Nach Suspendierung beim HSV: Jetzt spricht Streik-Profi Holtby!

Hamburg - Lewis Holtby sorgte am Samstag beim Hamburger SV für den großen Knall! Weil er keine Aussicht auf einen Startelf-Einsatz hatte, bat er HSV-Trainer Hannes Wolf in Hamburg bleiben zu können.

Lewis Holtby jubelt über ein Tor für den Hamburger SV.
Lewis Holtby jubelt über ein Tor für den Hamburger SV.  © DPA

Der dreimalige Nationalspieler wurde umgehend aus dem Profiteam suspendiert und wird in den kommenden drei Spielen nicht mehr zum Einsatz kommen.

"Für uns ist klar, und das wird auch bis zum Ende der Saison so bleiben, dass es keinen Sinn mehr macht", sagte Sportdirektor Ralf Becker am Sonntag.

HSV-Trainer Hannes Wolf berichtete, dass Lewis Holtby direkt nach seiner Aussage gewusst habe, dass sie ein Fehler gewesen sei. "Aber du bekommst es dann nicht mehr gedreht, wenn es ausgesprochen ist, dass ein gesunder Spieler nicht mit zum Spiel will", sagte der 38-Jährige.

Nun hat sich der Übeltäter selbst zu Wort gemeldet. Auf seinem Instagram-Account erklärte Lewis Holtby seine Aussage: "Nach Ende des gestrigen Abschlusstrainings habe ich mich im Affekt zu einer Kurzschlussreaktion hinreissen lassen."

In den vergangenen Wochen hätte der Profi des Hamburger SV einige Enttäuschungen erlitten, doch durch den unbedingten Willen den Aufstieg zu erreichen und der Mannschaft bzw. dem HSV helfen zu wollen, "sind die Gäule im wahrsten Sinne des Wortes mit mir durchgegangen", fuhr er fort.

Der HSV-Spieler ist sauer über eine Schiedsrichter-Entscheidung.
Der HSV-Spieler ist sauer über eine Schiedsrichter-Entscheidung.  © DPA

Holtby sprach von einer emotionalen Reaktion, die im Affekt geschah und nicht in Ordnung war. "Das habe ich nach einer kalten Dusche wenige Minuten nach dem Training eingesehen und umgehend die Entscheidung gegenüber dem Trainer revidiert", erklärte der 28-Jährige. Doch da war es schon zu spät.

"Leider wurde mir die Tür nicht mehr aufgemacht, was ich mir aber unbedingt gewünscht hätte. Ich werde die Entscheidung des Vereins akzeptieren müssen", schloss Holtby sein Statement ab.

Die Fans sehen die Kurzschlussreaktion ihres Lieblings gespalten. Einige feiern ihn dafür, andere lassen ihrem Frust freien Lauf.

"Du bist einer der einzigsten Profis von denen ich behaupte immer 100% zu geben", schrieb ein User unter Holtby's Instagram-Erklärung. Andere finden den Umgang mit dem 28-Jährigen respektlos und danken dem Profi für seinen Einsatz und die gemeinsame Zeit.

Einige Fans widmeten aber auch unschöne Worte an den Streik-Profi. "#Holtby spielt in einer Saison maximal 5 mal ganz gut und trotzdem genießt er bei Teilen der Fans anscheinend Narrenfreiheit. Ein sportlicher Verlust ist sein freiweilliger Rücktritt zumindest nicht", lautete ein Kommentar.

Da der Vertrag des Mittelfeldspieler am Saisonende ausläuft und der HSV frühzeitig eine Trennung im Sommer bekannt gab (TAG24 berichtete), wird Holtby nicht mehr im Dress des Hamburger SV zu sehen sein. Auch eine offizielle Verabschiedung scheint aufgrund der Sachlage derzeit fraglich.

Update, 11.36 Uhr

Nachdem sich Lewis Holtby via Instagram zu seiner Suspendierung beim Hamburger SV äußerte, zog nun seine Berater Marcus Noack nach.

"Lewis hat sich in 5 Jahren HSV nie etwas zu Schuleden kommen lassen und sich auch nie hängen lassen, so anspruchsvoll die Momente auch waren", sagte er. "Er hat in einer schwierigen Situation Flagge gezeigt und hatte eine Vision, die ihn dazu bewegt hat zu bleiben, trotz durchaus interessanter Möglichkeiten, die sich im vergangenen Sommer aufgetan haben."

Berater Noack bekräftigte, dass niemand frei von Fehlern sei und die vergangenen Wochen emotional gewesen seien und Lewis Holtby eine falsche Reaktion gezeigt habe. Diese habe der 28-Jährige nur wenige Minuten später eingesehen und versucht gerade zu rücken.

"Mein Wunsch wäre gewesen, man hätte das Ganze ohne oder mit weniger medialer Begleitung gelöst. Den gewählten Weg finde ich schade, denn Professionalität lasse ich ihm auf keinen Fall absprechen. Sein ganzer Ansporn war es den HSV wieder in die erste Bundesliga zu führen", sagte Noack zum Abschluss.

Der Fall Lewis Holtby und der Hamburger SV scheinen auch nach der Suspendierung des Profis keine Ruhe zu finden.

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