HSV-Investor Kühne verzweifelt an sportlicher Situation und Lasogga

Hamburg - Es ist eine Art Hassliebe! Der Hamburger SV kann nicht ohne Klaus Michael Kühne, und der Investor kann nicht ohne seinen Herzensverein.

Investor Klaus-Michael Kühne behält die sportliche Situation beim Hamburger SV genau im Blick.
Investor Klaus-Michael Kühne behält die sportliche Situation beim Hamburger SV genau im Blick.  © DPA

Der 81 Jahre alte Milliardär, der 20,57 Prozent der Anteile am HSV hält, hat schon rund 100 Millionen in den Verein gepumpt. Oftmals war Klaus-Michael Kühne mit seinen Investitionen der rettende Anker für den Hamburger SV. So wird es auch bleiben.

Unklar ist aber noch, ob die Zusammenarbeit überhaupt eine Zukunft hat. Kühne zweifelt auch fünf Spieltage vor Saisonende, ob er beim aktuellen Zweiten Namenssponsor für das Volksparkstadion bleiben soll.

"Ob ich den Vertrag verlängere, ist noch offen, und die sportliche Situation gibt mir zu denken", sagte er der SportBild. "Nach guten Phasen bin ich immer sehr motiviert und denke, dass meine Hilfe nützt. Wenn ich dann Spiele sehe, in denen alles den Bach heruntergeht, frage ich mich: Was soll das Ganze eigentlich noch?"

An diesem Punkt war der Milliardär allerdings schon öfter, sein Portemonnaie hat er dennoch immer geöffnet. So soll es auch bei einer Rückkehr in die Bundesliga sein. Seit vier Jahren hat der 81-Jährige vier Millionen Euro für die Namensrechte am Stadion gezahlt.

Statt die 57.000 Zuschauer fassende Arena mit seinem Firmennahmen zu versehen, gab er ihr die frühere Bezeichnung "Volksparkstadion" zurück. Drei bis vier Millionen Euro pro Jahr würde er künftig geben wollen, allerdings für eine kürzere Vertragslaufzeit, meinte der Unternehmer.

Pierre-Michel Lasogga ist Hamburgs bester Torschütze.
Pierre-Michel Lasogga ist Hamburgs bester Torschütze.  © DPA

Skeptisch äußerte er sich über das sportliche Konzept des Vereins. "Wenn man mit den Nicht-Leistungsträgern, die in den vergangenen Wochen überwogen, weitermacht und keine guten Ergänzungen holt, ist die Situation fast hoffnungslos."

Bei Neuverpflichtungen sei es, "wie fast immer beim HSV", schiefgegangen. "Ich habe einfach die Sehnsucht nach einer guten Mannschaft. Vielleicht gelingt es Sportvorstand Ralf Becker, Spieler zu holen, die sich beim HSV weiterentwickeln können. Das war in den vergangenen Jahren ja sehr, sehr selten der Fall", sagte Kühne.

Zudem konnte er sich eine Spitze gegen seinen "Lieblingsspieler" Pierre-Michel Lasogga nicht verkneifen. "Ich betrachte ihn nach wie vor kritisch. Er ist kein Spitzenspieler, den ich mir in der Bundesliga vorstellen kann", sagte Kühne über den "Flop des Jahrhunderts".

Lasoggas Schwächen seien bekannt: "Er ist zu langsam, und fußballerisch ist er auch nicht der Stärkste. Aber er hat einen guten Torriecher, das ist zweifelsfrei so."

In dieser Saison kann Kühne froh sein, dass der HSV hat. Ohne seine 13 Saisontore würden die Hamburger sicher nicht auf dem zweiten Platz stehen und von einer direkten Rückkehr in die 1. Bundesliga träumen.

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