraus. Dagegen sind die Erwartungen in und im den Verein herum hoch. Sicher ist, dass der Verein mit seiner defensiven Transferpolitik ins Risiko gegangen ist.

Obwohl Leistungsträger wie Jeremy Dudziak, Richard Neudecker, Alexander Meier, Sami Allagui und andere den Club verlassen haben, wurden in Rico Benatelli, Boris Tashchy, Leo Östigard und Gyökeres bisher nur vier Zugänge ohne großen Namen verpflichtet.

Da drei Neue und diverse weitere Verletzte vorerst nicht zur Verfügung stehen, ist klar: der Kader ist deutlich zu dünn besetzt. Darauf hat Luhukay nun noch einmal deutlich hingewiesen.

Dennoch ist gerade der erfahrene Niederländer, der in seiner Karriere schon mit Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg den Sprung in die 1. Liga geschafft hat, der große Hoffnungsträger bei den Braun-Weißen.

Immerhin kann er trotz der Verluste von Meier & Co. auf einen eingespielten Kader zurückgreifen. Und er setzt in seiner Not auf Toptalente wie Finn Ole Becker oder Luis Coordes, auf die er auch in der Zukunft weiterhin bauen möchte.

Angesichts des knappen Personals bleibt ihm derzeit auch gar nichts anderes übrig.

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