Neue Fananleihe: Klammer HSV bittet seine Fans um Unterstützung

Hamburg - Sportlich befindet sich der Hamburger SV nach dem Abstieg wieder auf dem besten Wege zurück in die Erste Liga, finanziell sieht es hingegen deutlich angespannter aus. Den Verein drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 85 Millionen Euro.

Finanzvorstand Frank Wettstein hat den Start der Fananleihe verkündet.
Finanzvorstand Frank Wettstein hat den Start der Fananleihe verkündet.  © DPA

Aus diesem Grund startet der Fußball-Zweitligist am kommenden Freitag eine neue Fananleihe.

Nach Angaben des Vereins billigte die zuständige Finanzbehörde BaFin den von der HSV Fußball AG eingereichten Wertpapierprospekt.

Mit dem neuen Wertpapier soll die in diesem Jahr fällige Fananleihe aus dem Jahr 2012 in Höhe von 17,5 Millionen Euro abgelöst werden. Sie hat ebenfalls eine Laufzeit von sieben Jahren bis 2026.

Am Freitag beginne die Umtausch-, Zukauf- und Vorkaufsphase für die Inhaber der Anleihe von 2012, hieß es. Voraussichtlich vom 18. Februar startet der freie Verkauf. Das Volumen der neuen Anleihe beträgt ebenfalls 17,5 Millionen Euro und hat eine Verzinsung von sechs Prozent.

Der Unterschied zu der alten Anleihe: "Ab 2022 findet eine Teilrückzahlung in Höhe von zehn bis 25 Prozent des jeweiligen Nennwerts der Depotanleihen statt", hieß es in der Mitteilung. "So werden die Belastungen für den HSV auf die Jahre verteilt und die Zinslast gesenkt."

Die neue Anleihe war bei der Mitgliederversammlung des Großvereins HSV e.V. am 19. Januar angekündigt worden. "Das hilft dem Club, unabhängig zu sein", sagte damals AG-Finanzvorstand Frank Wettstein.

Mit der ersten Fananleihe wurde der Bau des HSV Campus finanziert.
Mit der ersten Fananleihe wurde der Bau des HSV Campus finanziert.  © DPA

Die finanzielle Situation der AG nach einer achtjährigen Negativserie mit einem Gesamtfehlbetrag von 66 Millionen Euro und Verbindlichkeiten von 85 Millionen Euro ist angespannt.

Durch die erste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte nach dem Abstieg wird es für die Fußball-AG wirtschaftlich noch enger. Daher ist sie vor allem für das anstehende Lizenzierungsverfahren von großer Bedeutung.

Doch die Fananleihe erntet nicht nur Lob. Experten haben trotz des vermeintlich hohen Zinssatzes von sechs Prozent ihre Zweifel.

"Der deutlich über dem Kapitalmarktniveau angebotene Zinssatz verdeutlicht, dass bei dieser Anlage ein erhöhtes Risiko eingegangen wird“, sagt Finanzexperte Sönke Niefünd, Leiter der Vermögensverwaltung der Hamburger Otto M. Schröder Bank AG, dem Hamburger Abendblatt.

Im Fall der neuen HSV-Anleihe hat Niefünd eine klare Forderung: mehr Transparenz. „Die Geschäftszahlen müssten häufiger veröffentlicht werden, also in Form von Quartalszahlen. Zudem muss die Bilanz insgesamt transparenter werden. Eine Besicherung könnte auch helfen, damit Anleger gegen einen Totalverlust geschützt sind.“

Dem Hamburger SV stehen spannende Zeiten bevor. Die Fananleihe könnte finanziell auch einen Nicht-Aufstieg nicht ausgleichen. Und ansonsten gibt es ja noch Klaus-Michael Kühne.

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