Nach Abgang: Lewis Holtby rechnet knallhart mit dem HSV ab

Hamburg - Unter Thomas Tuchel gehörte er in Mainz zu den legendären "Bruchweg Boys", auf Schalke denkt man gerne an seinen letzten Auftritt im königsblauen Dress zurück. Die guten Zeiten von Lewis Holtby sind längst Geschichte.

Lewis Holtby verabschiedet sich nach fünf Jahren vom Hamburger SV.
Lewis Holtby verabschiedet sich nach fünf Jahren vom Hamburger SV.  © DPA

Nach seinem Wechsel zu den Tottenham Hotspur im Januar 2013 ging es stetig bergab. 2014 folgte eine Leihe zum FC Fulham und Felix Magath. Anschließend ging es zum Hamburger SV und der tiefe Fall des Lewis Holtby ging weiter.

Aus dem begnadeten Linksfuß und feinen Techniker war am Ende nur noch dauerlaufender Zerstörer zu sehen.

Ende der vergangenen Saison überwarf sich Holtby sogar mit HSV-Trainer Hannes Wolf und Sport-Direktor Ralf Becker. Er wurde schließlich suspendiert, weil er gegen Union Berlin nicht in der Startelf stand und mitteilte, nicht mit nach Berlin fahren zu wollen.

Es war der Anfang vom Ende. Nach der Saison wäre allerdings so oder so Schluss gewesen. Sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert (TAG24 berichtete). Hätte er schon nach dem Abstieg gehen sollen?

"Gefühlt war es ein verlorenes Jahr, aber hinterher ist man immer schlauer", sagte Holtby dem Magazin 11Freunde.

Unter Christian Titz gehörte Holtby noch zu den Stützen der Mannschaft.
Unter Christian Titz gehörte Holtby noch zu den Stützen der Mannschaft.  © DPA

Anfang der Saison war er unter Christian Titz noch Stammspieler und Vize-Kapitän. "Im Sommer war ich überzeugt, dass wir einen Weg eingeschlagen haben und alle daran glauben, etwas Neues aufbauen zu können", sagte Holtby.

"Aber wieder mal wird mir bewusst, wie schnell Dinge sich verändern und in eine völlig andere Richtung laufen."

Besonders der 3:1-Sieg zur Saisoneröffnung gegen den AS Monaco machte Hoffnung. "Der tollste Tag, den ich je in Hamburg erlebt habe", urteilte der Mittelfeldspieler. Viele sollten davon nicht mehr folgen.

Nach dem bitteren Abstieg gingen alle beim HSV vom direkten Wiederaufstieg aus, doch es kam bekanntlich anders - worunter auch Holtby leiden musste.

Er wurde zum Sündenbock erklärt, auch von Sportchef Becker. "Der Lewis ist ein guter Kerl, aber aus meiner Sicht kein typischer Führungsspieler", lautete seine Meinung. Beide Seiten hatten sich vermutlich mehr voneinander erhofft.

Lewis Holtby ging keinen Zweikampf aus dem Weg. Das zeigt auch sein zerrissenes Trikot, wie hier im Spiel gegen den VfL Bochum.
Lewis Holtby ging keinen Zweikampf aus dem Weg. Das zeigt auch sein zerrissenes Trikot, wie hier im Spiel gegen den VfL Bochum.  © DPA

Und so mussten am Saisonende sowohl Holtby als auch Becker ihre Koffer packen und den HSV verlassen. Nach fünf Jahren ist nun für den 28-Jährigen in Hamburg Schluss.

Sein Urteil fällt ernüchternd aus. "Von Hamburg wird nichts bleiben." Das sitzt - und so ist das Leben als Fußballprofi eben. Als Spieler zieht man von einem Verein zum nächsten. Enge Bindungen entstehen selten.

Wie es für den Linksfuß nach dem Sommer weitergehen wird, steht noch in den Sternen. Fünf Vereine haben angeblich ihr Interesse bei Holtby und seinem Berater hinterlegt.

"Nach fünf intensiven Jahren beim HSV stehen die Zeichen aktuell auf Abschied aus Deutschland", sagte er der SportBild. "Ich bin im besten Fußballalter und möchte gerne noch mal Teil eines reizvollen Projekts sein. Derzeit befinden wir uns im regen Austausch mit relevanten Optionen."

Dabei soll es sich um englischen Zweitligisten Cardiff City, die Istanbuler Spitzenclubs Fenerbahce und Galatasaray, den griechischen Meister PAOK Thessaloniki und Schweinsteiger-Verein Chicago Fire handeln. Noch ist keine Entscheidung gefallen, aufgegeben hat Lewis Holtby aber noch nicht.

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