Doppelmord am Jungfernstieg: Prozess wird unterbrochen

Hamburg - Der Prozess um eine tödliche Messerattacke auf eine Mutter und ihre kleine Tochter an der Hamburger S-Bahn-Station Jungfernstieg ist für einen Monat unterbrochen worden.

Rettungskräfte versuchten noch die Frau und das Kind wieder zu beleben.
Rettungskräfte versuchten noch die Frau und das Kind wieder zu beleben.

Das Hamburger Landgericht legte am Montag neue Termine bis Ende Januar fest.

Am 14. Januar ist der nächste Verhandlungstag. Ob aber an dem Tag die Beweisaufnahme geschlossen und mit den Plädoyers begonnen werden kann, ist unklar.

Der Verteidiger schloss am Montag nicht aus, weitere Anträge stellen zu wollen.

In dem Mordprozess ist ein 34-Jähriger aus dem westafrikanischen Niger angeklagt, der die Tat vom 12. April bereits zum Auftakt des Verfahrens eingeräumt hatte.

Hintergrund der Bluttat war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ein Sorgerechtsstreit mit der ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern stammenden Frau, die noch vier weitere Kinder mit anderen Partner hatte.

Der Angeklagte versteckt sich zwischen seinem Anwalt und einem Dolmetscher hinter einer Mappe.
Der Angeklagte versteckt sich zwischen seinem Anwalt und einem Dolmetscher hinter einer Mappe.  © DPA

Am bisher letzten Verhandlungstag kam es zu Störungen durch den Angeklagten (TAG24 berichtete).

Er wollte nichts mehr hören und keine Fragen mehr beantworten, sagte der 34-Jährige, und wollte den Gerichtssaal verlassen.

Bei Zeugenaussagen zu der Bluttat vom April hielt sich er sich die Ohren zu, blieb aber still sitzen.

Die erneute Unterbrechung des Prozesses ist bereits die zweite im laufenden Verfahren.

Anfang Dezember hatte der Verteidiger ein neues Gutachten gefordert. Daraufhin unterbrach das Gericht die Verhandlung für eine Beratung über den Antrag.

Ein neues Gutachten vom Angeklagten wurde daraufhin allerdings nicht erstellt.

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