St. Pauli-Trainer Luhukay zieht die richtigen Schlüsse

Hamburg - Erst pfui, dann hui! So war die Leistung des FC St. Pauli beim Debüt von Trainer Jos Luhukay gegen Arminia Bielefeld zu bewerten. Nach 90 Minuten trennten sich beide Mannschaften leistungsgerecht 1:1-Unentschieden (TAG24 berichtete).

Trainer Jos Luhukay konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte zufrieden sein.
Trainer Jos Luhukay konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte zufrieden sein.  © DPA

Eine richtige Erklärung über die Achterbahnfahrt während der zurückliegenden 90 Minuten hatten die beteiligten Akteure allerdings auch nicht.

"Der Strafstoß und das Gegentor haben uns keine Sicherheit gegeben", gab Kapitän Johannes Flum nach dem Abpfiff zu. Doppelt bitter: Das Foul aus dem der Elfer resultierte, geschah außerhalb des Strafraums.

"Ich habe mich sogar noch beschwert, weil es mir auf dem Platz schon so vorkam", erklärte der Mittelfeldspieler.

Und zweitens war der lange Ball des Bielefelders so nicht geplant. "Er hat zugegeben, dass er ihm der Ball abgerutscht ist."

Und so stand es bereits nach fünf Minuten 0:1 aus Sicht des FC St. Pauli gegen in der ersten Halbzeit "bärenstarke Bielefelder", wie Flum fand.

Anschließend liefen die Kiezkicker Ball und Gegner hinterher. "Wir haben keine Kontrolle bekommen. Wenn wir vorne drauf sind, hatten wir im Mittelfeld ein großes Loch", resümierte Jos Luhukay in seinem ersten Einsatz als Trainer des FC St. Pauli.

Anschließend konnte sich das Team bei Torwart Robin Himmelmann bedanken, dass sie nicht schon vor dem Halbzeitpfiff noch höher hinten lag. "Das zweite oder dritte Tor hätte für Bielefeld noch fallen können", gab Luhukay zu.

Erst sauer, dann glücklich: Marvin Knoll war nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit der entscheidende Mann auf dem Platz. (Archivbild)
Erst sauer, dann glücklich: Marvin Knoll war nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit der entscheidende Mann auf dem Platz. (Archivbild)  © DPA

Himmelmann selbst blieb cool. "Ich bin eben der letzte Rettungsanker", lautete seine Antwort auf die Vielzahl der Bielefelder Chancen.

In der Halbzeitpause fand Trainer Luhukay nicht nur die richtigen Worte, er zog auch die richtigen Schlüsse. Der 55-Jährige brachte Marvin Knoll für Mats Möller-Daehli in die Partie. Keine vier Minuten nach seiner Einwechslung bereitete Knoll den Ausgleich vor. "Er hat Charakter gezeigt", urteilte Luhukay über seinen Joker.

Dabei war Knoll nicht glücklich über seine Rolle als Einwechselspieler. "Ich war schon überrascht und sauer", erklärte er. Aber er hatte sich mit der Situation abgefunden und auf dem Platz eine entsprechende Antwort gegeben. "Wir haben dadurch einen besseren Zugriff bekommen", fand Flum.

Der schnelle Ausgleich nach der Pause half der Mannschaft wieder in die Partie zu kommen. "Er hat uns Auftrieb gegeben", sagte Luhukay.

Torwart Robin Himmelmann hielt seine Mannschaft im Spiel.
Torwart Robin Himmelmann hielt seine Mannschaft im Spiel.  © DPA

Anschließend lieferten sich St. Pauli und Bielefeld ein offenes Spiel. Klare Chancen auf das 2:1 blieben auf beiden Seiten allerdings Mangelware. "Daher ist das Unentschieden aufgrund der beiden unterschiedlichen Halbzeiten auch gerecht", lautete das Urteil des Niederländers nach seinem ersten Spiel an der Seitenlinie.

Für die Kiezkicker geht es nun am Ostersonntag beim 1. FC Heidenheim weiter. Bei noch fünf ausstehenden Spielen und vier Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz drei dürfte das Duell zwischen dem Tabellensechsten aus Baden-Würrtemberg und dem -siebten aus dem hohen Norden vorentscheidenden Charakter haben. Nur der Sieger darf sich dann noch berechtigte Hoffnungen auf Rang drei machen.

Trainer Luhukay hat in der kommenden Woche zumindest mehr Zeit an den richtigen Schrauben zu drehen. "Die Abstände auf dem Platz haben noch nicht gestimmt", zog Keeper Himmelmann ein Fazit. Zieht der Niederländer die gleichen Schlüsse aus der Partie, wie aus der ersten Halbzeit, und setzt die Mannschaft sie wieder um, ist auch bei den starken Heidenheimer etwas Zählbares zu holen.

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