Luhukay-Debüt wird zur Achterbahnfahrt: St. Pauli mit Remis gegen Bielefeld

Hamburg - Da war mehr drin! Das Debüt von Jos Luhukay als Trainer des FC St. Pauli endete mit einem 1:1-Unentschieden. Aufgrund einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei war der Punkt mehr als verdient.

Trainer Jos Luhukay stand zum ersten Mal beim FC St. Pauli an der Seitenlinie.
Trainer Jos Luhukay stand zum ersten Mal beim FC St. Pauli an der Seitenlinie.  © DPA

Nach frühem Rückstand durch Fabian Klos per Elfmeter glich Ryo Miyaichi kurz nach der Pause per Kopf aus.

Jos Luhukay wechselte in seinem ersten Spiel als Trainer des FC St. Pauli die Startelf im Gegensatz zur ärgerlichen 1:2-Niederlage bei Holstein Kiel (TAG24berichtete) ordentlich durch.

Torhüter Svend Brodersen musste wieder Stammkeeper Robin Himmelmann weichen, Marvin Knoll nahm neben ihm auf der Bank Platz. Für den Mittelfeldspieler rückte Johannes Flum in die Startelf.

Dazu fehlten die Verletzten Christopher Avevor, Waldemar Sobota sowie Daniel Buballa. Für sie standen Yi-Young Park, Ryo Miyaichi und Sami Allagui auf dem grünen Rasen.

St. Pauli stand zu Beginn des Spiels höher als in den vergangenen Partien und versuchte Bielefeld früh unter Druck zu setzten.

Doch in der vierten Minute der große Schock. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied nach einem ungeschickten Zweikampf von Park - es war sein zweiter Startelf-Einsatz in dieser Saison - gegen Andreas Vogelsammer auf Elfmeter für Bielefeld. Stürmer Fabian Klos ließ sich die Chance nicht entgehen und traf zur 1:0-Gästeführung.

Ärgerlich: Das Foul fand außerhalb des Strafraumes statt!

So hatte sich Trainer Luhukay seinen Einstand sicher nicht vorgestellt. Und es wurde nicht besser.

St. Paulis Abwehrspieler Justin Hoogma kommt gegen Bielefelds Angreifer Fabian Klos nicht an den Ball.
St. Paulis Abwehrspieler Justin Hoogma kommt gegen Bielefelds Angreifer Fabian Klos nicht an den Ball.  © DPA

Die Gäste aus Ost-Westfalen wirkten deutlich zielstrebiger in ihren Offensiv-Aktionen und zeigten eine beeindruckende Ballsicherheit. St. Pauli musste dem Spielgerät und Gegner viel hinterherlaufen.

Keeper Himmelmann rettete mit zwei Paraden gegen Jonathan Clauss und Voglsammer sein Team vor einem weiteren Gegentreffer.

Den Kiezkickern gelang erst in der 27. Minute der erste vernünftige Angriff, an dessen Ende Christopher Buchtmann aus rund 20 Metern abzog. Doch Bielefeld-Schlussmann Ortega packte sicher zu.

Dabei blieb es in den ersten 45 Minuten auch. Am Millerntor spielte nur eine Mannschaft - und das war Arminia Bielefeld. Die Gäste zeigten, warum sie in der Rückrunde bisher zu den stärksten Mannschaften gehörten.

Vor dem Halbzeitpfiff boten sich den Ostwestfalen noch zwei Chancen. Voglsammer kam am Fünfer frei zum Kopfball, konnte ihn aber nicht mehr drücken. Kurz darauf hielt Himmelmann gegen Yabo.

Das 0:1 nach 45 Minuten war für die Kiezkicker mehr als schmeichelhaft.

Torschütze Ryo Miyaichi (links) freut sich mit Yi-Young Park über seinen Ausgleichstreffer.
Torschütze Ryo Miyaichi (links) freut sich mit Yi-Young Park über seinen Ausgleichstreffer.  © DPA

Luhukay reagierte in der Halbzeit und schickte Marvin Knoll für den blassen Mats Möller-Daehli auf den Platz.

Und der Wechsel fruchtete. In der 48. Minute bediente der Linskfuß mit seiner Flanke am zweiten Pfosten Miyaichi mustergültig, der den Ball per Kopf und mit Hilfe des Innenpfostens zum Ausgleich einnickte.

St. Pauli war nach der Halbzeitpause wesentlich besser im Spiel und versuchte die Spielkontrolle an sich zu reißen. Es wurde ein offenes Spiel zwischen den Kiezkickern und der Arminia aus Bielefeld. Chancen bliebe jedoch Mangelware, es wurde ein reiner Abnutzungskampf.

Nach 75 Minuten musste Luhukay verletzungsbedingt wechseln. Für Allagui schickte der Niederländer Kevin Lankford aufs Feld.

St. Pauli gewann nun die Kontrolle über das Spiel und hatte durch Miyaichi die Chance auf die Führung. Doch seinen Schuss aus wenigen Metern parierte Bielefeld-Keeper Ortega glänzend mit einer Hand.

Spätestens jetzt war auch wieder das Stadion da. Man merkte, die Mannschaft wollte unbedingt noch das 2:1 erzielen.

Die Kiezkicker drängten auf die Führung, doch immer wieder misslang der letzte Pass. Am Ende richtete sich die Unzufriedenheit - auch der Fans- gegen den Schiedsrichter. In vielen strittigen Aktionen entschied er gegen den FC St. Pauli.

So blieb es nach 90 Minute beim 1:1-Unentschieden. Vor allem die deutliche Leistungssteigerung in Halbzeit macht Hoffnung auf die Zukunft. Trainer Luhukay schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben.

Mit der Einstellung und dem kämpferischen Einsatz haben die Spieler auch die Herzen der Fans zurückgewonnen und sich ihre Unterstützung zurückgeholt.

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