Lasogga, Holtby & Co.: Abgang oder neuer Vertrag?

Hamburg - Der HSV kämpft in der zweiten Bundesliga nicht nur um den Aufstieg, sondern auch um die Vertragsverlängerung von mehreren Leistungsträgern. Die Zeichen stehen aber eher auf Abschied, als dass Pierre-Michel Lasogga und Co. weiter für die Hamburger auflaufen werden.

Derbyheld Pierre-Michel Lasogga feiert einen seiner beiden Treffer gegen den FC St. Pauli.
Derbyheld Pierre-Michel Lasogga feiert einen seiner beiden Treffer gegen den FC St. Pauli.  © DPA

Pierre-Michel Lasogga

Wo wäre der HSV nur ohne seine Tormaschine Pierre-Michel Lasogga? In den Saisons 2013/14 und 2014/15 bewahrte der Stürmer die Hamburger vor dem Abstieg in die zweite Liga. Anschließend wurde das Vertrauen in den heute 27-Jährigen immer geringer.

Ausgerechnet als er nach England an den Zweitligisten Leeds United ausgeliehen wurde, stieg der Bundesliga-Dino ab.

Im Sommer kehrte er als großer Hoffnungsträger zurück und enttäuschte die Verantwortlichen und die Fans nicht. In 20 Spielen erzielte "PM10" satte 13 Treffer.

Doch im Sommer läuft der Vertrag von Lasogga beim HSV aus. Es stellt sich die große Frage: Bleibt oder geht er?

Klar ist, mit knapp vier Millionen Euro Jahresgehalt ist der Stürmer der Topverdiener im Team, die Verantwortlichen können ihm einen Vertrag in derartiger Höhe aber nicht vorlegen. Zu klamm ist die Kasse des HSV.

Lewis Holtby wird unsanft gestoppt. Wie auch seine Zeit beim HSV?
Lewis Holtby wird unsanft gestoppt. Wie auch seine Zeit beim HSV?  © DPA

"Im Moment ist noch alles offen und ich fokussiere mich voll und ganz auf das gemeinsame Ziel Aufstieg", sagte Lasogga vor wenigen Wochen. "Ich habe den HSV in mein Herz geschlossen. Ich habe die Leute hier in mein Herz geschlossen. Nichtsdestotrotz kann ich leider nichts versprechen, wie es im Sommer weitergeht."

Angeblich liegt ihm ein Vertrag vor, der dem 27-Jährigen inklusive Sonderzahlungen rund zwei Millionen bringt - die Hälfte seines jetzigen Gehaltes. Er müsste bei einer Unterzeichnung deutliche Abstriche machen.

Daher dürfte er den Fokus auch auf andere Vereine aus der ersten Liga und dem Ausland legen. Mit seiner Wucht und seinem Torriecher würde er einigen Mannschaften im Fußball-Oberhaus gut zu Gesicht stehen.

Lewis Holtby

Eigentlich standen die Zeichen für Lewis Holtby auf Abschied. Bereits ein Weggang in der Winterpause stand im Raum. Doch der 28-Jährige ackerte und spielte sich wieder in den Fokus. "Er hat im Winter hart gearbeitet, ist körperlich und mental voll da. Und er kann Fußball spielen", lobte ihn Trainer Hannes Wolf.

In Abwesenheit von Aaron Hunt führte Holtby den HSV nach der Winterpause sogar fünfmal als Kapitän aufs Feld. Seine Wertschätzung war groß, seine Bedeutung schien zu steigen. Ein neuer Vertrag schien nur noch eine Frage der Zeit.

Doch in den vergangenen Partien fand er sich auf der Bank wieder oder wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt. Das gefiel ihm schon im vergangenen Jahr nicht, als es zum Disput mit Trainer Wolf kam. Nun scheint er sich wieder mit einer Nebenrolle abfinden zu müssen. Ein neuer Vertrag ist in weite Ferne gerückt.

Im Gegensatz zu Lasogga müsste Holtby keine großen Abstriche machen, er verzichtete bereits bei seiner Unterschrift im Sommer auf viel Geld. Fraglich bleibt aber, ob er bei einem Weggang einen Verein in der ersten Liga finden würde. Die Zukunft beim HSV ist zumindest offen.

Orel Mangala schirmt den Ball vor seinem Gegenspieler ab. Im Sommer wird er den HSV verlassen.
Orel Mangala schirmt den Ball vor seinem Gegenspieler ab. Im Sommer wird er den HSV verlassen.  © DPA

Leo Lacroix

Der Innenverteidiger ist vom AS St. Etienne bis zum Sommer ausgeliehen. An einen Kauf oder eine Fortsetzung der Leihe ist derzeit nicht zu denken.

Der 27-Jährige stand bereits im Winter vor dem Absprung und schafft es derzeit noch nicht einmal mehr in den Kader. Mit der Rückkehr von Kyriakos Papadopoulos wird die Lage nicht besser.

Daher wird Lacroix den HSV im Sommer definitiv verlassen.

Orel Mangala

Der Mittelfeldspieler ist ebenfalls ausgeliehen, vom VfB Stuttgart. Klammheimlich verlängerten die Schwaben den Vertrag mit Mangala während der Saison. Die Verantwortlichen der Schwaben rechnen fest mit 21-Jährigen zur neuen Saison und sehen in dem jungen Belgier den legitimen Nachfolger für Kapitän Christian Gentner.

Eine Weiterbeschäftigung ist ausgeschlossen.

Hee-chan Hwang

Der Südkoreaner ist von Red Bull Salzburg ausgeliehen, der HSV feilt allerdings an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit. Zuerst schwebte den Verantwortlichen eine erneute Leihe vor, doch auch ein Kauf scheint nicht ausgeschlossen.

Dafür müsste der HSV aber aufsteigen. Nur so könnte er Hwang eventuell halten. Bei einem Weggang Lasoggas und auch von Arp in diesem Sommer hätte Trainer Wolf wenigstens einen Stürmer mit Format im Kader.

Fiete Arp

Der Wechsel zum FC Bayern München ist beschlossene Sache. Fraglich ist nur noch der Zeitpunkt. Arp kann selber entscheiden, ob er bereits in diesem Sommer zum Rekordmeister geht oder erst im darauffolgenden Jahr.

Beides scheint aufgrund seiner aktuellen Situation illusorisch. Beim HSV kommt er über die Jokerrolle nicht hinaus, Trainer Wolf rüffelte ihn öffentlich. Ein Abgang in diesem Sommer scheint wahrscheinlich.

Die Bayern werden Arp allerdings eher ausleihen, als ihn auf der Tribüne oder der zweiten Mannschaft versauern zu lassen. Zu schwach waren seiner Leistungen in dieser Saison, um bei den Münchenern ernsthaft in den Konkurrenzkampf eingreifen zu können.

Mehr zum Thema HSV:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0