"Haben heute Handball gespielt": HSV-Coach nach Pokal-Krimi in Chemnitz

Hamburg – Der HSV mühte sich am Sonntag zum Pokalsieg in Chemnitz. Erst im Elfmeterschießen konnte sich der Favorit durchsetzen. Der Wirbel um Jatta machte die Konzentration aufs Spiel nicht leicht.

Trainer Dieter Hecking lobt seine Mannschaft.
Trainer Dieter Hecking lobt seine Mannschaft.  ©  dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael

Adrian Fein hat den Hamburger SV in die zweite Runde des DFB-Pokals geschossen. Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler verwandelte als siebter Hamburger im Elfmeterschießen sicher und sorgte damit für den 6:5-Endstand (2:2, 2:2, 0:0) gegen den Drittliga-Aufsteiger Chemnitzer FC.

13.130 Zuschauer sahen die Chemnitzer Führung durch Dejan Bozic (Handelfmeter/57. Minute), ehe Lukas Hinterseer (62.) ausgleichen konnte.

Die erneute Führung der Gastgeber besorgte Matti Langer (68.). Die Antwort folgte kurze Zeit später durch Sonny Kittel (75.) per Freistoß. Die Verlängerung brachte keine Entscheidung.

"Wir haben heute 100 Minuten Handball gespielt", sagte HSV-Trainer Dieter Hecking über die Angriffsbemühungen rund um den Strafraum der Gäste, ohne jedoch die zwingenden Chancen herauszuspielen.

"Das ist ein ganz, ganz wichtiges Spiel für unsere Mannschaft", befand der Coach und lobte sein Team: "Von der Struktur haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht." Nach der Unruhe in den Tagen zuvor um Stürmer Bakery Jatta hat Hecking "einen wahnsinnigen Rückhalt für Baka" sowohl im Team als auch unter den Fans ausgemacht.

Sonny Kittel mit Geniestreich

 Sonny Kittel erzielt das Tor zum 2:2.
Sonny Kittel erzielt das Tor zum 2:2.  ©  dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael

Auf eine niveauarme erste Halbzeit mit lediglich einem Pfostentreffer durch den HSV-Außenbahnspieler Sonny Kittel (37.) folgte ein turbulenter zweiter Abschnitt.

Schiedsrichter Robert Kampka aus Mainz spielte dabei eine wichtige Rolle. Er erkannte bei einer Abwehraktion von HSV-Innenverteidiger Rick van Drongelen auf Handspiel. Der Niederländer hatte den Ball an die Rippen bekommen. Bozic ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht entgehen.

Eine gelungene Aktion durch Hinterseer führte zum Ausgleich. Der Österreicher nahm den Ball mit der Brust an, drehte sich und schoss volley ein. Doch der Favorit konnte sich nicht lange freuen. Bei einer Ecke der Sachsen war die Hamburger Abwehr nicht auf der Höhe, so dass Langer einköpfen konnte.

Einen Geniestreich lieferte erneut Kittel. Wie im Zweitliga-Spiel sechs Tage zuvor beim 1. FC Nürnberg (4:0) versenkte er einen Freistoß gekonnt. Über die Mauer der Gastgeber hinweg setzte er den Ball an die Lattenunterkante und hielt damit den HSV im Spiel. "Erste Runde im Pokal ist immer schwer", meinte Hinterseer, der sein erstes Pflichtspieltor im HSV-Dress erzielte. "Zeit ist g'worden", sagte der Österreicher.

Hecking hatte Jatta in der Startelf eingesetzt und damit ein Zeichen gesetzt. Die in einem Bericht der "Sport Bild" geäußerten Zweifel an Jattas Identität sind an dem Profi nicht spurlos vorbeigegangen. Nach 72 Minuten ersetzte Hecking ihn durch Khaled Narey.

Am Tag vor der Partie hatte sich der verletzte Kapitän Aaron Hunt zu Wort gemeldet. "Hier wird ein Junge vorverurteilt, der eigentlich nie eine Chance hatte und sie trotzdem nutzte", schrieb der HSV-Profi in einem emotionalen Post auf Instagram. "Egal, was passiert, was geschrieben oder gesagt wird: Baka, ... dein Verein, deine Stadt, deine (HSV-)Familie steht hinter dir."

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