Viertelfinale! Neuzugang Özcan schießt den HSV ins Glück

Hamburg - Der Hamburger SV steht im DFB-Pokal-Viertelfinale. Gegen den 1. FC Nürnberg gewannen die Norddeutschen durch ein Tor von Berkay Özcan mit 1:0.

Bakery Jatta (rechts) und Kevin Goden lieferten sich zahlreiche Zweikämpfe.
Bakery Jatta (rechts) und Kevin Goden lieferten sich zahlreiche Zweikämpfe.  © DPA

Nach dem ersten Tiefschlag nach der Winterpause in Bielefeld veränderte HSV-Trainer Hannes Wolf seine Elf auf drei Positionen. Statt Gideon Jung, Tatsuya Ito und Josha Vagnoman begannen Winterneuzugang Berkay Özcan, Fiete Arp und David Bates.

Auf Nürnberger Seite nahm Trainer Michael Köllner vier Umstellungen vor. Statt Georg Margreitter (muskuläre Probleme), Tim Leibold (leichte Gehirnerschütterung), Virgil Misidjan (Bank) und Adam Zrelak beginnen Lukas Mühl, Kevin Goden, Sebastian Kerk und Mikael Ishak.

Zu Beginn entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Die Gäste aus Franken versuchten nach sechs Niederlagen in Serie Sicherheit in ihre Aktionen bekommen. Der HSV hielt mit spielerischen Mitteln dagegen.

Ging aber auch rustikal zu Werke. Orel Mangala bekam nach einem Foul bereits in der zwölften Spielminute die gelbe Karte. Das Spiel verlief bis dahin ohne nennenswerte Offensivaktionen.

Bis zur 15. Minute. Arp wurde auf dem Weg in den 16-Meter-Rau von Enrico Valentini gestoppt - Freistoß. Douglas Santos schnappte sich den Ball rund 20 Meter vor dem Nürnberger Gehäuse, doch sein Schuss ging einen guten Meter am Tor von Christian Mathenia, der zwei Jahre lang das Tor der Hamburger hütete, vorbei.

Fiete Arp hing im Angriff in der Luft. Gegen die Nürnberger Abwehr kam er in der ersten Halbzeit nicht zum Zuge.
Fiete Arp hing im Angriff in der Luft. Gegen die Nürnberger Abwehr kam er in der ersten Halbzeit nicht zum Zuge.  © DPA

Gefährlich wurde es drei Minuten später nach einer Ecke. Kapitän Lewis Holtby bekam den Befreiungsschlag vor die Füße und zog aus 16 Metern ab. Doch Mathenia hatte mit diesem Schüßchen keine Probleme.

Der HSV bekam nun die Oberhand über die Partie, zwingende Aktionen blieben jedoch Mangelware und so plätscherte die Partie bei fünf Grad Außentemperatur weiter vor sich hin.

Es dauerte bis zur 28. Minute, als endlich so etwas wie ein Torschuss im Volksparkstadion zu Stande kam. Nach einem Foul an Douglas Santos schoss HSV-Neuzugang Özcan den Ball von der Strafraumlinie den Ball genau in die Arme von Club-Torwart Mathenia.

Chancen blieben weiterhin Mangelware. Beim HSV hing Arp komplett in der Luft, das Fehlen von Top-Stürmer Pierre-Michel Lasogga machte sich deutlich bemerkbar. Und den Nürnbergern fehlte schlichtweg das Können die Hamburger in Gefahr zu bringen.

Der HSV kam vor der Pause noch einmal gefährlich vor das Gäste-Tor. Holtby setzte Bakery Jatta mit einem Diagonal-Ball ein, doch der Außenstürmer traf den Ball nicht und die Chance verpuffte.

Club-Trainer Köllner reagierte auf das Spiel seiner Mannschaft bereits vor der Pause. Der gelbverwarnte Valentini verließ den Platz, Eduard Löwen kam in die Partie.

Berkay Özcan (rechts) und Lewis Holtby bejubeln den Hamburger Führungstreffer.
Berkay Özcan (rechts) und Lewis Holtby bejubeln den Hamburger Führungstreffer.  © DPA

Nach 46 Minuten erlöste Schiedsrichter Harm Osmers die Spieler und Zuschauer von der schwachen Partie. Bis dahin hätte keines der beiden Teams den Einzug ins Viertelfinale verdient!

In der Halbzeit musste HSV-Trainer Wolf verletzungsbedingt wechseln. Für Mangala kam Vasilje Janjicic in die Mannschaft.

Die zweite Hälfte knüpfte an das Ende der ersten Halbzeit an. Unzulänglichkeiten bestimmten die Partie, Frust machte sichmehr und mehr auf dem Platz bei den Spielern und auf der Tribüne bei den Fans breit.

Bis zur 54. Minute, da kochte das Volksparkstadion. Nach einem schwachen Pass von Jatta in den Rückraum der Nürnberger Abwehr kam plötzlich Özcan an den Ball und schob die Pille überlegt ins linke Eck. Der HSV ging mit 1:0 in Führung. Die Franken waren nun gezwungen mehr für die Offensive zu tun.

Doch mit dem Tor im Rücken wurden der Zweitliga-Tabellenführer aus dem Norden immer stärker. Club-Torwart Mathenia bewahrte seine Mannschaft seine Mannschaft nur zwei Minuten später vor einem erneuten Gegentreffer. Einen Schuss von Holtby wehrte er zur Seite ab, in den Nachschuss von Jatta warf sich ein Nürnberger Abwehrspieler.

Douglas Santos (links) und Nürnberg-Kapitän Hanno Behrens kämpfen um den Ball.
Douglas Santos (links) und Nürnberg-Kapitän Hanno Behrens kämpfen um den Ball.  © DPA

Die Hausherren drängten nun auf die Vorentscheidung. Von den Franken kam hingegen gar nichts. Nicht verwunderlich, warum sie auf einem Abstiegsplatz in der ersten Liga stehen.

Wie schon in Hälfte eins blieben Chancen Mangelware. Holtby's Schuss aus 20 Metern in der 66. Minute, der deutlich neben das Tor ging, war schon ein Höhepunkt in einer weiterhin schwachen Partie.

In der 70. Spielminute nahm HSV-Trainer Wolf den Torschützen runter. Für Özcan agierte fortan Ito in der Offensive.

Die Hamburger brachten sich einige Male selbst in Gefahr, doch die schwachen Nürnberger konnten die Steilvorlagen der Norddeutschen nicht nutzen.

In der 77. Minute zeigten die Gäste das erste Mal, dass auch die Fußball spielen können. Über mehrere Stationen kamen sie in den Strafraum der Hamburger, doch die Flanke von Kerk konnte der HSV abwehren.

Die Hausherren wurden in der Folge etwas nachlässig, die Franken blieben jedoch zu harmlos, um dem Zweitligisten noch einmal gefährlich zu werden.

Die Nürnberger kamen gegen die gut gestaffelte HSV nicht zum Abschluss. In der Nachspielzeit verpasste der HSV durch Khaled Narey die Entscheidung. Sein Schuss am fast leeren Tor ging knapp daneben.

Und so spielten die Hamburger ihren Stiefel bis zum Abpfiff runter. Von zwei an diesem Tag schwachen Mannschaften gewann die etwas bessere und aktivere Elf.

Nach dem Abpfiff feierte das Volksparkstadion zurecht seine Mannschaft.

Der klamme HSV darf sich nun über weitere Einnahmen in Millionen-Höhe und ein weiteres Highlight-Spiel freuen, während sich die Nürnberger voll und ganz auf den Abstiegskampf in der Budesliga konzentrieren können.

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