HSV sucht Wolf-Nachfolger für kommende Saison

Hamburg - Die Spatzen pfiffen es am Samstag eigentlich schon von den Dächern: Hannes Wolf wird nach dem 0:3-Heimdebakel gegen den damaligen Tabellen-Vorletzten FC Ingolstadt nicht länger Trainer beim Hamburger SV bleiben.

Noch stehen die HSV-Bosse hinter Trainer Hannes Wolf.
Noch stehen die HSV-Bosse hinter Trainer Hannes Wolf.  © DPA

Doch die HSV-Verantwortlichen um Sportvorstand Ralf Becker, Vorstandsboss Bernd Hoffmann und Sportdirektor Michael Mutzel sprachen sich einstimmig für eine Weiterbeschäftigung von Hannes Wolf als HSV-Trainer aus.

"Es gab keine Abstimmung, weil wir uns einig waren", erklärte Becker.

Die Entscheidung sei wohl aber auch aus Mangel an Alternativen gefallen, wie der Sportdirektor durchhören ließ.

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Wolfs Tage beim Hamburger SV scheinen dennoch gezählt zu sein. Spätestens zum Saisonende soll die Trennung vollzogen werden. "Die Entscheidung sei die beste, "was die jetzige Situation betrifft", sagte Becker, der eine Jobgarantie über die Saison hinaus vermied.

Der Trainer freute sich hingegen über das Vertrauen. "Es hat doch eigentlich keiner Bock darauf, dass hier alle sechs Monate ein anderer Trainer steht. Dann ist das eine Never-Ending-Story, das will doch keiner. Dann geht das immer so weiter, das ist auch ein Teil der Wahrheit", sagte Wolf.

Allerdings dürfte ihm nicht verblieben sein, dass bereits erste Namen als Nachfolger durch den Volkspark geistern.

Sportvorstand Ralf Becker soll bereits auf der Suche nach einem Nachfolger sein.
Sportvorstand Ralf Becker soll bereits auf der Suche nach einem Nachfolger sein.  © DPA

Dabei soll es sich um Achim Beierlorzer, Dieter Hecking und Bruno Labbadia handeln.

Beierlorzer ist derzeit Trainer von Liga-Konkurrent Jahn Regensburg und führte den Verein als Aufsteiger in der vergangenen Saison auf Platz fünf. Aktuell liegt er mit seiner Mannschaft auf Rang acht.

Gerüchten zufolge soll er sich bereits vor einem Jahr mit HSV-Boss Hoffmann getroffen haben. Einziges Problem: Sein Vertrag läuft noch bis 2022.

Kandidat Nummer zwei, Dieter Hecking, wäre im Sommer frei. Nach drei Jahren wird er Borussia Mönchengladbach verlassen und wäre auf dem Markt. Pluspunkt für den HSV: Heckings Sohn Aaron ist glühender Fan des Zweitligisten.

Wie Hecking ist ab Sommer auch Bruno Labbadia noch ohne Verein. Der HSV ist für den ehemaligen Bundesliga-Stürmer eine Herzensangelegenheit. Dabei schreckt den 53-Jährigen auch nicht ab, dass er bereits zweimal HSV-Trainer war und vorzeitig entlassen wurde. Für ihn spricht: Sein Wohnort ist immer noch Hamburg.

Ein Fünkchen Hoffnung lebt bei den Bossen allerdings noch, dass der Aufstieg gelingt und Hannes Wolf über die Saison hinaus Trainer bleibt. "Wir sind total überzeugt von ihm", sagte Becker. "Und Paderborn haben wir in dieser Saison schon zwei Mal geschlagen, zuletzt vor viereinhalb Wochen."

Das Spiel bei den Ostwestfalen dürfte wohl für Wolf und Becker die letzte Chance sein. Auch der Sportvorstand stünde bei einem Nicht-Aufstieg in der Schusslinie. Schließlich hat er den Trainerwechsel des erfolgreichen Christian Titz zu Wolf und den Kader zu verantworten.

Ein Scheitern Wolfs wäre daher auch ein Scheitern von Ralf Becker und würde ihm vermutlich ebenfalls den Job kosten.

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