Meier-Doppelpack! St. Pauli siegt in der Nachspielzeit

Hamburg - Was für ein Einstand von Alex Meier! Der Stürmer erzielte beim 3:2-Sieg über Union Berlin nicht nur das zwischenzeitliche 2:0, sondern schoss die "Kiezkicker" in der Nachspielzeit noch zum Sieg.

St. Pauli-Trainer Markus Kauczinski baute seine Elf auf fünf Positionen um.
St. Pauli-Trainer Markus Kauczinski baute seine Elf auf fünf Positionen um.  © DPA

St. Paulis Trainer Markus Kauczinski forderte nach der bitteren Niederlage in Darmstadt (TAG24 berichtete) Wiedergutmachung. "Ich erwarte, dass wir gegen Union anders auftreten", sagte er vor dem Spiel.

Und der 48-Jährige ließ bereits in der Aufstellung Taten folgen. Kauczinski veränderte die Startelf auf sage und schreibe fünf Positionen. Dimitrios Diamantakos fiel verletzt aus, Jeremy Dudziak, Christopher Buchtmann, Ryo Miyaichi und Luca Zander nahmen auf der Bank Platz.

Dafür stand Alex Meier erstmals nach seiner Rückkehr ans Millerntor und einem Kurzeinsatz in Darmstadt in der Anfangsformation. Neben dem langen Schlaks kehrten auch Sami Allagui, Johannes Flum, Jan-Philipp Kalla und Waldemar Sobota in die Startelf zurück.

Union Berlins Trainer Urs Fischer musste auf drei Positionen umbauen. Ken Reichel (gelb-rot), Christopher Trimmel (fünfte Gelbe) und Sebastian Polter (Fußverletzung) fehlten, dafür spielten Christopher Lenz, Julian Ryerson und Sebastian Andersson.

Die St.-Pauli-Spieler bejubeln den Führungstreffer von Sami Allagui (links).
Die St.-Pauli-Spieler bejubeln den Führungstreffer von Sami Allagui (links).  © DPA

Das Spiel begann ohne langes Abtasten. Die Gäste machten schnell klar, dass sie nicht nur zum Punkte da lassen nach Hamburg gereist waren.

Bereits in der vierten Minute kamen sie gefährlich vor das Tor der "Kiezkicker". Doch Marcel Hartel war nach einer Flanke so überrascht, dass er den Ball nur wenige Meter vor dem Pauli-Kasten nicht kontrollieren konnte.

In der siebten Minute herrschte große Aufregung am Millerntor. Nach einem zu kurzen Rückpass auf Union-Keeper Rafal Gikiewicz lag erst Marvin Knoll und dann Allagui am Boden. Doch Schiedsrichter Guido Winkmann entschied in beiden Fällen auf Weiterspielen.

In der Folge übernahmen die Gäste aus der Hauptstadt die Kontrolle setzten die Kiezkicker früh unter Druck und zwangen die Heimherren zu zahlreichen Abspielfehlern.

Einen Querschläger von Florian Carstens und eine zu kurze Kopfballabwehr von Christopher Avevor nutzte Berlins Kapitän Felix Kroos fast zur Gästeführung. Doch Pauli-Schlussmann Robin Himmelmann parierte den Heber nach 20 Minuten glänzend.

Der Führungstreffer der Gäste lag in der Luft. Nur einige Augenblicke später rettete Himmelmann erneut nach einer Ecke.

Umso überraschender erklang nach 24 Minuten "Song 2" von Blur - der Torsong der Kiezkicker. Allagui fasste sich aus gut 25 Metern ein Herz und zimmerte den Ball in den linken Giebel. Das Spiel war auf den Kopf gestellt, St. Pauli führte etwas überraschend.

Felix Kroos (links) scheiterte mit seinem Heber an Pauli-Keeper Robin Himmelmann.
Felix Kroos (links) scheiterte mit seinem Heber an Pauli-Keeper Robin Himmelmann.  © DPA

Union zeigte sich nur kurz beeindruckt, suchte weiter den Weg nach vorne und brachte die Pauli-Abwehr ein ums andere Mal ins Schwimmen.

Gefährlich wurde es aber nur selten. Stattdessen hatte St. Pauli die Chance auf das 2:0. Nach einem scharfen Freistoß von der rechten Seite setzt Allagui seinen Schuss knapp über das Union-Gehäuse. Kurze Zeit später köpfte er knapp daneben.

Und so blieb es bis zum Halbzeitpfiff bei der doch schmeichelhaften Führung des FC St. Pauli.

Beide Trainer vertrauten zu Beginn der zweiten 45 Minuten ihrer Anfangsformation. Vom Spiel her änderte sich nicht viel.

Die Gäste aus Berlin wirkten in ihrer Spielanlage reifer und übernahmen wieder die Kontrolle. Die Kiezkicker verteidigten hingegen ihre Führung.

Und das äußerst erfolgreich. In der 62. Minute fiel nach einer Ecke das 2:0. Nach scharfer Hereingabe von Knoll zeigte Alex Meier sein Näschen. Der Angreifer hielt seinen Schädel hin und erzielte das 2:0. Das Millerntor stand Kopf.

Besser hätte der Heimeinstand des Mannes mit der Nummer neun bis dahin nicht laufen können.

Alex Meier köpft das 2:0.
Alex Meier köpft das 2:0.  © DPA

Nach dem zweiten Treffer wirkten die Hausherren befreiter und gewannen mehr Sicherheit in ihren Aktionen.

Die Berliner resignierten nach dem zweiten Rückschlag ein wenig. Trainer Köllner wechselte zweimal, unter anderem kehrte Akaki Gogia an seine alte Wirkungsstätte zurück.

St. Pauli verpasste im Anschluss bei einigen unsauber zu Ende gespielten Kontern die Vorentscheidung. Union gab sich noch nicht geschlagen und versuchte aus ihrer spielerischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Doch die Kiezkicker hielten mit Herz und Kampf dagegen.

Union hatte in der 80. Minute die größte Chance auf den Anschlusstreffer. Doch der Schuss des eingewechselten Berkan Taz ging knapp am Gehäuse von Robin Himmelmann vorbei.

In der 85. Minute wurde es noch einmal spannend. Nach einem Freistoß erzielte Grischa Prömmel den Anschlusstreffer. Die Berliner leckten wieder Blut und warfen alles nach vorne.

Nur eine Minute später rettete Himmelmann mit einer Glanzparade seiner Mannschaft die Führung. Das Spiel kippte. Und folgerichtig fiel der Ausgleich. Der Pauli-Keeper konnte einen Gogia-Schuss nur abprallen lassen und Suleimann Abdullahi erzielte den Ausgleich.

Das Spiel wurde anschließend hektischer. Und so zeigte Schiedsrichter Winkmann in der Nachspielzeit auf den Elfmeterpunkt. Buchtmann wurde am Trikot gezogen. Alex Meier trat an und versenkte die Kugel zum 3:2. Das Millerntor kochte und das Spiel war aus.

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