HSV vor dem Neustart: Suche nach Verstärkungen geht weiter

Hamburg - Die Zeit der Ruhe ist vorbei! Nur vier Wochen nach dem verpassten Aufstieg stehen die Profis des Hamburger SV am Montag wieder auf der Matte.

Dieter Hecking führt den Hamburger SV als Trainer in die neue Saison.
Dieter Hecking führt den Hamburger SV als Trainer in die neue Saison.  © DPA

Auch wenn der Trainingsstart erst offiziell am Mittwoch (10 Uhr) ist, bittet Neu-Trainer Dieter Hecking seine Akteure zu zweitägigen Laktat- und Leistungstests.

Der 54-Jährige will schließlich wissen, wie fit seine Profis sind und bei wem muss er künftig die Zügel kräftiger anziehen.

Nach der verkorksten ersten Saison im Fußball-Unterhaus müssen sich die Hamburger neu orientieren.

Fünf Neuzugänge sind da: Lukas Hinterseer, Jan Gyamerah (beide VfL Bochum), David Kinsombi (Holstein Kiel), Jeremy Dudziak (FC St. Pauli) und Torhüter Daniel Heuer Fernandes (SV Darmstadt 98).

Die verliehenen Bobby Wood und Matti Steinmann sind zurück, könnten sich aber bald wieder verabschieden.

Doch das soll noch nicht alles sein: "Wir haben sehr deutliche Vorstellungen, wer von außen hinzukommen soll", sagt der neue Sportvorstand Jonas Boldt.

Sportvorstand Jonas Boldt
Sportvorstand Jonas Boldt  © DPA

Dafür benötigt der 37 Jahre alte Ex-Leverkusener jedoch Zeit. Bis Ende August will er den Plan "bestmöglich umsetzen". Dann steht die 2. Liga allerdings schon vier Wochen im Spielbetrieb.

Als neuen Führungsspieler würden die HSV-Verantwortlichen gern Marvin Bakalorz von Hannover 96 verpflichten. Der Vertrag des 29 Jahre alten Mittelfeld-Profis bei den Niedersachsen läuft in zwei Wochen aus.

Zudem gibt es Gerüchte um den Bremer und gebürtigen Hamburger Martin Harnik. Die Chancen auf einen Wechsel sind allerdings gering. Sonny Kittel vom Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt soll verschiedenen laut Medienberichten ebenfalls im Gespräch sein.

Auf einige namhafte Akteure verzichten die Hamburger in der kommenden Saison: Pierre-Michel Lasogga und Lewis Holtby sind weg. Das betrifft auch Mittelfeld-Motor Orel Mangala, Abwehrspieler Leo Lacroix und Offensiv-Akteur Hee-Chan Hwang.

Wer zudem den Verein verlassen wird, steht noch nicht fest. Zunächst will der HSV "die Spieler im bestehenden Kader finden, die bereit sind, den HSV-Weg mitzugehen".

HSV-Präsident Marcell Jansen sieht den HSV nicht als Favorit auf den Aufstieg.
HSV-Präsident Marcell Jansen sieht den HSV nicht als Favorit auf den Aufstieg.  © DPA

Eine Aufstiegs-Pflicht aus wirtschaftlichen Gründen gebe es nicht, sagt Vereinspräsident Marcell Jansen.

Dennoch kann er nicht umhin, den Aufstieg als Ziel zu nennen. Dabei müssen sich die Norddeutschen in erster Linie mit den Bundesliga-Absteigern VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg und Hannover 96 herumschlagen.

"Wir sind mit Sicherheit nicht der Favorit der 2. Liga", meint Jansen und will so den Druck von den Profis nehmen. In der vergangenen Saison waren die Hamburger unter der Aufstiegs-Last zusammengebrochen.

Die Hamburger wollen weg von ihrem Image der Ewig-Gestrigen mit dem Ruf: "Große Klappe, nix dahinter". Noch vor dem ersten Spieltag soll die legendäre Stadionuhr abgebaut werden.

Zudem wird die Hymne "Hamburg, meine Perle" von Sänger Lotto King Karl wohl nicht mehr im Stadion erklingen. Sie beschäftigt sich mit Gegnern aus alten Bundesliga-Spielzeiten und hat mit der aktuellen Situation des einstigen Europapokalsieger nichts mehr zu tun.

Die neue Bescheidenheit hat aber Grenzen: Statt des von den beurlaubten Verantwortungsträgern Ralf Becker und Hannes Wolf geplanten Trainingslagers im nahen Rotenburg/Wümme geht es jetzt vom 8. bis zum 14. Juli ins Fünf-Sterne-Hotel Kempinski nach Kitzbühel.

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