70-jähriger Bankräuber mit großer Klappe: "Vor Strafe habe ich null Angst"

Hamburg – In seinem letzten Wort hat der in Hamburg vor Gericht stehende 70-jährige Bankräuber erneut kein Blatt vor den Mund genommen. Im Gegenteil: Seine Taten hat er bekannt und sogar verteidigt.

Im Gerichtssaal hat der Senior eine bühnenreife Show abgeliefert.
Im Gerichtssaal hat der Senior eine bühnenreife Show abgeliefert.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Er sei nur der Blitzableiter für die herrschende Moral, erklärte der 70-Jährige am Donnerstag unter Berufung auf kritische Philosophen.

Weder habe er eine Rentnerin überfallen noch sei er in eine Wohnung eingebrochen. Er habe immer bescheiden gelebt.

Der jung gebliebene Senior stellte nicht in Abrede, dass er bei den drei angeklagten Überfällen auf Hamburger Sparkassenfilialen die Angestellten mit einer Pistole bedrohte: "In eine Bank geht man rein und baut ein Drohpotenzial auf, sonst gibt's kein Geld."

Bereits vor Beginn seines mehrstündigen Vortrags hatte er versichert: "Vor Strafe habe ich null Angst."

Die Anklage gegen den zuletzt in Kiel wohnenden Deutschen lautet auf schweren Raub und versuchten Mord. Er hat zugegeben, zwischen Ende 2011 und Anfang 2019 die drei Sparkassen überfallen zu haben.

Bei einer der Taten schoss er auf einen Mitarbeiter und verletzte ihn schwer (TAG24 berichtete). Der 70-Jährige bestritt vor Gericht eine Tötungsabsicht. Bei seinen Überfällen hatte er rund 25.000 Euro erbeutet.

Der Staatsanwalt hat eine Haftstrafe von zwölf Jahren und zehn Monaten gefordert. Zudem beantragte er Sicherungsverwahrung für den mehrfach vorbestraften Senior. Der Verteidiger stellte keine konkrete Strafforderung.

Das letzte Wort endete in einem mehrstündigen Vortrag.
Das letzte Wort endete in einem mehrstündigen Vortrag.  © dpa/Christiane Bosch

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