Meier redet nach St. Pauli-Pleite Klartext: "So haben wir da oben nicht zu suchen!"

Hamburg - Der Stachel der Enttäuschung saß beim FC St. Pauli nach der bitteren 1:2-Niederlage im Nordderby bei Holstein Kiel (TAG24 berichtete) tief. Trotz Überzahl und Halbzeitführung verließen die Kiezkicker den Platz als Verlierer.

Alex Meier hatte nur kurz Lachen.
Alex Meier hatte nur kurz Lachen.  © DPA

Dabei lief eigentlich vieles nach Plan. Nach einer Notbremse und der dazugehörigen roten Karte verwandelte Alex Meier den fälligen Strafstoß zur 1:0-Halbzeitführung.

Doch wer dachte, das würde den Kiezkickern nach den vergangenen Wochen Selbstvertrauen geben, sah sich getäuscht.

Nach einer schläfrigen Anfangsphase in der zweiten Halbzeit geriet der FC St. Pauli in Rückstand und konnte am Ende den Schalter nicht mehr umlegen.

"Wir haben uns nicht gut angestellt, von daher haben wir es auch nicht anders verdient, als den Elfmeter zu bekommen", sagte Trainer Markus Kauczinski über den ersten Gegentreffer.

Das Zweite folgte nur drei Minuten später. "Das war viel zu einfach, viel zu schlecht verteidigt", übte er weiter Kritik an seiner Hintermannschaft.

Mittlerweile können die Kiezkicker nach den Leistungen der vergangenen Wochen froh sein, dass sie bereits 44 Punkte auf ihrem Konto haben und immer noch um den Aufstieg mitspielen.

Zum Haare raufen! Trainer Markus Kauczinski konnte die Leistung seiner Mannschaft nicht fassen.
Zum Haare raufen! Trainer Markus Kauczinski konnte die Leistung seiner Mannschaft nicht fassen.  © DPA

Doch dieses Ziel gerät nach der erneuten Niederlage und der schlechten Leistung in weite Ferne. "Wenn wir das trotz Führung und mit einem Spieler mehr nicht schaffen, dann müssen wir nicht über Platz reden. Dann haben wir da oben nichts zu suchen", machte Torjäger Meier seinem Ärger Luft.

Es war dem 36-Jährigen "scheißegal", dass er ein Tor erzielt hatte. "Ich möchte mit der Mannschaft gewinnen", stellte er klar. Doch das wird auch in den kommenden Wochen angesichts der Leistungen nicht einfach.

Ähnlich sah es Sportchef Uwe Stöver: "Die drei Punkte lagen auf einem Silbertablett, und wir schmeißen sie einfach runter. Das war ein ganz bitterer Nachmittag für uns." Aus seiner Sicht reiche solch ein Auftritt nicht für die 2. Liga.

Grund dafür sei die mangelnde Überzeugung und fehlende Einstellung. "Es bringt nichts, sich über zwei Drittel der Saison feiern zu lassen. Es geht darum, eine Saison über 34 Spieltage mit bestmöglichem Erfolg abzuschließen. Wir haben in den letzten vier Spielen nichts dafür getan, um unser Ziel zu erreichen. Wir sind alle gefordert, aus dieser Krise herauszukommen."

Es scheint ordentlich zu knartschen bei den Kiezkickern. Aus den letzten vier Partien holte St. Pauli nur einen Punkt, bei 1:10 Toren. Sollte auch das kommende Heimspiel gegen Arminia Bielefeld keine Besserung zeigen, dürfte es auch für Trainer Markus Kauczinski eng werden.

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