Zeit abgelaufen! Hamburger SV demontiert seine legendäre Bundesliga-Uhr

Hamburg - Der verpasste Aufstieg ist schuld! Die berühmte Stadion-Uhr des Hamburger SV hat wohl endgültig ausgedient.

Zuerst zeigte die Uhr die Dauer der Erstliga-Zugehörigkeit des HSV an, nach dem Abstieg die Zeitspanne seit der Gründung.
Zuerst zeigte die Uhr die Dauer der Erstliga-Zugehörigkeit des HSV an, nach dem Abstieg die Zeitspanne seit der Gründung.  © DPA

Ein weiteres Jahr 2. Bundesliga wollen die Norddeutschen der Uhr nicht mehr antun. Viel mehr wollen die Verantwortlichen des HSV aber nicht mehr an ihre Vergangenheit als Dino des Oberhauses erinnert werden.

Deshalb soll der riesige Zeitmesser, der einst die Dauer der Erstliga-Zugehörigkeit des HSV anzeigte, demontiert werden.

"Wir haben bereits zum Ende der vergangenen Saison entschieden, die Uhr abzubauen. Wir möchten uns in die Zukunft ausrichten. Dabei hilft der ständige Blick in den Rückspiegel nicht", sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann.

Seit dem Abstieg aus der Bundesliga im Vorjahr zeigte die Uhr im Volksparkstadion die Zeitspanne seit der Gründung des Traditionsvereins am 29. September 1887 an.

Nach einem Konzert von US-Popstar Pink am 8. Juli sollen Handwerker die Uhr aus der Tribünen-Verkleidung lösen.

Kult-Charakter hatte der Chronograph erlangt, weil er als Erinnerung daran diente, dass der HSV bis 2018 das letzte noch nie abgestiegene Gründungsmitglied der Bundesliga war.

Nach exakt 54 Jahren, 261 Tagen, 00 Stunden, 36 Minuten und 02 Sekunden war dies am Ende der Vorsaison vorbei.

Update, 13 Uhr: Wird nun auch die Hymne abgeschafft?

Der Abbau der berühmten Stadion-Uhr im Hamburger Volksparkstadion war für viele Anhänger des Vereins längst überfällig. Der HSV Supporters Club fordert allerdings einen weiteren Schritt.

In einem Facebook-Post kritisiert der Fanclub-Leiter Tim-Oliver Horn die Stadionhymne von Lotto King Karl. "Und genauso ist es mit der Stadionhymne, in der es in keiner Textstelle um den HSV geht, in der wir immer noch von Juve oder Rom träumen und in der wir heute noch davon singen, dass es für Bremen hier nix zu holen gibt", erklärt er.

Doch er sieht der Realität ins Auge. "Bremen hat uns über Jahre abgehängt, hat uns am Ende immer geschlagen, wenn es darauf ankommt und wir singen: '…gibt’s für dich hier nix zu holen.'"

Der Hass auf den Erzrivalen ist bei vielen anscheinend immer noch größer als der Blick auf die Realität, die Horn fordert. Er will gemeinsam mit den Fans ein Lied über den HSV und nicht dessen Konkurrenz oder Vergangenheit singen.

Mehr zum Thema HSV:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0