Aufstieg verpasst! HSV versagt in den entscheidenden Momenten

Hamburg - Seit Sonntag ist es amtlich: Der Hamburger SV spielt ein weiteres Jahr in der zweiten Fußball-Bundesliga. Wie es beim HSV weitergeht, ist aber noch unklar.

Pierre-Michel Lasogga (rechts) und Manuel Wintzheimer verließen mit gesenkten Köpfen den Platz.
Pierre-Michel Lasogga (rechts) und Manuel Wintzheimer verließen mit gesenkten Köpfen den Platz.  © DPA

Nach der herben 1:4-Packung im entscheidenden Spiel beim SC Paderborn herrschte tiefe Trauer beim hochgehandelten Hamburger SV. "Das Spiel war ein Spiegelbild der letzten Wochen", sagte Trainer Hannes Wolf.

Verantwortliche und Spieler hätten zwar gegen die Entwicklung gekämpft, doch es habe nicht gereicht. "Das sind bittere Tage, die wir erstmal verdauen müssen."

Die Worte ähnelten denen der Vorwoche, als der HSV gegen den damaligen Tabellen-Vorletzten FC Ingolstadt mit 0:3 zuhause unterging. Schon damals stand Wolf in der Kritik, doch zur großen Überraschung hielt der Verein samt Sportdirektor Ralf Becker an ihm fest.

Nach der Pleite in Paderborn wich er der Trainerfrage allerdings erneut aus. "Es geht darum, in Ruhe Entscheidungen zu treffen, die für uns alle die größte Wahrscheinlichkeit haben, dass wir nächstes Jahr aufsteigen", erklärte Becker.

In allererster Linie sei dafür eine Analyse wichtig, die aufzeigt, was in dieser Saison gefehlt habe. "Diese Dinge müssen wir knallhart angehen. Nächstes Jahr müssen wir uns über das Jahr anders präsentieren." Gerade mit einer katastrophalen Rückrunde hat sich der HSV aller Aufstiegschancen beraubt.

Die Enttäuschung nach der Niederlage und dem verpassten Aufstieg war auch Trainer Hannes Wolf anzusehen.
Die Enttäuschung nach der Niederlage und dem verpassten Aufstieg war auch Trainer Hannes Wolf anzusehen.  © DPA

"Ich muss aufpassen, was ich sage. Manche Dinge sollte ich wohl lieber intern ansprechen", sagte Kapitän Aaron Hunt. "Wir sind auch völlig verdient nicht aufgestiegen. Wenn man in so einem entscheidenden Spiel so spielt wie wir, dann hat man es auch nicht verdient, aufzusteigen. In den entscheidenden Spielen haben wir uns mehr verpisst als gestellt."

Dabei mangelt es den Hamburgern nicht an fußballerischer Qualität, die Spieler haben viel mehr ein Kopfproblem. "Es hat etwas damit zu tun, mutig zu sein und in Drucksituationen klar im Kopf zu bleiben, das haben wir nicht geschafft", urteile Hunt.

Vor allem die Leichtigkeit, mit der der Gegner zu Toren kommt, sei ein Grund für das schlechte Abschneiden des HSV in den vergangenen Partien gewesen. "Wenn man jedes Mal den Gegner zum Toreschießen einlädt, kann man nirgendwo auf der Welt ein Fußballspiel gewinnen", beklagte der 32-Jährige.

Dabei ging Hunt sogar noch härter mit seiner Mannschaft ins Gericht: "Wir haben jedes Mal versagt, auch heute. Ich habe nicht gesehen, dass wir uns gewehrt haben. Klar ist die Mannschaft jung, aber jeder will aufsteigen."

Mit diesem Ziel muss der Hamburger SV nun noch ein weiteres Jahr warten. Auch in der kommenden Saison heißen die Gegner wieder Jahn Regensburg oder Erzgebirge Aue, statt Bayern München oder Borussia Dortmund.

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