St.-Pauli-Neuzugang Benatelli blickt nicht mehr zurück

Hamburg - Rico Benatelli ist einer der wenigen Neuzugänge, die der FC St. Pauli vorgestellt hat. Aber eines hat der Mittelfeldspieler schon verinnerlicht, der Kiezclub tickt anders.

Das Duell der Neuzugänge: Im Training kämpfen Rico Benatelli (links) und Boris Tashchy um den Ball.
Das Duell der Neuzugänge: Im Training kämpfen Rico Benatelli (links) und Boris Tashchy um den Ball.  © DPA

"Ich freue mich sehr auf den Verein, St. Pauli ist eine coole Adresse", sagte der 27-Jährige nach seinem zweiten Arbeitstag in seiner neuen Heimat.

Zum Auftakt der Vorbereitung wurden Rico Benatelli und seine Mitspieler auch gleich gefordert. Bei glühender Hitze ging es für die Kiezkicker am Montag zum Laktattest.

"Es war anstrengend, aber ich bin auf die Auswertung gespannt", sagte der Neuzugang von Dynamo Dresden. "Ich war bisher immer im vorderen Drittel."

Dafür hat Benatelli aber auch im Urlaub einiges getan.

"Wir haben Trainingspläne mitbekommen", verriet er. In Singapur, auf Borkum und in Italien hat er sich an die Vorgaben gehalten.

Nun ging es am Sonntag endlich gemeinsam mit den neuen Kollegen auf den Trainingsplatz. "Ich wurde gut aufgenommen, der Verein ist gut aufgestellt", zog der Mittelfeldspieler ein erstes Fazit.

Dabei war das gar nicht so einfach. Zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung schwangen noch Markus Kauczinski und Uwe Stöver das Zepter, doch beide mussten im April gehen.

Nun haben Trainer Jos Luhukay und Sport-Direktor Andreas Bornemann das Sagen. "Am Anfang war das schon komisch, aber ich habe ein positives Gefühl", erklärte Benatelli.

Letzten Spiele auf der Bank verbracht

Christopher Buchtmann und Rico Benatelli sind in der kommenden Spielzeit Teamkollegen, und keine Gegner mehr.
Christopher Buchtmann und Rico Benatelli sind in der kommenden Spielzeit Teamkollegen, und keine Gegner mehr.  © DPA

Dieses Gefühl hatte er am Ende seiner Zeit bei Dynamo Dresden nicht mehr.

Nach der Verkündung seines Wechsels absolvierte der 27-Jährige lediglich nur noch 45 Minuten im gelb-schwarzen Dress. Siebenmal fand er sich nicht im Kader wieder, einmal schmorte er 90 Minuten auf der Bank.

"Verletzt war ich nicht, es war die Entscheidung des Trainers."

Mehr wollte Benatelli über die letzten Wochen in Dresden unter Leitung von Coach Cristian Fiel nicht sagen. Der Mittelfeldspieler will nicht mehr zurückblicken.

Ganz im Gegenteil. "Ich bin schon auf das Stadion und die Kulisse gespannt. Das wird noch einmal etwas größer als bei Dynamo."

An seiner Seite wird auch dann wieder Vater Frank sein. "Die Entfernung ist nicht mehr ganz so weit, nur noch 300 Kilometer", sagte Benatelli schmunzelnd. "Vielleicht wird er es das ein oder andere Spiel mehr schaffen."

Sein Vater ist für den 27-Jährigen eine wichtige Bezugsperson. "Er verfolgt jedes Spiel und gibt mir Feedback. Das war bisher sehr wichtig für meine Entwicklung." Seinen Vater, der ebenfalls Profi war, hat er aber nie spielen gesehen. Im Alter von 28 Jahren musste Frank Benatelli seine Schuhe verletzungsbedingt an den Nagel hängen. Genau in diesem Jahr wurde der Sohnemann geboren.

In seinem neuen Verein trifft Benatelli auch auf zwei alte Bekannte. Mit Marc Hornschuh und Christopher Buchtmann spielte er gemeinsam in der Westfalen-Auswahl. Danach trennten sich die Wege, jeder Spieler ging seinen eigenen Weg.

Damit Rico Benatelli in Hamburg nicht auf sich alleine gestellt ist, kommt Freundin Denise mit. "Wir suchen noch eine Wohnung", erklärte er.

Als Erstes steht aber noch die Vorbereitung und das anstehende Trainingslager mit dem FC St. Pauli in Österreich auf dem Plan.

Mehr zum Thema FC St. Pauli:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0