G20-Laserangriff auf Polizei: Schuldspruch trotz vieler Ungereimtheiten

Hamburg - Im Prozess um einen Laserpointer-Angriff auf einen Polizeihubschrauber während des G20-Gipfels ist der Angeklagte zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der Verteidiger bestreitet die Schuld seines Mandanten (Archivbild).
Der Verteidiger bestreitet die Schuld seines Mandanten (Archivbild).  © dpa/Markus Scholz

Das Amtsgericht Hamburg-Altona sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass sich der 27-Jährige des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und der versuchten Körperverletzung schuldig gemacht hat.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der gebürtige Greifswalder am 6. Juli mehrere Stöße eines grünen Laserlichts aus dem Fenster einer Dachgeschosswohnung in Richtung des Helikopters abgegeben, der in etwa 400 Metern Höhe kreiste.

Zu einer konkreten Gefährdung für die Besatzung sei es zwar nicht gekommen, es habe jedoch ein "unkalkulierbares Risiko" bestanden, befanden die Richter.

Pilot und Co-Pilot hatten vor Gericht angegeben, jeweils im rechten Auge von dem Laserlicht geblendet worden zu sein. Der Pilot behauptete, er habe nach dem Vorfall mehrere Sekunden lang nichts sehen können und es sei zu einem erheblichen Höhenabfall des Hubschraubers gekommen.

Das Gericht sieht dagegen eine Blendung eines einzelnen Auges sowie eine Verletzung von einem Gutachter als widerlegt an. Auch sei es nicht zum Höhenabfall des Helikopters gekommen.

Die Verteidigung zeigte sich unzufrieden mit dem Urteil: "Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Angeklagte nicht der Täter ist", sagte der Anwalt des 27-Jährigen.

Er werde daher höchstwahrscheinlich in Revision gehen und erwäge zudem, den Piloten wegen Falschaussage anzuzeigen.

Titelfoto: dpa/Markus Scholz


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