HSV-Boss Jansen übt harte Kritik: "Ganz viel Geld draufgegangen"

Hamburg – Nach seiner Wahl zum Präsidenten des Hamburger SV Ende Januar hat sich Marcell Jansen (33) vor allem als eins gesehen: Krisenmanager.

Präsident Marcell Jansen hat beim HSV einiges aufzuarbeiten.
Präsident Marcell Jansen hat beim HSV einiges aufzuarbeiten.  © Christian Charisius/dpa

"Wir mussten komplett aufräumen", sagte der ehemalige Fußball-Profi in dem am Sonntag gesendeten "Sportgespräch" des Deutschlandfunks.

Es habe alles stabilisiert werden müssen, "um überhaupt mal wieder handlungsfähig zu sein".

Der 33-Jährige kritisierte etliche Entscheidungen von einstigen Verantwortlichen, die den Zweitligisten vor allem finanziell belasteten.

Man habe Spielerverträge ausgehandelt, die "grenzwertig waren", sagte der ehrenamtliche Chef des Traditionsvereins. Spieler hätten viel verdient, aber zu wenig davon auf dem Platz zurückgezahlt. "Da ist ganz, ganz viel Geld drauf gegangen."

In der vergangenen Saison hatte der HSV durch eine schwache Rückrunde den angestrebten Wiederaufstieg in die Bundesliga verpasst. Nach der Hinrunde waren die Hamburger noch Tabellenführer.

"Sehr instabiles Gebilde"

 Ex-Trainer Hannes Wolf (r) und Sportdirektor Ralf Becker mussten am Ende der Saison gehen.
Ex-Trainer Hannes Wolf (r) und Sportdirektor Ralf Becker mussten am Ende der Saison gehen.  © Christian Charisius/dpa

Bei der Analyse des Niedergangs in der zweiten Saisonhälfte sei festgestellt worden, dass die Laufwerte der einzelnen Spieler in der Rückrunde deutlich schlechter als noch in der Hinrunde waren.

Auch hätten sich viele Profis mit ihren auslaufenden Verträgen beschäftigt. Führungsspieler konnten der Mannschaft keinen Halt geben. Sie seien verletzt gewesen oder hätten mit ihrer Leistung zu kämpfen gehabt.

"Es war ein sehr instabiles Gebilde", sagte Jansen. "Die Zweite Liga muss man respektieren und annehmen und das haben wir in der Rückrunde so nicht getan."

Nach der Saison hatte sich der Verein von Sportvorstand Ralf Becker und Trainer Hannes Wolf getrennt (TAG24 berichtete).

Die neuen Hoffnungsträger für die am kommenden Wochenende beginnenden Saison sind Becker-Nachfolger Jonas Boldt und der neue Cheftrainer Dieter Hecking. Der HSV trifft in seinem ersten Punktspiel am kommenden Sonntag auf Darmstadt 98.

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