Nach Rassismus-Eklat in Fußball-Oberliga: Jetzt spricht der Täter!

Hamburg - Am vergangenen Spieltag ist es in der Hamburger Oberliga zu einem Eklat gekommen. Beim Spiel zwischen dem HSV Barmbek-Uhlenhorst (BU) und dem Meiendorfer sollen aus der Fankurve der Heimmannschaft rassistische Worte gefallen sein.

Detlef Grandt äußert sich zu dem Vorfall und seiner gefallenen Äußerung, die zum Spielabbruch führte.
Detlef Grandt äußert sich zu dem Vorfall und seiner gefallenen Äußerung, die zum Spielabbruch führte.  © Screenshot/Fussifreunde

Nach einem kleinen Tumult auf der Tribüne entschieden sich die Gäste zum Spielabbruch (TAG24 berichtete).

Mittlerweile hat sich auch "Täter" Detlef Grandt zu den Vorfällen geäußert.

Beim Stand von 3:0 für BU sei es vor der Fankurve zu einem Foul gekommen. Daraufhin habe sich der 62-Jährige zu dem Satz hinreißen lassen, der den Abbruch hervorrief.

"Der ist doch nicht ganz dicht da, du Schwarzer!", waren die Worte, die aus Grandt's Mund Richtung Spielfeld gelangten. Das leugnete er im Interview mit dem Onlineportal Fussifreunde keineswegs.

"Es war in Anlehnung an die Trikotfarbe gemeint und in keinsterweise rassistisch", erklärt der ehemalige Fanbeauftragte der Barmbeker. Das würde seinem Inneren widersprechen.

Er bestreitet aber auch nicht, dass die Aussage dumm und überzogen war. "Es tut mir Leid, wenn das so aufgefasst wurde", sagte Grandt.

Gegen die Behauptung, er hätte auch noch "Du Wichser, du Schwarzer" gesagt, verwahrt er sich dagegen.

Der Vorfall trifft aber nicht nur ihn selbst, sondern auch seine Familie. "Ich werde jetzt in eine Schublade gesteckt", erklärte er. Gegenüber seinen Familienangehörigen seien die Begriffe "Nazischlampe", "Nazibruder" und "Nazifamilie" gefallen. Auch er selbst wurde seinem Wohnort schon angesprochen. Es sei mittlerweile ein wahrer Spießroutenlauf.

Grandt ist zudem als Mitglied bei der Allgemeinen Freien Wählervereinigung aktiv, die Partei diskutiere derzeit nach seinen Auskünften über einen Ausschluss. Sein Arbeitgeber denke über ein Disziplinarverfahren nach.

Das Verhalten des Fußball-Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst kann er nachvollziehen. Der Verein verhängte ein Stadionverbot gegen den 62-Jährigen. "Sie haben alles richtig gemacht", gibt er zu.

Rassismus gehöre nicht auf den Fußballplatz und auch nicht zu BU, meinte Grandt. Daher stehe er zu der Verbannung.

Der Vorfall beschäftigt aber auch weiterhin die Gäste vom Meiendorfer SV. "Es ist traurig, die Äußerung auf unsere schwarze Trikotfarbe zu schieben", sagte Trainer Baris Saglam.

"Ich hätte es begrüßt, dass derjenige, von dem die Äußerung kam, sich uns gegenüber erklärt. Man kann sich für etwas, was gesagt wurde, entschuldigen. Ob die Entschuldigung dann angenommen wird, ist jedem selbst überlassen. Das kann ich nicht beeinflussen", erklärte er.

Saglam hat aber auch noch eine Hoffnung, die viele teilen: "Ich wünsche mir, dass so etwas nie wieder passiert, das darf es einfach nicht. Wie eine Strafe ausfällt, entscheidet das Sportgericht.“

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