HSV zeigt Moral! Joker Wintzheimer rettet einen Zähler im Spitzenspiel

Hamburg/Köln - Was für eine starke Leistung! Der Hamburger SV hat trotz der großen Personalsorgen hochverdient einen Punkt beim 1. FC Köln entführt. Trainer Hannes Wolf zog an seinem 38. Geburtstag in der 80. Minute den entscheidenden Joker.

Hamburger Chaoten zündeten vor Anpfiff Pyrotechnik.
Hamburger Chaoten zündeten vor Anpfiff Pyrotechnik.  © DPA

Nach einem Halbzeit-Rückstand durch Dominik Drexler drehte der HSV in Halbzeit zwei auf und kam durch Joker Manuel Wintzheimer zum viel umjubelten und hochverdienten Ausgleich.

Hamburgs Trainer Hannes Wolf, der am Montag seinen 38. Geburtstag feierte, veränderte seine Elf im Vergleich zur peinlichen 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Magdeburg (TAG24 berichtete) auf vier Positionen. Pierre-Michel Lasogga fiel mit Adduktorenproblemen verletzt aus, Lewis Holtby saß seine Gelb-Sperre ab, David Bates und Kyriakos Papadopoulos nahmen auf der Bank Platz.

Für sie standen Leo Lacroix, Vasilije Janjicic, Khaled Narey und Berkay Özcan in der Startformation.

Das Spitzenspiel im Kölner RheinEnergie-Stadion begann mit etwas Verspätung. Einige HSV-Chaoten zündeten zahlreiche Pyrotechnik und sorgten so für einen späteren Anpfiff.

Trotz der großen Personalprobleme versteckten sich die Hamburger zu Spielbeginn nicht. Bei Kölner Ballbesitz gingen sie vorne drauf, auf außen sorgten Narey und Bakery Jatta mit ihrer Geschwindigkeit für Gefahr.

Köln hatte zwar mehr Ballbesitz, doch die Hamburger warfen sich in den entscheidenden Situationen mit allem was zu hatten in die Bälle und verhinderte so zahlreiche gute Torchancen.

In der 26. Minute waren sie allerdings machtlos. Die Kölner nutzten ihre sechste Ecke zur Führung. Marco Höger verlängerte den Ball am ersten Pfosten auf Dominik Drexler, der den Ball aus drei Metern nur noch über die Linie drücken musste.

HSV-Kante Rick van Drongelen senst Kölns Stürmer Jhon Cordoba an der Seitenlinie um und bekommt dafür die gelbe Karte.
HSV-Kante Rick van Drongelen senst Kölns Stürmer Jhon Cordoba an der Seitenlinie um und bekommt dafür die gelbe Karte.  © DPA

Die Gäste aus Hamburg zeigten sich beeindruckt und zogen sich etwas mehr zurück. Köln drückte weiter aufs Tempo und suchte den Weg nach vorne.

Viel geschah vor den Toren allerdings nicht. Der HSV blieb in den ersten 45 Minuten ohne einen einzigen Schuss aufs Kölner Tor.

Lediglich Gideon Jung, der nach einem Jatta-Pass Gegner statt Ball traf, und Douglas Santos mit einem Schuss aus 18 Metern sorgten für einen Hauch von Torgefahr.

Wie schon in Halbzeit eins versteckte sich der HSV nach Wiederanpfiff nicht. Und fast wären sie in der 53. Minute dafür belohnt worden. Nach starker Hereingabe kam Jatta nicht mehr an den Ball, die FC-Abwehr klärte zur Ecke.

Der Tabellenzweite aus dem hohen Norden steckte nicht auf und drängte die Kölner in deren Hälfte.

In der 62. Minute geriet Schiedsrichter Robert Hartmann in den Mittelpunkt. Erst forderte Orel Mangala einen Elfmeter, der Pfiff blieb aber aus. Den unmittelbaren Konter unterband der bereits gelb verwarnte Jung mit einem Foul. Der Mittelfeldspieler hatte in dieser Situation Glück, dass er nicht die Ampelkarte sah.

Es war zudem die letzte Aktion von Jung. Trainer Wolf reagierte und nahm den vom Platzverweis bedrohten 24-Jährigen runter. Für ihn kam Josha Vognoman in die Partie.

Joker Manuel Wintzheimer jubelt über sein ersten Treffer im Dress des HSV.
Joker Manuel Wintzheimer jubelt über sein ersten Treffer im Dress des HSV.  © DPA

Die Hamburger dominierten nach einer guten Stunde die Partie, hatten 70 Prozent Ballbesitz und bauten eine Menge Druck auf. Nur der Ausgleich wollte noch nicht fallen.

Auch nicht als Jatta auf links durchbrach und frei vor FC-Keeper Timo Horn auftauchte. Doch dem 20-Jährigen versagten vor dem Tor die Nerven, es blieb beim 0:1 aus Hamburger Sicht.

Teilweise erinnerte das Spiel nun an eine Handball-Partie. Der HSV ließ den Ball rund um den Kölner Strafraum zirkeln, fand die Lücke allerdings nicht.

Trainer Wolf erhöhte am Ende das Risiko. Brachte zehn Minuten vor Schluss Manuel Wintzheimer für Kapitän Gotuko Sakai.

Und das Geburtstagskind wurde für seinen Mut belohnt. Nach einem Eckball bekam der FC den Ball nicht heraus und plötzlich stand der kurz zuvor eingewechselte Wintzheimer richtig und drosch den Ball in die Maschen der Kölner.

Der Ausgleich war mittlerweile hochverdient. Zufrieden zeigte sich der HSV aber nicht. Der kannte nur eine Richtung und die führte nach vorne.

Am Ende fehlte aber auch die Kraft in den entscheidenden Situationen. Und so blieb es nach etwas mehr als 90 Minuten beim 1:1-Unentschieden.

Der Hamburger SV wahrte durch den Punktgewinn sein Drei-Punkte-Polster auf Union Berlin. Der Vierte aus Paderborn ist aber nur noch vier Zähler weg.

Die starke Leistung gegen den Tabellenführer dürfte wieder für etwas Ruhe nach den vergangenen Wochen an der Elbe sorgen.

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