HSV-Boss verärgert über "überflüssigsten Nichtaufstieg der Fußball-Geschichte"

Hamburg - Der verpasste Aufstieg des Hamburger SV hat seinem Vereins-Boss Bernd Hoffmann zwei schlaflose Nächte beschert. Der 56-Jährige habe viel über die Gründe des Versagens nachgedacht, wie er am Dienstag erklärte.

Bernd Hoffmann will beim HSV nach dem verpassten Aufstieg jeden Stein umdrehen.
Bernd Hoffmann will beim HSV nach dem verpassten Aufstieg jeden Stein umdrehen.  © DPA

"Es geht mir auch heute nicht viel besser", sagte er. "Das war der überflüssigste Nicht-Aufstieg der Fußball-Geschichte."

Mit einem starken und für Zweitliga-Verhältnisse sehr teuren Kader schaffte es der Hamburger SV nicht, einen der ersten beiden Plätze zu erreichen, geschweige denn die Relegation.

"Jeder Stein muss jetzt umgedreht werden", erklärte Bernd Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des HSV.

"Seit Jahren befindet sich der Verein im Krisenmodus." In der ersten Liga konnte sich der Verein zweimal nur über die Relegation retten, ansonsten sprangen nur zweistellige Platzierungen am Ende der Saison heraus.

Dabei erkannte Hoffmann auch an, dass "ein Trainerwechsel zwar kurzzeitig Erfolg bringe, aber nicht langfristig". So war es auch beim HSV. Unter Neu-Trainer Hannes Wolf gewann die Mannschaft sieben von acht Spielen und holte die Herbstmeisterschaft.

Doch nach einem "Debakel in der Rückrunde", wie Hoffmann es nannte, verpasste der Hamburger SV den Aufstieg. Das Versagen wollte er allerdings nicht an einzelnen Personen festmachen.

"Das System ist bereits im Winter kollabiert und wir haben es bis Paderborn nicht wieder auf die Beine bekommen", erklärte der 56-Jährige. Niemand hätte an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen können.

Der HSV-Boss stand den Journalisten Rede und Antwort.
Der HSV-Boss stand den Journalisten Rede und Antwort.  © DPA

"Jeder hatte unterschiedliche Probleme, sei es körperlich, vertraglich, mental, ernährungstechnisch oder in anderen Bereichen", erörterte Hoffmann.

Es sei daher schwierig gewesen, die Krise auf einen Punkt zu reduzieren. Nun müsse alles in Ruhe, aber zügig analysiert und Entscheidungen getroffen werden.

In welche Richtung diese gehen könnten, wollte Hoffmann nicht sagen.

Nur so viel: "Die Zusammenarbeit mit Hannes Wolf ist klasse und sehr angenehm." Da bleibt nur die Frage: Ist der Trainer nach dem verpatzten Aufstieg überhaupt noch vermittelbar?

Der Vereins-Boss hält zwar frühere Aussagen bezüglich des Trainers für zweitrangig, dennoch wolle er in dieser Hinsicht "den Kreislauf des Schreckens" durchbrechen.

Eine Weiterbeschäftigung von Wolf scheint durchaus denkbar.

Nur dann muss er auch liefern. Hoffmann machte unmissverständlich klar, dass in der kommenden Saison nur der Aufstieg zähle. "Wir werden wieder einen der Top-Zwei- oder -Drei-Kader haben und wollen aufsteigen", machte er deutlich. "Wir freunden uns nicht mit der zweiten Liga an, sie ist für den HSV nicht vermittelbar."

Sorgen müssen die Fans zudem nicht machen. Der HSV sei durch die Anleihe und die Einigung mit Investor Klaus-Michael Kühne wirtschaftlich gut aufgestellt. Nun müssen die Verantwortlichen nur noch die richtigen Entscheidungen treffen.

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