Mann schüttelt Baby fast tot: Viereinhalb Jahre Haft gefordert

Hamburg - Ein Vater schüttelte seine erst wenige Woche alte Tochter fast zu Tode. Dafür sitzt der 41-Jährige nun vor dem Hamburger Landgericht.

Die roten Punkte zeigen, wie sehr das Schütteln dem Baby schadet.
Die roten Punkte zeigen, wie sehr das Schütteln dem Baby schadet.  © DPA

Die Anklägerin warf dem 41-Jährigen in ihrem Plädoyer am Montag vor dem Hamburger Landgericht versuchten Totschlag sowie schwere und gefährliche Körperverletzung vor.

Ein psychiatrischer Gutachter hatte den Mann zuvor als voll schuldfähig eingeschätzt.

Zum Tatzeitpunkt habe er weder unter Depressionen noch unter einer Persönlichkeits- oder einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten, hieß es in der Begründung des Mediziners.

Das hatten ihm Ärzte im Rahmen früherer Behandlungen diagnostiziert. Auch eine tiefgreifende Bewusstseinsstörung hat laut dem Psychiater nicht vorgelegen.

Der ehemalige Filialleiter einer großen Supermarktkette hat bereits gestanden, vor rund einem Jahr seiner damals erst wenige Wochen alten Tochter einen Faustschlag gegen die Schläfe verpasst zu haben, weil sie nicht aufgehört habe zu schreien.

Der Prozess findet vor dem Hamburger Landgericht statt.
Der Prozess findet vor dem Hamburger Landgericht statt.  © DPA

Eine Woche später habe er sie aus Überforderung geschüttelt. Das Mädchen erlitt einen Schädelbruch und bleibt für den Rest seines Lebens behindert.

Zum Prozessauftakt im Oktober hatte die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten noch versuchten Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen - einmal wegen des Faustschlags und einmal wegen des Schüttelns (TAG24 berichtete).

Im Fall des Schlags plädierte sie nun nur noch auf gefährliche Körperverletzung.

Der Mann sei davon ausgegangen, seine Tochter mit dieser Tat nur leicht verletzt zu haben, begründete die Staatsanwältin.

Auch den Vorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen ließ sie fallen. Mit ihrer jetzigen Anklage blieb sie damit hinter der ursprünglichen zurück.

Eine Nebenklägerin hat im Namen des Kleinkinds eine Schadensersatzforderung von 500.000 Euro gestellt, die der Angeklagte über seine Verteidiger hat anerkennen lassen. Rund 20.000 Euro hat er demnach bereits gezahlt.

Der Prozess soll am Donnerstag mit den Plädoyers der Verteidigung und dem Urteilspruch enden.

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