13 Verträge laufen aus: So geht es bei St. Pauli weiter

Hamburg - Die Planungen für die neue Saison laufen schon. Doch auf St. Paulis Sportchef Uwe Stöver wartet eine Menge Arbeit. Gleich 13 Spielerverträge enden im Sommer.

Torwart Robin Himmelmann lässt die gegnerischen Stürmer regelmäßig verzweifeln.
Torwart Robin Himmelmann lässt die gegnerischen Stürmer regelmäßig verzweifeln.  © DPA

"Sie wissen schon Bescheid, wie es weitergehen soll", erklärte der 51-Jährige bereits im November, als er den Vertrag von Trainer Markus Kauczinski verlängerte.

Der Verein habe ein großes Interesse daran, den Kern der Mannschaft zu halten, bekräftigte auch der Coach. "Wir wollen nicht nur finanzielle, sondern auch sportliche Argumente für eine Verlängerung liefern", sagte.

Und die sehen ganz gut aus. Der FC St. Pauli belegt derzeit den Relegationsrang drei in der zweiten Liga und hat gute Chancen ein Wörtchen um den Aufstieg mitzureden.

TAG24 spielt das Orakel und munkelt, welcher Spieler den Weg der Kiezkicker weitergehen könnte.

Robin Himmelmann

Alles andere als eine Vertragsverlängerung würde verwundern. Seit der Rückrunde 2014/15 hat sich der Torwart als Stammkraft etabliert. Seit dem absolvierte der 29-Jährige 122-Zweitliga-Partien für St. Pauli.

Sowohl der Verein als auch er wollen verlängern. Doch aktuell beschäftigen Himmelmann nur die 16 noch auszustehenden Spiele. "Ich habe eine gewisse Zeitspanne, um mich zu entscheiden", sagte er.

Aber die Tendenz ist klar. "Wenn ich mich unbedingt verändern wollte, hätte ich dem Verein schon signalisiert, dass er sich um mich keine Mühe machen muss“, sagte Himmelmann.

Davon geht auch Stöver aus. „Robin Himmelmann hat in den vergangenen eineinhalb Jahren noch einmal eine positive Entwicklung genommen. Wir haben ihm ein Angebot vorgelegt und befinden uns mit ihm und seinem Berater in einem intensiven Austausch über eine mittelfristige Vertragsverlängerung“, sagte St. Paulis Sportchef Mitte Januar.

Abwehrspieler Christopher Avevor (links) lässt sich nur selten aus dem Gleichgewicht bringen.
Abwehrspieler Christopher Avevor (links) lässt sich nur selten aus dem Gleichgewicht bringen.  © DPA

Korbinian Müller

Ganz anders sieht die Situation bei Torhüter Nummer drei aus. Der 27-Jährige kam im Sommer kurz vor Ende der Transferperiode von Drittligist Unterhaching. Mehr als die Zuschauerrolle blieb ihm bisher nicht.

Hinter Himmelmann und Svend Brodersen ist er die klare Nummer drei. In dieser Saison kam er lediglich auf sechs Einsätze für die Reserve in der Regionalliga Nord.

Die Zeichen stehen hier ganz klar auf Trennung.

Christopher Avevor

Der Innenverteidiger gilt unter Trainer Kauczinski als gesetzt. Der 26-Jährige absolvierte 15 Partien in dieser Saison, lediglich eine Verletzung bremste ihn am Anfang der Saison aus. Mit Philipp Ziereis bildete er ein verlässliches Duo, das nun durch die Verletzung seines Partners auseinander gerissen wird.

Avevor ist in einem Alter, wo er entscheiden muss, ob er den Weg mit St. Pauli weitergehen will oder den Sprung nach oben schaffen will. Dem Verein wird mehr daran gelegen sein, mit ihm zu verlängern, als das er ihn gehen lässt.

Philipp Ziereis

Mit starken Leistungen hatte sich der Innenverteidiger vor der Winterpause in den Fokus anderer Vereine gespielt. Sogar dem FC Liverpool wurde ein Interesse an Ziereis nachgesagt. Der 25-Jährige sprach offen vom Ziel Bundesliga.

Doch dann kam der Kreuzband- und Meniskusriss in der Vorbereitung auf die restlichen 16 Saisonpartien. Durch die schwere Verletzung und lange Zwangspause dürfte das Interesse anderer Vereine abnehmen, obwohl Ziereis ablösefrei wäre.

Das erhöht die Chancen für St. Pauli auf eine Vertragsverlängerung, die dem Innenverteidiger bereits seit Monaten vorliegen soll.

Außenverteidiger Daniel Buballa setzt auf der linken Seite auch in der Offensive Akzente.
Außenverteidiger Daniel Buballa setzt auf der linken Seite auch in der Offensive Akzente.  © DPA

Brian Koglin

Der 22-Jährige kommt ausschließlich in der Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz. Dort gehört er zum Stammpersonal. Entscheidend für einen neuen Vertrag dürfte sein, ob ihm die Verantwortlichen den Sprung in die Profimannschaft zutrauen oder nicht. Ergebnis offen.

Daniel Buballa

Ein erstes Vertragsangebot hat der 28-Jährige im November abgelehnt. "Es hat noch nicht zu hundert Prozent gepasst", erklärte Buballa. Spieler und Verein verständigten sich auf Gespräche im Januar.

Eine Unterschrift unter einem neuen Vertrag dürfte aber noch eine Frage der Zeit sein: "Ich fühle mich sehr wohl. Sportlich passt es auch super, was immer die Hauptvoraussetzung ist."

Sportlich läuft es für den Linksverteidiger bei den Kiezkickern hervorragend. Er hat sich zu einer festen Größe entwickelt, verpasste die letzten Spiele vor Weihnachten nur aufgrund einer Verletzung.

Luca Zander

Der Rechtsverteidiger ist ein Ausnahmefall. Zander ist bis zum Sommer von Werder Bremen ausgeliehen. Nach einer Verletzung Mitte der Hinrunde kämpfte er sich in die Startelf zurück und dürfte auch zum Auftakt gegen Darmstadt die Nase vorn haben.

Wenn es die Möglichkeit gibt, Zander erneut auszuleihen oder ihn fest zu verpflichten wären die Verantwortlichen sicher nicht abgeneigt.

Mit seiner Ruhe ist Jeremy Dudziak (rechts) nur schwer vom Ball zu trennen.
Mit seiner Ruhe ist Jeremy Dudziak (rechts) nur schwer vom Ball zu trennen.  © DPA

Jeremy Dudziak

Der Allrounder hat sich in der Hinrunde vom Außenverteidiger zum zentralen Mittelfeldspieler gemausert. Seine stärksten Partien lieferte Dudziak im Mittelfeld ab.

Mit seiner Flexibilität hat er sich unverzichtbar gemacht. Das ist auch anderen Vereinen aufgefallen. So nahm ihn der englische Zweitligist Birmingham City genauer unter die Lupe.

Sportchef Stöver und Trainer Kauczinski dürften aber an einer Vertragsverlängerung interessiert sein. Knüpfen die Kiezkicker an ihre gute Hinrunde an, hat der Verein genug Argumente Dudziak zu halten.

Richard Neudecker

Der zentrale Mittelfeldspieler gehörte bis zu seiner Verletzung zum Stammpersonal der Hinrunde. Seine Leistungen ließen andere Vereine aufhorchen. So klopfte der 1. FC Köln bereits im November vergangenen Jahres an die Tür.

Zudem steht Neudecker wohl auch beim VfB Stuttgart, dem VfL Wolfsburg und dem niederländischen Topclub PSV Eindhoven im Notizbuch.

Wie Dudziak ist der 22-Jährige flexibel einsetzbar und überzeugte in dieser Saison auf der Flügelposition.

Die Personalie Neudecker könnte sich zu einer Hängepartie entwickeln. Bleibt er verletzungsfrei wird er in der kommenden Saison wohl in der ersten Liga spielen. Die Frage ist nur: in Hamburg oder woanders?

Ryo Miyaichi

Nach dem die Saison für den Japaner in der Reserve-Mannschaft begann, endete die Hinrunde mit vier Startelf-Einsätzen für die Profis. Dabei überzeugte Miyaichi vor allem mit Tempo und einem Treffer gegen Fürth.

Geht die Entwicklung des 26-Jährigen so weiter und bekommt er Kontinuität in seiner Leistungen, wird er unverzichtbar. Eine Vertragsverlängerung dürfte für beide Seiten sinnvoll sein.

Angreifer Sami Allagui (Mitte) zieht meist mehrere Gegenspieler auf sich.
Angreifer Sami Allagui (Mitte) zieht meist mehrere Gegenspieler auf sich.  © DPA

Jan-Marc Schneider

Der Angreifer wechselt stetig zwischen Regionalliga und zweiter Liga. Sein Torriecher und eiserner Wille macht ihn allerdings zu einem wichtigen Bestandteil, auf den die Verantwortlichen nicht verzichten wollen.

Mehr als die Jokerrolle wird ihm in der Rückrunde nicht bleiben. Fraglich bleibt, ob sich der 24-Jährige über die Saison hinaus damit zufrieden geben wird oder doch den Sprung und einen Stammplatz in der dritten Liga sucht.

Sami Allagui

Klarer Stammspieler unter Trainer Kauczinski. Mit seinen 31 Jahren und seiner Bundesliga-Erfahrung hilft er der Mannschaft in der Offensive weiter. Erst jüngst sprach er darüber, wie groß der Reiz der ersten Liga sei.

Für Vereine im Oberhaus dürfte er aufgrund seines Alters nicht mehr interessant sein. Bei St. Pauli ist er ein wichtiger Baustein, auch für die Zukunft. Der Verein wird den Vertrag mit dem Deutsch-Tunesier verlängern.

Alex Meier

Der "Fußball-Gott" kam erst im Winter und bekam einen Vertrag bis zum Saisonende. Vieles wird davon abhängen, wie schnell er fit und die erhoffte Verstärkung darstellen wird.

Eine weitere Saison im Dress der Kiezkicker ist durchaus denkbar, vor allem, wenn er St. Pauli in die erste Liga schießt.

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