Doppelt bitter! St. Pauli verliert Kapitän Avevor und das Spiel

Hamburg - Was für ein bitterer Abend! Der FC St. Pauli hat am Freitagabend sein erstes Heimspiel der Saison verpatzt und gegen Greuther Fürth mit 1:3 verloren. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Dimitrios Diamantakos war vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor zu wenig. Für Fürth traf Daniel Keita-Ruel doppelt, Julian Green sorgte für den Endstand.

Kapitän Christopher Avevor wurde unter dem Applaus der Fans vom Platz getragen.
Kapitän Christopher Avevor wurde unter dem Applaus der Fans vom Platz getragen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

St. Paulis Trainer Jos Luhukay änderte seine Startelf im Vergleich zum ärgerlichen Last-Minute-Unentschieden bei Arminia Bielefeld auf drei Positionen.

Mark Hornschuh rückte nach seinem ersten Spiel nach über 20 Monaten Verletzungspause auf die Bank, Finn-Ole Becker (muskuläre Probleme) und Ih-yeong Park (Schulterprobleme) fehlten verletzungsbedingt.

Dafür ließ Luhukay "Fußballgott" Jan-Philipp Kalla, Lukas Bednarczyk und Niklas Hoffmann von Beginn an ran.

Für Bednarczyk war es das erste Zweitliga-Spiel seiner Karriere überhaupt, Hoffmann stand nach seiner Einwechslung in Bielefeld das erste Mal von Anpfiff an für die "Kiezkicker" in der zweiten Liga auf dem Platz.

Bei Greuther Fürth ersetzen Sebastian Ernst und Maximilian Sauer, Marco Meyerhöfer und Kenny Prince Redondo.

Nach den erneut ernsten Worten von Trainer Luhukay waren die "Kiezkicker" in der Anfangsphase erneut um eine Antwort bemüht. Sie setzen die Gäste aus Fürth unter Druck und verlagerten das Spielgeschehen in die Hälfte der Kleeblätter.

Bis auf einen Schuss von Dimitrios Diamantakos (12. Minute) blieben Torchancen jedoch Mangelware.

Und so folgte in der 17. Minute der große Schock. Nach einem Zweikampf blieb Kapitän Christopher Avevor verletzt am Boden liegen, doch Fürth spielte weiter und erzielte durch Daniel Keita-Ruel die Gäste-Führung.

Diamantakos macht Spiel wieder spannend

Dimitrios Diamantakos hatte es nach seinem 1:2-Anschlusstreffer eilig.
Dimitrios Diamantakos hatte es nach seinem 1:2-Anschlusstreffer eilig.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Avevor musste nach längerer Verletzungspause den Platz verlassen und wurde durch Hornschuh ersetzt. Das sah alles andere als gut aus. Den "Kiezkickern" droht damit ein weiterer Ausfall eines Leistungsträgers.

Das Millerntor kochte anschließend und pfiff die Gäste bei jedem Ballkontakt gnadenlos aus.

Für St. Pauli war das eine Art erneuter Weckruf. Erst hatte Hoffmann nach einer Ecke (24.) die größte Chance zum Ausgleich, anschließend setzte Ryo Miyaichi (25.) einen Schuss neben das Gehäuse.

Und wie schon nach 17 Minuten zappelte der Ball nach einer halben Stunde wieder im Tor der Kiezkicker. Ernst brauchte den Ball nach einem Querpass nur noch einschieben, doch der Video-Schiedsrichter entschied zum Glück für die Braun-Weißen auf Abseits.

Das 0:2 blieb aber dennoch nicht aus. In der 35. Minute stand Keita-Ruel nach einer Flanke von Marvin Stefaniak am Fünfer vollkommen blank und konnte den Ball ungehindert einköpfen.

Der Schock für die Hausherren? Mitnichten. Nachdem Bednarczyk in der 42. Minute noch mit einem Schuss scheiterte, flankte Miyaichi in der 45. Minute punktgenau auf Diamantakos, der nur noch zum Anschlusstreffer einnicken musste.

Mit diesem Ergebnis ging es schließlich nach etwa 50 turbulenten Minuten in die Kabinen.

Druckvoller Beginn ohne Erfolg

Mats Möller-Daehli hat im Zweikampf gegen Fürths Paul Seguin das Nachsehen.
Mats Möller-Daehli hat im Zweikampf gegen Fürths Paul Seguin das Nachsehen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Trainer Luhukay schien dort die richtigen Worte an seine Männer gerichtet zu haben. Die "Kiezkicker" begannen mit viel Tempo und Druck.

Erst scheiterte Diamantakos an der Latte (47.), anschließend klärte Fürth-Keeper Burchert erst gegen Bednarczyk (53.) und nach einer Stunde gegen Miyaichi.

Von Fürth war bis auf einen Schuss von Julian Green (58.) nicht mehr viel zu sehen.

Nach 68. Minuten sorgte St.-Pauli-Coach Luhukay für eine Premiere. Mit der Einwechslung von Viktor Gyökeres für Bednarczyk stand erstmals ein Neuzugang bei den "Kiezkickern" in dieser Saison auf dem Platz.

Kurz darauf der Schock! Ex-HSV-Profi Green sorgte mit einem Schlenzer aus 20 Metern für das 1:3. Das ging viel zu einfach!

Die Kiezkicker versuchten zwar noch einmal alles, doch letzten Endes schafften sie es nicht mehr, sich klare Chancen herauszuspielen. Fürth konzentrierte sich hingegen auf die Defensive und suchte nur noch selten den Weg nach vorne.

Somit blieb es nach 90 Minuten beim 1:3 aus Sicht der Hamburger, die sich sicherlich mehr für die Heimpremiere in dieser Saison vorgenommen hatten.

Somit steht der FC St. Pauli nach zwei Partien mit nur einem Punkt da. Die Befürchtungen auf eine schwere Saison scheinen sich am Millerntor zu bewahrheiten.

Update, 3. August, 20.30 Uhr

Der FC St. Pauli muss auf unbestimmte Zeit auf Avevor verzichten, so schwer sind seine Verletzungen.

Er hat einen Wadenbeinbruch und das vordere Syndesmoseband ist gerissen.

Mehr zum Thema FC St. Pauli:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0