Beihilfe zum tausendfachen Mord: Historiker sagt im SS-Prozess aus

Hamburg – Im Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof bei Danzig hat ein Historiker am Montag um 11 Uhr das Wort.

Der Angeklagte wird vor Beginn des Prozesses in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht.
Der Angeklagte wird vor Beginn des Prozesses in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht.  © Georg Wendt/dpa

Angeklagt ist ein Ex-Wachmann in dem Konzentrationslager bei Danzig. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 93-Jährigen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vor.

Er soll zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Gefangenen zu verhindern.

Anfang Januar hatte das Gericht den Historiker Stefan Hördler bereits zu der Frage gehört, ob zum KZ-Wachdienst abkommandierte Wehrmachtssoldaten - wie der Angeklagte - einen Antrag auf Rückversetzung in die Truppe stellen konnten.

Seit September 1944 habe allein die SS über die Verwendung der Soldaten entschieden, hatte er dazu gesagt. Die Darstellung des Angeklagten, er sei gegen seinen Willen in das KZ abkommandiert worden, sei nicht zu widerlegen.

 Der 93-Jährige sitzt vor Beginn des Prozesses neben seinem Anwalt Stefan Waterkamp (l) im Gerichtssaal.
Der 93-Jährige sitzt vor Beginn des Prozesses neben seinem Anwalt Stefan Waterkamp (l) im Gerichtssaal.  © Georg Wendt/dpa

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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