Meiers Debüt misslingt, und St. Pauli holt neuen Defensiv-Mann

Darmstadt/Hamburg - Es lief die 84. Minute des Spiels zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem FC St. Pauli als Alex Meier den Platz betrat. Nach mehr als 15 Jahren trug er wieder das Trikot der Kiezkicker in einem Pflichtspiel.

Alex Meier war nach der Niederlage sichtlich enttäuscht.
Alex Meier war nach der Niederlage sichtlich enttäuscht.  © Imago

Seinen Einstand hat er sich aber sicherlich anders vorgestellt. Als der Stürmer eingewechselt wurde, fiel kurze Zeit zuvor der Ausgleich, nur wenige Minuten später erzielte der SV Darmstadt 98 den Siegtreffer. "Mit der Niederlage ist mein erster Einsatz natürlich alles andere als schön", sagte Alex Meier.

Als 19-Jähriger hatte der aus Buchholz in der Nordheide stammende Stürmer sein Bundesliga-Debüt für den FC St. Pauli gegeben, wechselte rund ein Jahr später zum Hamburger SV und von dort aus mit 21 Jahren zu Eintracht Frankfurt.

Dort wurde er zum "Fußball-Gott". Der heute 36-Jährige erzielte 93 Bundesliga-Tore und sicherte sich in der Saison 2014/15 mit 19 Treffen die Torschützenkrone. Doch im vergangenen Sommer war nach 14 Jahren mit dem Adler auf der Brust Schluss. Sein Vertrag wurde nicht verlängert.

Immer wieder wurde der Schlaks mit der amerikanischen Major Soccer League in Verbindung gebracht, doch nach einem halben Jahr Vereinslosigkeit hieß es: zurück auf Anfang.

Meier unterschrieb seinen wohl letzten Profivertrag dort, wo er auch schon seinen ersten unterschrieben hatte: beim FC St. Pauli. "Ich bin natürlich dankbar, dass alles so geklappt hat", sagte er nach der Niederlage in Darmstadt.

Alex Meier machte sich gemeinsam mit Jan-Philipp Kalla (links) warm.
Alex Meier machte sich gemeinsam mit Jan-Philipp Kalla (links) warm.  © DPA

"Ich bin zu Hause, kann da weiter Fußball spielen, wo ich angefangen habe. Pauli hat mir die Chance gegeben, damals Profi zu werden." Und was sind nun seine Ziele? "Wir wollen natürlich so viele Spiele wie möglich gewinnen. Dann schauen wir, was dabei herauskommt", sagt Meier.

Nach dem er in der vergangenen Saison nur zu einem Einsatz am 34. und letzten Spieltag kam fehlt ihm nach einem weiteren halben Jahr ohne Spielpraxis die nötige Power für einen Einsatz über die volle Spielzeit.

Wie weit er kräftemäßig sei, wollte er selbst nicht beziffern. "In der Vorbereitung habe ich zwei Spiele über 60 Minuten gemacht, jetzt hatte ich noch ein bisschen mehr Training. Aber es ist immer schwer, das in Minuten zu sagen", erklärte er. Aber für 90 Minuten reiche es wohl noch nicht.

Gerne hätte er seinen Einstand im Trikot des Heimatvereins mit einem Sieg gekrönt. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre das auch möglich gewesen, wie Meier weiß: "Nach unserem Tor haben wir das Spiel kontrolliert. Zum Schluss hat Darmstadt natürlich gedrückt und mit dem Gegentor wurde es dann noch mal heiß. Mit dem Volley kurz vor Schluss war die Partie dann leider verloren."

Meier kann sich nun bis Montag erholen und neue Kräfte sammeln, wenn es zum Duell mit Union Berlin kommt.

Sportchef Uwe Stöver (links) stellt Neuzugang Justin Hoogma vor.
Sportchef Uwe Stöver (links) stellt Neuzugang Justin Hoogma vor.  © Screenshot/Twitter/FC St. Pauli

Dann wird auch Justin Hoogma dabei sein. Der Defensivmann von der TSG 1899 Hoffenheim wird von den Kiezkickern bis zum Saisonende ausgeliehen. Damit reagierten die Verantwortlichen auf die schwere Verletzung von Philipp Ziereis.

"Uns war klar, dass wir auf der Position des Innenverteidigers nachbessern müssen. Aufgrund zu erwartender Verletzungen oder Sperren und der Tatsache, dass Marc Hornschuh nach seiner langen Pause noch Zeit benötigt, hätten wir auf der Position ansonsten Probleme bekommen können. Daher haben wir uns entschieden, Justin bis zum Saisonende auszuleihen“, erklärte Sportchef Uwe Stöver

Auch Neuzugang Hoogma blickt optimistisch auf die Zeit bei den Braun-Weißen: „Ich freue mich auf den FC St. Pauli und seine tollen Fans. Ich hoffe, dass ich viele Spiele für den Club machen kann und werde alles für den Verein geben.“

Der 20-jährige Niederländer, der in der Saison 2016/17 in der niederländischen Eredivisie bei Heracles Almelo in allen 34 Ligaspielen über 90 Minuten zum Einsatz gekommen ist, wechselte im Sommer 2017 von Almelo nach Hoffenheim. Dort absolvierte er in der laufenden Spielzeit vier Einsätze bei den Profis der TSG 1899 Hoffenheim (2 Mal Bundesliga, 1 Mal Champions League, 1 Mal DFB-Pokal). In den niederländischen Junioren-Nationalmannschaften kam der Sohn von Ex-Profi Nico-Jan Hoogma bislang 16 Mal zum Einsatz.

Besonders brisant: Sein Vater Nico-Jan Hoogma absolvierte zwischen 1998 und 2004 207 Partien für den Hamburger SV.

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