HSV feiert Sieg dank Hinterseer und doch hat einer was zu meckern

Hamburg - Wie sagt man so schön: Solche Geschichten schreibt nur der Fußball! Im Sommer wechselte Lukas Hinterseer vom Vfl Bochum zum Hamburger SV. Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams erzielte ausgerechnet er den Siegtreffer für seinen neuen Verein.

Nach der Partie ließ sich die Mannschaft von den Fans feiern.
Nach der Partie ließ sich die Mannschaft von den Fans feiern.  © Daniel Bockwoldt/dpa

"Als Stürmer ist es schön, es ist ein gutes Gefühl", sagte der Österreicher nach der Partie über den Siegtreffer und sein erstes Liga-Tor überhaupt für den HSV.

Dabei hatte er im Vorfeld noch gesagt: "Wer das Tor macht, ist egal." Nun war es am Ende doch ihm überlassen, das Spiel mit seinem Treffer zu entscheiden.

"Das war ein super Tor vom Luki", erklärte Jan Gyamerah, der zweite Hamburger Spieler, der im Sommer vom VfL Bochum in den hohen Norden wechselte.

Beide freuten sich nach harten 90 Minuten über den Sieg, die drei Punkte und das Wiedersehen mit den alten Kollegen.

"Vorm Spiel war es merkwürdig, es war eine andere Anspannung", gab der Rechtsverteidiger zu.

Doch im Spiel musste die Freundschaft mit den alten Kollegen ruhen. "Nach dem Spiel haben sie mir auch zum Tor gratuliert", erzählte Hinterseer.

Dass das Spiel so hart umkämpft war, lag zum einen an den Bochumern, die "sehr kompakt standen und die Räume eng hielten", wie Sonny Kittel sagte. "In der zweiten Liga laufen keine Blinden rum."

HSV-Trainer Hecking kritisiert mangelndes Tempo in 1. Halbzeit

HSV-Trainer Dieter Hecking war vor allem mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden.
HSV-Trainer Dieter Hecking war vor allem mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Zum anderen lag es aber auch am HSV. "Die erste Halbzeit hat mir gar nicht gefallen", urteilte Trainer Dieter Hecking. "Wir hatten zu wenig Bewegung, zu wenig Tempo. Da müssen wir mehr Lösungen finden."

Gerade wenn mehr als 40.000 Zuschauer im Stadion seien, erwartet der 54-Jährige mehr von seinen Spielern.

In der zweiten Spielhälfte habe seine Mannschaft es hingegen besser gemacht. "Wir waren präsenter, hatten mehr Tempo", sagte Hecking. "Wir müssen dahin kommen, dass wir hier den Gegner so bespielen, dass er viel laufen muss und dann Fehler macht."

Dahin kam die Mannschaft beim Siegtreffer auch. Und am Ende jubelten die Zuschauer gemeinsam mit der Mannschaft nicht nur über den Sieg, sondern auch über die Tabellenführung.

"Die Ehrenrunde war schon cool. An die gute Stimmung kann man sich gewöhnen", beschrieb Gyamerah die Atmosphäre auf dem Platz.

Über die Tabellenführung hingegen wollte kaum jemand so richtig reden. "Die Tabelle nach drei Spieltagen interessiert keine Sau", urteilte Sieg-Torschütze Hinterseer.

Trainer Dieter Hecking beschrieb es am Ende des Tages einfacher. "Ich bin sehr zufrieden. Wir haben sieben Punkte und wieder zu Null gespielt."

Bevor der 54-Jährige aufstand und den Tag im Volksparkstadion beendete, gab er noch ein einziges Lob von sich: "Wir haben 1:0 gewonnen."

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