Ticketwucher beim HSV? Nur die Bayern sind teurer

Hamburg - Fußballerisch ist der Hamburger SV nur zweitklassig, bei den Ticketpreisen gehört er jedoch zur europäischen Spitze.

Die Fans des Hamburger SV halten ihre Schals in die Höhe.
Die Fans des Hamburger SV halten ihre Schals in die Höhe.  © DPA

Das geht aus dem aktuellen Finanzreport der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hervor.

Der Eintritt für ein Heimspiel des Hamburger SV im Volksparkstadion kostete im Jahr 2017 im Schnitt 44,90 Euro.

Europaweit bedeutete das Rang 14, in Deutschland sogar Rang zwei. Nur Rekordmeister Bayern München war mit 72,30 Euro noch teurer. Auf Platz drei liegt Eintracht Frankfurt mit einem durchschnittlichen Eintrittspreis von 43,70 Euro.

An der internationalen Spitze liegt der französische Spitzenclub Paris St. Germain mit 86,90 Euro, gefolgt vom FC Chelsea mit 86,70 Euro.

Wie sehr die Ticketpreise beim Hamburger SV für Ärger sorgen, zeigt das DFB-Pokalspiel beim SC Paderborn Anfang April.

Der Zweitliga-Aufsteiger verlangt für das Viertelfinale einen Aufpreis von 2,50 Euro für Stehplätze und sogar 6,50 Euro für Sitzplätze.

Die Verantwortlichen des SC Paderborn gaben dabei dem HSV sogar die Schuld für die Erhöhung. "Gemäß der Vorgaben des DFB sind wir verpflichtet, uns mit dem Gastverein auf eine Preisstruktur zu verständigen", sagte Geschäftsführer Martin Hornberger.

Der Vorschlag, die Ticketpreise der laufenden Saison anzusetzen und den Mitgliedern eine Ermäßigung zu gewähren, hätte beim HSV keine Zustimmung gefunden. "Die aufgerufenen Preise sind daher der kleinste gemeinsame Nenner in den Verhandlungen."

Beim HSV sorgt der Paderborner Vorwurf für Verwunderung. Der Preisnachlass sei nicht für das Hamburger Gästekontingent angeboten worden, sagte ein Sprecher dem Abendblatt. Im DFB-Pokal gilt dabei: Die Auswärtsfans müssen dieselben Ticketpreise wie die Heimmannschaft erhalten. Dementsprechend habe der HSV einer Ermäßigung, die ausschließlich für Paderborn-Fans gelten sollte, nicht zugestimmt.

Der Aufschlag für das DFB-Pokal-Viertelfinale dürfte allerdings nur zu Mehreinnahmen von rund 50.000 Euro führen, die beide Vereine sogar noch untereinander aufteilen müssen.

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