HSV in Karlsruhe mit Jatta, aber ohne Kapitän Hunt

Hamburg - Das hat nicht ganz gereicht! Der Hamburger SV muss am Sonntag im Auswärtsspiel beim Karlsruher SC (13.30 Uhr) erneut auf Kapitän Aaron Hunt verzichten.

Aaron Hunt wird dem Hamburger SV beim Karlsruher SC fehlen.
Aaron Hunt wird dem Hamburger SV beim Karlsruher SC fehlen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Der 32-Jährige habe nach Aussage von Trainer Dieter Hecking die Woche über nur individuell trainiert. "Er hat noch kein Mannschaftstraining bestritten. Deshalb macht es keinen Sinn", sagte der Coach.

Hunt habe seine Leistenprobleme allerdings weitestgehend auskuriert und soll dem HSV im kommenden Heimspiel gegen Hannover 96 (1.September) wieder zur Verfügung stehen.

Angst und Bange ist Hecking trotz des Ausfalls seines Kapitäns nicht. Die Breite des Kaders könne das kompensieren, wie es die Spieler in der zweiten Halbzeit beim 1:0-Sieg über den VfL Bochum gezeigt habe. "Dieses Wissen gibt uns ein gutes Gefühl", sagte der Trainer.

Dennoch betonte er, dass ein Aaron Hunt in guter Verfassung "der Mannschaft richtig gut tut". Das habe der klare 4:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg gezeigt.

In seine Rolle könnte gegen den Karlsruher SC Neuzugang Adrian Fein schlüpfen. Der Sechser habe die alleinige Rolle im defensiven Mittelfeld bisher "hervorragend" ausgefüllt. Gegen den stark in die Saison gestarteten Aufsteiger sei aber ein Positionswechsel denkbar.

"Die Gegner versuchen darauf zu reagieren und ihn zuzustellen", erklärte Hecking. Der VfL Bochum habe dies schon versucht und der KSC werde es wohl auch versuchen. Mit seiner Ballsicherheit und seinem Überblick könne er allerdings auf jeder anderen Position im Mittelfeld "die gleiche Wucht entfalten".

HSV-Trainer Hecking richtet Appell an deutsche Gesellschaft

Bakery Jatta wird auch beim KSC auflaufen.
Bakery Jatta wird auch beim KSC auflaufen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hecking habe den 20-Jährigen bereits schon zuvor im Fokus gehabt. Als die Möglichkeit bestand, ihn zum HSV zu locken, habe er Sport-Direktor Michael Mutzel gesagt, dass man Fein holen müsse.

Neben dem Lob für seinen jungen Schutzling verteilte der Trainer aufmunternde Worte für Bakery Jatta. "Es ist eine unsägliche Situation", befand Hecking. Noch immer gäbe es keine nachhaltigen Beweise, das sei für ihn schwer zu verarbeiten. Jatta selbst hingegen gehe damit "sensationell" um.

Über einen möglichen Protest habe sich Hecking bisher keine Gedanken gemacht. Dem HSV liegen nach wie vor keinerlei Indizien für eine falsche Identität und einer zu Recht erteilten Aufenthaltsgenehmigung vor.

Der Karlsruher SC erklärte bereits im Vorfeld einen möglichen Protest in Erwägung zu ziehen. Dennoch will HSV-Trainer Hecking nicht auf Bakery Jatta verzichten. "Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die Proteste im Sand verlaufen werden."

In diesem Zusammenhang ließ es sich der 54-Jährige aber nicht nehmen, um an die gesellschaftliche Verantwortung für Flüchtlinge zu appellieren. "Wir wollen Integration vorleben, wollen ein Land sein, in dem Ausländer willkommen sind."

Es gebe viele Beispiele für Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen würden, um einer Welt zu entfliehen, die für sie nicht lebensgerecht sei, aber nicht im Licht der Öffentlichkeit stünden. "Das ist sehr, sehr schade und wird unserer Gesellschaft nicht gerecht", bekräftigte Hecking.

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