HSV geht mit breiter Brust aus Pokal-Niederlage heraus

Hamburg - Die Enttäuschung war den Spielern des Hamburger SV nach dem verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig deutlich anzusehen. Doch trotz des Frustes über das Verpassen des Endspiels überwog am Ende doch der Stolz auf die gezeigte Leistung.

Khaled Narey kann nicht fassen, wie er eine große Torchance auslassen konnte.
Khaled Narey kann nicht fassen, wie er eine große Torchance auslassen konnte.  © DPA

"Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und als Mannschaft gekämpft", sagte Douglas Santos, der gegen RB Leipzig wieder einmal zeigte, was in ihm steckt.

Dabei zeigte der HSV gegen den Erstligisten wieder einmal sein besseres Gesicht (TAG24 berichtete). "Wir haben gesehen, dass wir auch gut spielen können", urteilte Kapitän Gideon Jung. "Unser Manko sind die Spiele gegen die schwachen Teams."

Das war RB Leipzig bei Weitem nicht. Die Gäste aus Sachsen kamen mit viel Wucht auf die Hamburger Verteidigung zu, die Trainer Hannes Wolf etwas umstellte. Vasilije Janjicic spielte eine Art verkappten Libero, Gideon Jung und Khaled Narey sollten als hängende Spitzen Pierre-Michel Lasogga unterstützen.

"Mit Janjicic wollten wir flexibel reagieren und mit seiner Robustheit Präsenz zeigen", begründete HSV-Coach Wolf die Aufstellung. Er wusste um das Tempo des Leipziger Angriffs - und die legten schnell los.

"Wir haben am Anfang viele Bälle in gefährlichen Situationen und Räumen verloren", sagte der 38-Jährige, der aber auch sah, dass sich sein Team nach dem Rückstand zurückkämpfte: "Wir haben uns gut erholt und dann sogar zwei Chancen in Führung zu gehen." Doch Khaled Narey zielte einmal daneben und traf einmal den Ball nicht richtig.

Jatta hat das Glück des Tüchtigen

Die Hamburger Spieler bedankten sich nach dem Spiel bei den Fans für deren großartige Unterstützung.
Die Hamburger Spieler bedankten sich nach dem Spiel bei den Fans für deren großartige Unterstützung.  © DPA

Dass es überhaupt so weit kam, hatte er auf der einen Seite Leipzigs Kevin Kampl zu verdanken, der einen Ball an der Seitenlinie verdaddelte, auf der anderen Seite aber auch Bakery Jatta, der energisch nachsetzte und sah, dass RB-Keeper Peter Gulasci zu weit vor dem Tor stand.

"Bei meinem Tor habe ich einfach versucht, den Ball zu gewinnen und dann habe ich mein Glück probiert und draufgehalten" sagte der Torschütze des zwischenzeitlichen Ausgleichs.

Die Anfangsphase in der zweiten Hälfte näherte bei den Zuschauern die Sehnsucht nach der Sensation. "Wir sind gut aus der Kabine gekommen", fand Trainer Wolf. Doch dann schlug RB eiskalt zu. "Danach war es schwierig, Leipzig hat tiefer verteidigt und uns keine Räume mehr gelassen."

Am Ende waren die Sachsen zu abgezockt für die noch junge Hamburger Mannschaft, die dennoch stolz auf die gezeigte Leistung sein konnte.

"Das Spiel gibt uns Selbstvertrauen und wir fahren mit breiter Brust jetzt nach Berlin", sagte Douglas Santos. Ähnlich sah es Mannschaftskollege Jung: "Wir müssen jetzt eine Schippe drauflegen."

HSV nimmt Aufstieg ins Visier

Vasijile Janjicic wird von Konrad Laimer unsanft zu Fall gebracht.
Vasijile Janjicic wird von Konrad Laimer unsanft zu Fall gebracht.  © DPA

Nach der "sehr guten Pokalrunde", wie Trainer Hannes Wolf befand, waren auf die Hamburger nun noch vier extrem wichtige Spiele in der Liga.

"Das war schon ein anderes Spiel als im Zweitliga-Alltag", sagte er. Dennoch brauche die Mannschaft in den kommenden Spielen eine ähnlich gute Leistung, um den Aufstieg noch zu erreichen.

"Der Fokus liegt jetzt ganz klar auf der Liga", erklärte Hannes Wolf. Seine Spieler standen dieser Aussage in Nichts nach. "Wir haben jetzt nur noch ein Ziel: den Aufstieg", sagte Douglas Santos.

Auch wenn die Leipziger Anhänger nach der siegreichen Partie "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" sangen, geht die Reise der Hamburger genau dahin.

Am Sonntag steht das Spiel bei Verfolger Union Berlin. Für den HSV ist das auch eine Art Endspiel in der Hauptstadt - nur eben in der Liga und nicht im Pokal.

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