Zittersieg beim KSC: HSV stürmt zurück an die Tabellenspitze!

Hamburg/Karlsruhe - Das war eiskalt! Bei glühender Hitze hat der Hamburger SV das Spitzenspiel beim Karlsruher SC mit 4:2 für sich entschieden. Vor 15.000 Zuschauern im Wildparkstadion traf Sonny Kittel doppelt, zudem Lukas Hinterseer per Elfmeter und Jairo Samperio für den HSV. Für die Karlsruher erzielten Daniel Gordon und Philipp Hofmann die Treffer.

Der HSV jubelt über den Treffer von Lukas Hinterseer (Zweiter von rechts) zum 1:0.
Der HSV jubelt über den Treffer von Lukas Hinterseer (Zweiter von rechts) zum 1:0.  © Uli Deck/dpa

Für die beiden Mannschaften war es das erste Wiedersehen nach dem Relegations-Drama 2015, in dem sich der HSV erst kurz vor Spielende in die Verlängerung rettete und sich dort schließlich durchsetzte.

HSV-Trainer Dieter Hecking, der weiterhin auf Kapitän Aaron Hunt verzichten musste, veränderte seine Startelf gegenüber dem 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum auf einer Position.

Für Jeremy Dudziak rückte der frisch gebackene Vater Khaled Narey von Beginn an in die Mannschaft.

Die Hamburger waren auf der Baustelle Wildparkstadion von Beginn an präsent und gingen nach einer Viertelstunde verdient in Führung.

Nach einem unglücklichen Zweikampf zwischen Tim Leibold und Lukas Fröde entschied Schiedsrichter Sören Storcks auf Elfmeter.

Lukas Hinterseer ließ sich die Chance nicht nehmen und brachte den HSV mit seinem zweiten Saisontreffer in Front. Der Österreicher schickte KSC-Torwart Benjamin Uphoff in die falsche Ecke.

Kurz zuvor hatte Bakery Jatta schon die Führung auf dem Fuß (10. Minute), doch der 21-Jährige konnte den Querpass von Narey nicht richtig verarbeiten.

Die Karlsruher zeigten sich allerdings wenig geschockt. Philipp Hofmann kam zweimal völlig frei zum Abschluss (23. und 32.), aber der Stürmer hatte offensichtlich zu wenig Zielwasser getrunken.

Kittel legt noch vor der Pause nach

Sonny Kittel erzielt mit einem Schuss aus wenigen Metern das 2:0. Den Karlsruhern blieb nur das Nachsehen.
Sonny Kittel erzielt mit einem Schuss aus wenigen Metern das 2:0. Den Karlsruhern blieb nur das Nachsehen.  © Uli Deck/dpa

Der Aufsteiger war nun besser in der Partie, doch den zweiten Treffer des Tages erzielte der HSV durch Sonny Kittel.

Der Zehner leitete sein Tor selbst ein, spielte den Ball aus dem Zentrum heraus auf links, wo Jatta viel zu viel Platz hatte. Zwar spielte der Linksaußen den Ball zu unsauber in den Strafraum, doch Hinterseer konnte ihn gerade noch auf Kittel ablegen, der aus rund zehn Metern nur wenig Mühe hatte, das 2:0 zu erzielen.

Mit diesem Ergebnis ging es für beide Mannschaften in die Kabinen. Der HSV führte dank einer brutalen Effektivität nicht ganz unverdient mit 2:0.

In die zweiten 45 Minuten startete der KSC mit viel Druck. Die Gäste aus dem Norden gerieten ein wenig ins Schwimmen. Doch klare Chancen konnten sich die Badener nicht erspielen.

Stattdessen hätte der HSV nachlegen können. Hinterseer ließ nach Jatta-Pass KSC-Abwehrspieler Benjamin Pisot aussteigen, scheiterte mit seinem Schuss allerdings an Torwart Uphoff (53.).

In der Folge entwickelte sich ein packendes Duell. Der Aufsteiger drückte auf den Anschlusstreffer und brachte die HSV-Abwehr in große Bedrängnis.

Allen voran Angreifer Marvin Pourié suchte mehrmals den Abschluss (55. und 61.), hatte aber wenig Glück.

KSC-Anschlusstreffer sorgt noch einmal für Spannung

Bakery Jatta muss Marvin Wanitzek passieren lassen.
Bakery Jatta muss Marvin Wanitzek passieren lassen.  © Uli Deck/dpa

Die Souveränität der Hamburger aus der ersten Halbzeit war dahin. Doch wie schon in der ersten Halbzeit, schlugen die Rothosen eiskalt zu.

Nach einem Zweikampf im Strafraum blieb Leibold liegen, bis auf den Linksverteidiger schalteten allerdings alle anderen Spieler ab. Schiedsrichter Storcks entschied auf Weiterspielen. Leibold stand wieder auf und passte auf Hinterseer. Der wartete einen Augenblick, setzte erneut Kittel in Szene, der Marc Lorenz austanzte und die Pille aus 16 Metern in die Maschen zimmerte.

Das dürfte die Entscheidung gewesen sein, auch wenn sich die Karlsruher weiterhin nicht aufgaben. Unmittelbar nach dem 3:0 hatte Hofmann die große Chance, doch Daniel Heuer Fernandes parierte mit dem Fuß.

Besser machte es fünf Minuten später ausgerechnet Daniel Gordon. Der Verteidiger, der als einziger Spieler beim Relegations-Drama 2015 schon dabei war, erzielte nach einer Ecke per Kopf den Anschlusstreffer.

Die Hausherren warfen am Ende noch einmal alles nach vorne und so wäre es fast noch einmal spannend geworden. Aber eben nur fast. Gut zehn Minuten vor Abpfiff bewahrte Heuer Fernandes seine Mannschaft mit einer klasse Parade gegen Lorenz vor einer dramatischen Schlussphase - vorest.

Denn das 3:2 sollte noch fallen! Pourié verlängerte eine Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Hofmann endlich seinen Treffer erzielte und das Spiel noch einmal spannend machte.

Und ein Tor sollte tatsächlich noch fallen. Allerdings machte der HSV in der Nachspielzeit den Deckel drauf. Nach einem Ballgewinn von Kapitän Rick van Drongelen lief der eingewechselte Jairo Samperio fast 60 Meter mit dem Ball am Fuß über den Platz, um ihn am Ende aus 20 Meter im KSC-Gehäuse zu versenken.

Damit hatte Dieter Hecking ein glückliches Händchen bewiesen. Der Spanier stand erst gut zehn Minuten auf dem Rasen.

Am Ende konnte der KSC den Hamburger nicht mehr gefährlich werden. Der HSV siegte dank enormer Effektivität mit 4:2 und sicherte sich nach vier Partien wieder die Tabellenführung.

Für den Hamburger SV geht es nun am kommenden Sonntag mit einem Nordderby weiter. Der Tabellenführer empfängt Bundesliga-Absteiger Hannover 96.

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