So sollen Busse und Bahnen attraktiver werden

Hamburg - Die Hamburger Hochbahn investiert in diesem Jahrzehnt eine Rekordsumme in neue Strecken und moderne Technik.

Die U-Bahnen in Hamburg sind immer voller. Die Hochbahn meldet einen Fahrgastrekord.
Die U-Bahnen in Hamburg sind immer voller. Die Hochbahn meldet einen Fahrgastrekord.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Rund 2,17 Milliarden Euro werde die Hochbahn von 2011 bis 2020 für Erweiterungen und Verbesserungen ausgeben, sagte Vorstandschef Henrik Falk am Montag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Hamburg.

Allein ein Viertel davon geht in die Modernisierung der U-Bahn-Flotte. Weitere dicke Brocken seien die Verlängerung der U4 bis zu den Elbbrücken mit Investitionen von 45 Millionen Euro in diesem und dem vergangenen Jahr, 96 Millionen Euro für neue Busse oder 59 Millionen Euro für den barrierefreien Ausbau der Stationen.

Die Hamburger Hochbahn (HHA) ist ein wesentlicher Teil des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV), in dem 34 Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen sind und den Nahverkehr in der Metropolregion organisieren. Die HHA dirigiert einen Fahrzeugpark von mehr als 250 U-Bahnen und 1000 Bussen.

In der wachsenden Stadt Hamburg transportiert der öffentliche Nahverkehr so viele Fahrgäste wie noch nie. Im vergangenen Jahr zählte die Hochbahn knapp 459 Millionen Fahrgäste; das sind 3,3 Prozent oder 14,7 Millionen Menschen mehr als im Jahr zuvor, teilte die Hochbahn nach einer Aufsichtsratssitzung am Montag in Hamburg mit. Damit verbunden war ein Rekordumsatz von 525 Millionen Euro, nach 509 Millionen Euro im Vorjahr.

Der jährliche Verlust der Hochbahn, der von der Stadt ausgeglichen wird, fiel mit 45 Millionen Euro erstmals unter die Marke von 50 Millionen Euro und der Kostendeckungsgrad erreichte mit fast 93 Prozent einen Spitzenwert. "Die steigenden Fahrgastzahlen und das hervorragende Ergebnis zeigen, dass die Stadt mit ihrem Mobilitätsangebot auf dem richtigen Weg ist", sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos).

Hamburg wolle - auch als Gastgeber für den Weltkongress ITS über intelligente Transportsysteme im Jahr 2021 - eine Modellstadt für moderne urbane Mobilität in Deutschland werden.

Zu den zukunftsgerichteten Projekten, die unterschiedlich weit gediehen sind, gehört die Anschaffung der ersten serienreifen Elektrobusse, die ab diesem Herbst auf Hamburgs Straßen fahren werden (TAG24 berichtete).

Ebenso gibt es eine Reihe von Plänen für Ergänzungen zum bisherigen Nahverkehrssystem, sei es durch selbstfahrende Busse, elektrisch betriebene Sammeltaxis oder die Vernetzung mit Carsharing. "Das sind Brücken zwischen dem Individualverkehr und dem öffentlichen Nahverkehr", sagte Horch.

Ab dem kommenden Jahr werden zudem die bisherigen Fahrkartenautomaten durch neuartige Terminals ersetzt und alle 91 U-Bahn-Stationen mit kostenfreiem WLAN ausgestattet sein.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt


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