Top oder Flop: Was ist für den FC St. Pauli in dieser Saison noch drin?

Hamburg - Der FC St. Pauli hat die Länderspielpause genutzt, um die Wunden nach den beiden herben 0:4-Packungen (TAG24 berichtete) im Derby gegen den HSV und beim SV Sandhausen zu lecken.

St. Paulis Luca Zander konnte die Leistungen in den vergangenen Spielen kaum glauben.
St. Paulis Luca Zander konnte die Leistungen in den vergangenen Spielen kaum glauben.  © DPA

Gegen den dänischen Erstligisten Velje BK konnte die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski durch den 1:0-Sieg wieder Selbstvertrauen tanken.

Das ist auch bitter nötig, will der FC St. Pauli noch einmal in den Aufstiegskampf in den letzten verbleibenden acht Spielen eingreifen.

Schließlich beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang, den Union Berlin belegt, nur vier Zähler. Der HSV ist dagegen als Zweiter schon sieben Punkte weg.

Mit etwas Glück ist Platz drei noch drin, doch dazu bedarf es einer klaren Leistungssteigerung zu den beiden Partien vor der Länderspielpause.

In der Hinrunde sammelten die Kiezkicker aus den verbleibenden acht Spielen 15 Zähler. Nur gegen Holstein Kiel wurde verloren, ansonsten siegte St. Pauli viermal und trennte sich dreimal unentschieden.

Mit diesen 15 Punkten würde der aktuelle Tabellenvierte auf 58 Zähler kommen. In den zurückliegenden Spielzeiten reichte diese Punktzahl nicht immer für den Relegationsrang. So dürfte es auch in dieser Saison sein. Union Berlin scheint zu stark zu sein.

Trainer Markus Kauczinski hatte in der Länderspielpause viel mit seiner Mannschaft zu besprechen.
Trainer Markus Kauczinski hatte in der Länderspielpause viel mit seiner Mannschaft zu besprechen.  © DPA

Fraglich bleibt aber, ob die Kiezkicker, so wie in der Hinrunde, wieder die Kurve bekommen. Die Leistungen im Derby und beim Abstiegskandidaten Sandhausen waren zu dürftig.

Es scheint, als sei am Millerntor Zufriedenheit eingekehrt. Der Klassenerhalt ist gesichert, die meisten Verträge von Leistungsträgern konnten verlängert werden. "Wir können befreit aufspielen", gab Trainer Markus Kauczinski vor einigen Wochen zu. Dennoch will auch nicht den dritten Rang aus den Augen verlieren.

"Wir können uns aber auch nicht hinstellen und sagen: 'Wir klatschen jeden weg'", sagte er. Der 49-Jährige weiß, dass seine Mannschaft nicht das Maß aller Dinge ist.

Das wurde ihm und den Spielern bei den letzten beiden Pleiten deutlich vor Augen geführt. Schafft es die Mannschaft nicht den Schalter für die restlichen Partien umzulegen, könnte ein sehr ungemütlicher Sommer bevorstehen.

Die bis dahin eigentlich gute Saison würde am Ende verschenkt wirken. Zu lange hat St. Pauli an den Aufstiegsrängen geklopft, sogar auf dem dritten Platz überwintert.

Die Konkurrenz sitzt den Kiezkickern im Nacken, im schlimmsten Fall droht noch ein Absturz in der Tabelle. Besonders die Auswärtsspiele bei Holstein Kiel (6. April) und beim 1. FC Heidenheim (21. April) dürften Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich St. Pauli in den letzten Spielen orientieren kann.

Der Aufstieg oder die Relegation sind in dieser Saison dennoch zu viel des Guten. Die Spielzeit glich bisher einer Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Daher wird am Ende eine Platzierung zwischen Platz fünf und acht herausspringen.

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