Aufstieg oder Absturz? Für den HSV wird es jetzt ernst

Hamburg - Der Hamburger SV steht vor den Wochen der Wahrheit und vielleicht auch vor den wichtigsten der Vereinsgeschichte! Nichts anderes als der direkte Wiederaufstieg wird von Fans und Verantwortlichen des Clubs gefordert.

Lewis Holtby (links) und Bakery Jatta konnten die Niederlage gegen Darmstadt nicht fassen.
Lewis Holtby (links) und Bakery Jatta konnten die Niederlage gegen Darmstadt nicht fassen.  © DPA

Eigentlich lautete die Frage nur: Zu welchen Zeitpunkt feiert der einstige Bundesliga-Dino den sofortigen Aufstieg? Eine Zeit lang sah es so aus, als könnte die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf den Sekt frühzeitig kalt stellen, doch immer wieder stellte sich der HSV selbst ein Bein.

Die Konkurrenz patzte, die Chance den Vorsprung auf die Nichtaufstiegsränge auszubauen war gegeben. Doch was tat der Hamburger SV, er schaffte es nicht die Vorlagen zu verwandeln. Der große Aufstiegsaspirant verlor selbst. Viel schlimmer noch, der aktuell Tabellenzweite erlegte sich selbst.

Gegen Jahn Regensburg und den SV Darmstadt gab der HSV einen Vorsprung aus der Hand. Während gegen Regensburg noch ein Platzverweis gegen Orel Mangala für das Kippen des Spiels verantwortlich war, zerfielen die Hamburger gegen Darmstadt nach der 2:0-Führung in Selbstgefälligkeit.

Nach einer Viertelstunde stellte die Mannschaft das Fußballspielen ein und baute Minute um Minute mehr ab. Es schien, als würde der HSV an seiner eigenen Arroganz ersticken. Die Quittung bekam er nicht nur durch die Niederlage, auch die Fans verabschiedeten die Spieler nach der dürftigen Leistung mit lautstarken Pfiffen in die Länderspielpause.

Aufgrund der hohen individuellen Klasse der einzelnen Akteure muss der Bundesliga-Dino den Aufstieg ohne Wenn und Aber schaffen, doch die Selbstüberschätzung, die in einigen Spielen immer wieder zum Vorschein kommt, könnte noch zum Verhängnis werden.

Kapitän Aaron Hunt jubelt über seinen Treffer.
Kapitän Aaron Hunt jubelt über seinen Treffer.  © DPA

In unmittelbarer Schlagdistanz ist mit drei Punkten Rückstand aber nur noch Union Berlin, St. Pauli als Vierter ist schon sieben Zähler weg. Entscheidend wird sein, wie der HSV aus der Länderspielpause kommt und die beiden Partien beim VfL Bochum und Zuhause gegen den 1. FC Magdeburg absolviert. Gelingen dort sechs Punkte, ist die Mannschaft um Tor-Maschine Pierre-Michel Lasogga so gut wie durch.

Wenn nicht, wird es noch einmal spannend. Es folgen noch schwere Auswärtsspiele bei den direkten Konkurrenten Köln und Union Berlin. Ausrutscher, wie vor der zweiwöchigen Pause, darf sich der HSV nicht mehr erlauben, sonst gerät der Aufstieg in ernsthafte Gefahr.

Wichtig wird sein, dass sich ein Anführer für die Endphase der Saison herauskristallisiert. Eigentlich ist Aaron Hunt für diese Rolle vorgesehen, doch der Kapitän schleppt sich von einer Verletzung zur nächsten. Andere Spieler können oder wollen seinen Part nicht übernehmen, wie die vergangenen Spiele ohne Hunt gezeigt haben.

Auftrieb könnte allerdings auch ein Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal geben. Beim SC Paderborn wird aber alles andere als leicht, das gilt auch für die Partie am 33. und vorletzten Spieltag. Bis dahin sollten die Hamburger die Weichen für den Aufstieg gestellt haben.

Sie sollten es nicht auf den letzten Spieltag und das Heimspiel gegen den MSV Duisburg ankommen lassen. Und schon gar nicht auf die Relegation. Zwar haben sie dort immer die Oberhand behalten, doch in diesem Jahr warten mit Schalke, Augsburg oder Stuttgart drei Mannschaften, gegen die der HSV als Außenseiter gehen würde.

Von daher gilt es für die Hamburger den Aufstieg nach 34 Spieltagen in der Tasche zu haben, ansonsten droht ein weiteres Jahr zweite Liga und damit der Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Eine erneute Saison im Unterhaus kann sich der Verein eigentlich nicht leisten.

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