Häftlinge kommen im Knast an alles, was das Herz begehrt

Hamburg - Sie sitzen sowieso schon im Gefängnis. Doch auch hinter Gittern fließt das Blut durch ihre kriminellen Adern weiter.

Ein Justizbeamter durchsucht mit einem Drogen-Spürhund eine Gefängniszelle.
Ein Justizbeamter durchsucht mit einem Drogen-Spürhund eine Gefängniszelle.  © DPA

Im vergangenen Jahr sind bei Kontrollen in den sechs Hamburger Gefängnissen zahlreiche verbotene Gegenstände gefunden worden.

Die Beamten stellten 42 Messer und Klingen sicher, außerdem 147 Handys und USB-Sticks, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Richard Seelmaecker mitteilte.

Zudem gelangten beachtliche Mengen an Drogen hinter die Gefängnismauern: 810 Gramm Cannabis sowie knapp 40 Gramm Kokain.

Im Jahr davor waren 41 Messer und Klingen von den Beamten sichergestellt worden. Dazu kamen 170 Handys, USB-Sticks sowie 475 Gramm Cannabis und elf Gramm Kokain.

In die Haftanstalten werden noch diverse andere unerlaubte Gegenstände geschmuggelt. Neben Bargeld, Alkohol und Spritzen auch Seile, Werkzeuge und Tätowiergeräte.

Die mit Abstand meisten Messer, Klingen und Handys sowie ein Großteil der Drogen wurden im vergangenen Jahr in Hamburgs bekanntestem Gefängnis "Santa Fu" in der JVA Fuhlsbüttel gefunden.

In solche einer Zelle wohnen die Häftlinge.
In solche einer Zelle wohnen die Häftlinge.  © DPA

Aber auch in der Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis entdeckten die Beamten rund 300 Gramm Cannabis und vier Messer. In den beiden Gefängnissen führte die zuständige Revisionsgruppe allerdings auch besonders viele Kontrollen durch.

"Im Hamburgs Justizvollzugsanstalten bekommt man alles, was das Junkie-Herz begehrt", resümierte Seelmaecker. Doch Drogenabstinenz sei eine maßgebliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Resozialisierung.

"Die im neuen Resozialisierungsgesetz enthaltenen Unterstützungsangebote laufen ins Leere, wenn die Haftanstalten nicht endlich drogenfreie Zonen werden", erklärte der CDU-Justizpolitiker. Senator Till Steffen (Grüne) dürfe die Sicherheit und Ordnung in den Gefängnissen nicht aus dem Blick verlieren.

Der Senat wies darauf hin, dass die Zahl der Kontrollen in Fuhlsbüttel und in der Untersuchungshaftanstalt erhöht worden sei. Vollständig lasse sich das Einbringen von Drogen und Mobiltelefonen aber nicht ausschließen. In Hamburg sitzen gut 1900 Menschen hinter Gittern.

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