Aus der Traum! HSV verpasst gegen abgeklärtes Leipzig das Pokalfinale

Hamburg - Das hat nicht ganz gereicht. Trotz einer guten Leistung hat der Hamburger SV das DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig mit 1:3 (1:1) verloren. Dabei kämpften sich die Norddeutschen nach einem frühen Rückstand zurück in die Partie.

Gideon Jung kann von Kevin Kampl nur durch ein Foul gestoppt werden.
Gideon Jung kann von Kevin Kampl nur durch ein Foul gestoppt werden.  © DPA

Bakery Jatta glich in der 24. Minute die frühe RB-Führung durch Yussuf Poulsen (12.) aus. In der zweiten Hälfte sorgten ein Eigentor von Vasijile Janjicic und ein Treffer von Emil Forsberg für den Leipziger Finaleinzug.

HSV-Trainer Hannes Wolf nahm im Vergleich zum mageren 1:1 gegen Erzgebirge Aue (TAG24 berichtete) drei Veränderungen vor. Josha Vagnoman, Gideon Jung und Pierre-Michel Lasogga rückten in die Startelf, Manuel Wintzheimer und Gotuko Sakai nahmen auf der Bank Platz. Berkay Özcan stand hingegen gar nicht im Kader.

Der Gastgeber aus Hamburg begann vielversprechend und versuchte in der Offensive gleich einmal Akzente zu setzen. Doch nach wenigen Minuten stellten sie die Bemühungen ein und RB Leipzig übernahm die Kontrolle.

Und es dauerte nur bis zur zwölften Minuten, bis die Gäste zuschlugen. Nach einer Ecke von Marcel Halstenberg köpfte Yussuf Poulsen zur Leipziger Führung ein.

Im Anschluss hatten die Sachsen zahlreiche Chancen die Führung auszubauen. Die größte Möglichkeit bot sich in der 16. Minute. Erst traf Poulsen den Pfosten, anschließend klärte HSV-Keeper Julian Pollersbeck einen Werner-Schuss, ehe Marcel Sabitzer den parallel zur Linie kullernden Ball aus wenigen Zentimetern den Ball gegen den Pfosten schoss.

Man merkte den Hamburgern zu diesem Zeitpunkt an, dass das Tempo der Leipziger ein anderes war, als sie es aus der zweiten Liga gewohnt waren.

Die Gäste hatten nun die Kontrolle über das Spiel und wurden in einigen Situationen leichtsinnig.

HSV nutzt RB-Nachlässigkeit

Der HSV jubelt über den Ausgleich von Bakery Jatta (rechts).
Der HSV jubelt über den Ausgleich von Bakery Jatta (rechts).  © DPA

Eine von ihnen nutzte Bakery Jatta zum viel umjubelten Ausgleich für die Hamburger. Der Außenspieler setzte energisch gegen Kampl nach, gewann den Ball und sah, dass RB-Torwart Peter Gulasci zu weit vor seinem Kasten stand. Jatta's Schuss konnte der Ungar nicht mehr entscheidend ablenken und plötzlich stand es 1:1. Das Volksparkstadion kochte.

Beiden Mannschaften boten sich zur Halbzeit nur noch wenige Chancen. Die Größte hatte HSV-Spieler Khaled Narey in der 42. Minute auf dem Fuß. Nach feinem Pass von Douglas Santos stand er frei vor Gulasci, doch sein Schuss ging einen guten Meter am Tor vorbei.

So blieb es am Ende der ersten 45 Minuten beim 1:1-Unentschieden. Der HSV kämpfte sich nach einer kleinen Schwächephase zurück in die Partie und verdiente sich zur Halbzeit das Ergebnis. Das honorierten auch die Zuschauer und verabschiedeten ihren HSV mit Applaus in die Kabine.

Der Zweitligist startete wieder mit Schwung in die zweite Spielhälfte und wurde wieder bestraft. Nach einer Kampl-Flanke legte Poulsen quer, doch statt eines RB-Spielers kam Janjicic an den Ball und beförderte ihn unglücklich über die Linie - Eigentor!

In der 68. Minute zog HSV-Trainer Wolf seinen ersten Joker. Für Vagnoman brachte er Hee-chan Hwang in die Partie.

RB-Fans stimmen Berlin-Song an

Khaled Narey liegt enttäuscht auf dem Feld.
Khaled Narey liegt enttäuscht auf dem Feld.  © DPA

Nur eine Minute hätte die Vorentscheidung für die Leipziger fallen können. Klostermann setzte sich auf rechts stark gegen Jatta los, in der Mitte drosch Emil Forsberg den Ball aus elf Metern gegen die Latte. Glück für den HSV!

Doch nur zwei Minuten später zielte der Schwede genauer. Aus 17 Metern zog er trocken ins kurze Eck ab und erhöhte auf 1:3 aus Hamburger Sicht.

Die mitgereisten RB-Fans stimmten schon den bekannten "Wir fahren nach Berlin"-Song an.

In der Folge nahmen die Leipziger das Tempo aus der Partie und überließen den Hamburgern das Feld.

Eine richtige Chance auf den Anschlusstreffer erspielte sich der HSV allerdings nicht.

So blieb es am Ende bei der 1:3-Niederlage gegen ein abgeklärtes RB Leipzig.

Der Traum vom Pokalfinale war dahin. Die Fans feierten ihre Mannschaft trotzdem. Der Zweitligist hielt mit seinen Mitteln gut dagegen und verpasste die Sensation am Ende dennoch verdient.

Nun kann sich der HSV auf den Aufstieg in das Fußball-Oberhaus konzentrieren. Und vielleicht treffen sich beide Mannschaften nächste Saison dann wieder.

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