Fehlstart vermieden! Beim HSV ist noch mächtig Sand im Getriebe

Hamburg - Neue Saison, altes Leid! So richtig wusste keiner der Spieler und Verantwortlichen des Hamburger SV, wie sie das 1:1-Unentschieden zum Saisonauftakt gegen den SV Darmstadt 98 (TAG24 berichtete) einordnen sollten.

Aaron Hunt jubelte zurückhaltend nach seinem späten Ausgleichstreffer.
Aaron Hunt jubelte zurückhaltend nach seinem späten Ausgleichstreffer.  © Carmen Jaspersen/dpa

Aaron Hunt rettete dem HSV mit seinem Elfmeter-Tor in der 98. Minute immerhin einen Punkt gegen tapfer kämpfende Lilien.

Doch auch der Kapitän wusste nach dem Abpfiff, dass die gezeigte Leistung für die hohen Ziele der Hamburger in dieser Saison nicht ausreichen wird.

"Für ein Déjà-vu ist es noch viel zu früh", sagte Hunt, doch auch er erkannte, "wir haben das Tor nicht gemacht, das war schon ähnlich."

In der ersten Halbzeit spielte sich der HSV glasklare Chancen heraus und hätte zur Halbzeit führen müssen. Hunt vergab freistehend aus fünf Metern. "Da war ich gedanklich mit dem Kopf schon weiter als mit dem Fuß", gab er zu.

"Wir müssen hier nach 45 Minuten zwei oder drei zu Null führen, dann ist der Sack zu", beklagte Neuzugang Adrian Fein die mangelnde Chancenauswertung seiner Mitspieler.

Und die erinnerte stark an die vergangene Spielzeit. Mit nur 45 Treffern stellten die Hamburger einen der schwächsten Angriffe der Liga - und der dürfte letztlich den verpassten Aufstieg gekostet haben.

Trainer Dieter Hecking grübelte während des Spiels an der Seitenlinie.
Trainer Dieter Hecking grübelte während des Spiels an der Seitenlinie.  © Carmen Jaspersen/dpa

Mit Lukas Hinterseer verpflichteten die Verantwortlichen einen Spieler, der weiß, wo das Tor steht. Immerhin erzielte der Österreicher in den vergangenen beiden Jahren 32 Tore für den VfL Bochum. Doch in seinem ersten Pflichtspiel für den HSV strahlte er nur selten die erhoffte Torgefahr aus.

Mit der Zeit soll sich das aber ändern. "Im letzten Drittel hat uns die Zielstrebigkeit und Entschlossenheit gefehlt, doch ich bin zuversichtlich", erklärte Trainer Dieter Hecking.

Auf den neuen Coach wartet in den kommenden Wochen noch viel Arbeit. Nach starker erster Halbzeit ließen die Hamburger in den zweiten 45 Minuten stark nach. "Es war ein vermeidbares Gegentor, das darf nicht fallen", meinte der 54-Jährige.

Der Treffer zeigte deutliche Wirkung bei seiner Elf. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr die Präsenz und zu viele Missverständnisse gehabt.", beklagte der Trainer.

Immerhin hat die Mannschaft nach dem Rückschlag direkt nach der Pause Moral gezeigt und noch in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt. "Hinten raus war das absolut verdient", sagte Hecking.

Dabei war das alles andere als einfach. Nach dem Rückstand zogen sich die Darmstädter immer weiter zurück, die drückenden Temperaturen forderten weiteren Tribut bei den HSV-Spielern.

"Die Belastung war schon heftig, das war bei den Temperaturen anstrengend", erklärte Stürmer Hinterseer. Doch die Mannschaft habe immer an sich geglaubt und nicht aufgegeben.

Und so waren sich am Ende alle Beteiligten einig: Vor allem auf den ersten 45 Minuten kann aufgebaut werden und am Ende war der Punkt dank toller Moral mehr als verdient.

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