Leader Knoll knöpft sich seine St. Pauli-Versager vor

Hamburg - In der Winterpause lag der FC St. Pauli noch auf dem Relegationsplatz drei und träumte vom Aufstieg in die erste Liga. Es dauerte aber nicht lange, bis Ernüchterung am Millerntor einkehrte.

Marvin Knoll kann die Leistung der vergangenen Spiele kaum glauben.
Marvin Knoll kann die Leistung der vergangenen Spiele kaum glauben.  © DPA

In der Rückrunde stehen die Kiezkicker mit nur 14 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Der Aufstiegsaspirant spielt seit der Winterpause wie ein Absteiger.

Aus den vergangenen sechs Spielen holte der FC St. Pauli nur zwei Zähler, stürzte auf Platz acht ab. Dazu folgte der Trainerwechsel von Markus Kauczinski zu Jos Luhukay.

Nun geht es am Samstag (13 Uhr) gegen Jahn Regensburg, dem Ex-Verein von Marvin Knoll. "Sie sind auch noch an uns vorbeigeszogen", sagt der Mittelfeldspieler der Bild.

Die jüngsten Leistungen führen bei dem 28-Jährigen zu Unverständnis. "Wir haben gute Charaktere im Team. Auch dem neuen Trainer Jos Luhukay ist nichts vorzuwerfen", erklärt der Kämpfer mit dem Bart.

Seit der Ankunft habe der neue Trainer viele Einzel- und Gruppengespräche geführt. "Wir spielen viel mit dem Ball, haben hohes Tempo. Wenn man uns trainieren sieht, passt das überhaupt nicht zu unserer Leistung im Spiel", sagt Knoll. Ein wenig wirkt er ratlos.

Der Mittelfeldspieler geht in den Zweikämpfen dahin, wo es wehtut. Im Derby bekam dies HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga zu spüren.
Der Mittelfeldspieler geht in den Zweikämpfen dahin, wo es wehtut. Im Derby bekam dies HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga zu spüren.  © DPA

Der Traum von Aufstieg ist nun passé. "Verlieren nervt, es geht mir auf den Keks, dann auch noch solche Klatschen zu kassieren wie zuletzt beim 0:3 in Heidenheim", verschafft Knoll seinem Ärger Luft.

Gründe für die jüngste Entwicklung sieht er vor allem in der Mannschaft. "Wir waren mal elf Kämpfer auf dem Kämpfer auf dem Platz - mittlerweile ist es ruhiger geworden. In Heidenheim waren wir kein Team", wirft er seinen Mitspielern vor. Die Aussage sitzt.

Für die Leistung bei der 0:3-Packung gab es zudem eine Kopfwäsche von Interims-Sportdirektor Andreas Rettig. "Andreas Rettig hat eine harte Ansage gemacht. Keiner möge sich auf seinem Vertrag ausruhen. Man soll wenigstens alles geben", verrät Knoll.

"Nach dem 1:1 gegen Bielefeld lobte er noch, wir hätten den Charaktertest bestanden. Dann lassen wir ihn in Heidenheim aber wie einen Hampelmann dastehen", kritisiert der 28-Jährige die Leistung des Teams.

Jetzt gilt es am Samstag gegen Regensburg den Bock umzustoßen. "Ich habe drei Jahre in Regensburg gespielt, mag den Klub und die Fans. Trotzdem will ich am Ende vor dem Jahn landen. Das wird eine schöne Herausforderung. Nicht immer nur sagen - wir wollen endlich auch mal machen", fordert der Mittelfeldspieler.

Und mit der richtigen Einstellung und vielleicht auch etwas Glück, werden Marvin Knoll und der FC St. Pauli endlich das "Scheiß-Gefühl" wieder los.

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