So reagiert Lotto King Karl auf seinen HSV-Rausschmiss

Hamburg - Die Meinungen sind zweigeteilt. Das Aus für Musiker Lotto King Karl als Stadionsprecher und dessen HSV-Hymne "Hamburg, meine Perle", hat Entrüstung, aber auch Verständnis bei den Fans hervorgerufen.

Lotto King Karl bei einem seiner Auftritte.
Lotto King Karl bei einem seiner Auftritte.  © Bodo Marks/dpa

Auf Twitter schrieb ein HSV-Fan: "Das ist, als würde Liverpool 'You’ll Never Walk Alone' abschaffen! Ganz arm @HSV". Die Hamburger SPD-Bezirksabgeordnete Annika Urbanski startete sogar eine Petition zum Erhalt des Stadion-Songs.

Am Donnerstag hatte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann die Absetzung des Liedes verkündet, das seit 14 Jahren vor jedem Heimspiel gespielt und gesungen wurde. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das Lied, das uns viele Jahre begleitet hat, in der aktuellen Situation überhaupt nicht mehr zum HSV und zu unserer Haltung passt."

In dem Song werden Gegner aus längst vergangenen Bundesliga-Zeiten und deren Chancenlosigkeit in Hamburg besungen.

In diesen Tagen wird zudem die legendäre Stadionuhr demontiert, die bis zum Abstieg im Sommer 2018 im Volksparkstadion die Dauer der Erstliga-Zugehörigkeit zeigte.

"Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir inhaltlich und personell eine Veränderung möchten", begründete Hoffmann die Maßnahmen.

Die Fans feuern ihren HSV an.
Die Fans feuern ihren HSV an.  © Christian Charisius/dpa

Lotto King Karl trägt seine Demission mit Würde. "Es war eine große Ehre, für diesen Verein arbeiten zu dürfen, 14 Jahre sind eine lange Zeit - so lange bin ich nicht einmal zur Schule gegangen", teilte der 52 Jahre alte Musiker, Radio- und TV-Moderator in den sozialen Medien mit.

"Ich wechsele nun also wieder zurück auf die andere Seite des Zaunes und werde von dort unsere Mannschaft anfeuern! Bleibt diesem tollen Verein treu, das mache ich auch - ich kann ja auch gar nicht anders!"

Kritiker monierten, dass mit dem abgesetzten Vereinslied auch die Identifikation mit dem Verein verloren geht.

"Die Clubbosse nehmen den Fans viel mehr als nur ein Vereinslied, sie nehmen ihnen auch ein Stück Hoffnung, dass alles wieder gut wird in Sachen Fußball in der Hansestadt", schreibt hingegen ein Kommentator im Tagesspiegel.

Es gibt aber auch Befürworter. Ein Twitter-Nutzer betont: "Ein richtiger Schritt mal vom hohen Ross runter zu kommen. Vielleicht die Wende zu besseren Zeiten."

Ein anderer Fan meint: "Im Song taucht mit keinem Wort der HSV auf. Es ist ein ganz guter Song, aber wer schon einmal beim @effzeh_com war, der weiß, wie man mit Musik, geile Stimmung machen kann. Auf geht's HSV, bloß keinen Trauersong mehr."

Titelfoto: Bildmontage: Bodo Marks/dpa, Christian Charisius/d

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