Land unter! Schwere Sturmflut hat Hamburg weiter im Griff

Hamburg - Eine weitere schwere Sturmflut hat am Mittwoch die Hansestadt Hamburg erreicht.

Die Gastronomie-Betriebe am Hamburger Fischmarkt stehen unter Wasser.
Die Gastronomie-Betriebe am Hamburger Fischmarkt stehen unter Wasser.  © TV News Kontor

Die Pegelstände in der Hansestadt lagen am Morgen noch mehr als zwei Meter höher als das mittlere Hochwasser, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie am Mittwoch.

Nach dem Orkan "Sabine" hatten Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und Kilometer pro Stunde sowie schwere Sturmböen bis 100 km/h das Wasser der Nordsee in die Elbe gedrückt (TAG24 berichtete).

Der Fischmarkt und einige Straßen am Hafen wurden laut Polizeiangaben überschwemmt.

Verletzt wurde niemand. Einige Autos mussten aus dem Wasser gezogen werden.

Auch die Nordseeküste in Schleswig-Holstein wurde von einer Sturmflut getroffen. Hier lagen die Wasserstände rund eineinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser.

Überschwemmungen oder größere Schäden habe es laut Polizeiangaben dort aber nicht gegeben.

Update, 17.45 Uhr: S-Bahn-Station "Elbbrücken" wieder frei

Die S-Bahn-Station war aufgrund des Hochwassers gesperrt. Die Züge fuhren ohne Halt vorbei.
Die S-Bahn-Station war aufgrund des Hochwassers gesperrt. Die Züge fuhren ohne Halt vorbei.  © Christian Charisius/dpa

Die Ausläufer von Tief "Sabine" haben in Hamburg den Nahverkehr beeinträchtigt.

Die Hamburger S-Bahn konnte wegen Hochwassers zwar die Station Elbbrücken direkt am Fluss passieren, aber seit Dienstag nicht mehr dort anhalten.

Grund war, dass über eine Öffnung im Uferwall die S-Bahn-Unterführung Zweibrückenstraße mit Wasser volllief und die Zugänge zur Station nicht mehr passierbar waren, wie eine Bahn-Sprecherin am Mittwoch erläuterte. Die notwendigen Flucht- und Rettungswege sowie die Zufahrtsmöglichkeit für die Feuerwehr seien nicht mehr gegeben.

Am späten Nachmittag konnte die Station wieder zum Ein- und Aussteigen genutzt werden.

Der Uferwall war nach Bahn-Angaben für die Bauarbeiten der S-Bahn-Station geöffnet worden. Geplant sei, ihn Ende März wieder zu befestigen und die Arbeiten abzuschließen. Kurzfristig sei nun ein provisorischer Dichtungswall direkt neben der Station errichtet worden, ergänzte die Sprecherin.

Die im hochwassergefährdeten Gebiet liegende Station selbst sei durch drei Flutschutztüren und eine flutsichere Technik geschützt. Die neue S-Bahn-Haltestelle war im Dezember 2019 in Betrieb gegangen.

Die benachbarte U-Bahn-Station war vom Hochwasser nicht beeinträchtigt, die Züge der U4 hielten nach Angaben eines Sprechers dort wie vorgesehen.

Update, 10 Uhr: Frachter verliert Container in der Nordsee

Auf der ostfriesischen Insel Wangerooge hat die Sturmflut den Strand abgetragen und eine alte Strandmauer freigelegt.
Auf der ostfriesischen Insel Wangerooge hat die Sturmflut den Strand abgetragen und eine alte Strandmauer freigelegt.

Eine Sturmflut hat an der Nordseeküste Überschwemmungen verursacht. Die Energie, mit der der Sturm im Zuge des Orkantiefs "Sabine" in den vergangenen Tagen über das Meer geweht sei, sorge nun dafür, dass das Wasser gegen die Küste gedrückt werde, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Morgen.

Die Pegelstände lagen nach Messungen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie rund eineinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser.

In Bremen standen nach Angaben eines Polizeisprechers am Morgen mehrere Straßen unter Wasser. In Bremerhaven und in Norddeich wurden mehrere Parkplätze überschwemmt. Verletzt wurde niemand. Aufgrund der Warnungen wurden alle Autos rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Am Hafen in Cuxhaven stieg das Wasser über die Kaimauern und setzte einige Plätze unter Wasser. Außerdem fiel dort ein Ast auf zwei fahrende Autos. Alle Insassen blieben unverletzt. In Papenburg knickte durch den Wind ein Baum um und viel auf ein fahrendes Auto. Auch hier wurde niemand verletzt.

Der Badestrand auf Wangerooge ist durch den Sturm schon stark beschädigt worden. Teile des Hauptstrandes sind laut Bürgermeister Marcel Fangohr schon am Montag durch leichte Sturmfluten abgebrochen.

Vor der niederländischen Küste hatte ein Frachter am Dienstag im Sturm fünf Container verloren. Dies meldete die niederländische Küstenwache. In drei der Container sei Papier gewesen. Was sich in den anderen beiden befand, war noch unklar. Als der Frachter "OOCL Rauma" den Verlust meldete, sei er außerhalb der üblichen Schifffahrtsrouten gefahren.

An der Küste ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) noch den ganzen Tag mit orkanartigen Sturmböen zu rechnen. Im restlichen Niedersachsen kann es immer wieder schwere Sturmböen mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern geben. Erst am Donnerstag nimmt der Wind dann merklich ab.

Mehrere Bereiche in Hamburg mussten gesperrt werden.
Mehrere Bereiche in Hamburg mussten gesperrt werden.  © TV News Kontor

Titelfoto: TV News Kontor

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