Zwei deutliche Niederlagen für St. Pauli: Kauczinski zieht die Zügel an

Hamburg - Von wegen Wiedergutmachung! Nach der deftigen 0:4-Derbypackung gegen den HSV schlitterte der FC St. Pauli beim SV Sandhausen zum nächsten Debakel.

Trainer Markus Kauczinski kann seine Enttäuschung nicht verbergen.
Trainer Markus Kauczinski kann seine Enttäuschung nicht verbergen.  © DPA

Das Ergebnis war dasselbe. Mit 0:4 gingen die Kiezkicker beim Abstiegskandidaten unter. Die Aufstiegsambitionen sind dahin, auch wenn die Kontrahenten ihre Aufgaben ebenfalls nicht besser erledigten.

Der Hamburger SV verlor gegen den SV Darmstadt, Union Berlin unterlag dem 1. FC Heidenheim.

Der FC St. Pauli verpasste die große Chance noch einmal an die Top 3 heranzukommen. Stattdessen gab es binnen sechs Tagen die zweite Tracht Prügel.

Für die Fans war das nach dem Spiel zu viel. Sie verschafften ihrem Ärger Luft. Einige mit Worten, einige aber auch mit Bierbechern!

"Wenn man so spielt, muss man sich nicht wundern, wenn man auch das eine oder andere schlimme Wort zu hören kriegt", sagte Marvin Knoll nach der Partie der Mopo.

Spieler und Verantwortliche stellten sich dem Dialog mit den Fans. "Dass die Anhänger enttäuscht sind, ist doch völlig normal, wenn du zweimal hintereinander 4:0 verlierst", erklärte Sportchef Uwe Stöver. Vom Großteil der mitgereisten Anhänger habe die Mannschaft aber Unterstützung erhalten.

Mit gesenkten Köpfen gingen Trainer und Spieler nach der Pleite vom Platz.
Mit gesenkten Köpfen gingen Trainer und Spieler nach der Pleite vom Platz.  © DPA

Dieser ist sich bis auf Weiteres auch Trainer Markus Kauczinski gewiss. Trotz der beiden miserablen Spiele steht seine Person nicht zur Diskussion. Stöver erstickte Kritik sofort im Keim.

Die Verantwortlichen haben dank der Länderspielpause nun zwei Wochen Zeit das Geschehene aufzuarbeiten. Trainer Kauczinski zog zumindest schon einmal die Zügel an.

Ein geplanter Mannschaftsabend wurde gestrichen, nach dem Testspiel am Mittwoch gegen den dänischen Club Velje BK lässt der Coach seine Spieler am Freitag zum Training erscheinen. "Uns braucht keiner bemitleiden. Wir suchen die Schuld bei uns", versicherte Kauczinski im Abendblatt.

Der 49-Jährige nimmt seine Spieler künftig mehr in die Pflicht. Er fordert Reibereien innerhalb der Mannschaft. "Man kann gut befreundet sein, aber man muss sich Dinge ins Gesicht sagen können. Da haben wir Potenzial für mehr", sagte Kauczinski.

Nach der zweiwöchigen Pause kann die Mannschaft gegen den MSV Duisburg zeigen, wie sehr sie sich ausgesprochen hat. Ein weiteres Debakel gegen einen Abstiegskandidaten kann sich der FC St. Pauli nicht erlauben. Dann wird auch die Luft für den Trainer trotz aktuellem Treuebekenntnis dünner.

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