Trainer Doll schwärmt von van der Vaart: "Bester Linksfuß nach Maradona"

Hamburg – Rafael van der Vaart (36) war einer der letzten großen Fußball-Stars des HSV. Bei seinem Abschiedsspiel am Sonntag erinnerte er sich mit seinen Weggefährten an gute und schlechte Zeiten.

Thomas Doll erinnert sich gerne an die Zeit mit Rafael van der Vaart zurück.
Thomas Doll erinnert sich gerne an die Zeit mit Rafael van der Vaart zurück.  © dpa/Matthias Balk

Rafael van der Vaart war sichtlich ergriffen, als er gemeinsam mit Sohn Damian und Tochter Jesslynn seine letzte Ehrenrunde durch das Volksparkstadion drehte und den Fans zuwinkte.

"Ich hatte hier eine geile Zeit", sagte der 36-Jährige, der 199 Pflichtspiele für den Hamburger SV absolviert hatte. "Das war mein Wohnzimmer hier. Ich habe mich immer total wohlgefühlt. Wir haben einen geilen Verein", fügte er hinzu.

Sämtliche Weggefährten vom Hamburger SV und der niederländischen Nationalmannschaft waren gekommen, um mit dem einstigen Mittelfeldspieler Abschied zu feiern, darunter Arjen Robben, Robin van Persie, Ruud van Nistelrooy und Nigel de Jong.

Der emotionalste Augenblick war für van der Vaart allerdings, als sein 13-jähriger Sohn Damian in der 84. Minute eingewechselt wurde und daraufhin auf der Videoleinwand Szenen vom Vater und Sohn eingespielt wurden. "Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Aber das eigene Kind bedeutet einem alles", sagt er.

"Wir haben ihn wieder hingekriegt"

Rafael van der Vaart bedankt sich mit seinen Kindern Damian (l) und Jeslyn beim Publikum.
Rafael van der Vaart bedankt sich mit seinen Kindern Damian (l) und Jeslyn beim Publikum.  © dpa/Axel Heimken

Rafael van der Vaart kam erstmals im Jahre 2005 zum Hamburger SV.

Zuvor war er bei seinem Heimatverein Ajax Amsterdam ein hochgefeiertes Talent, hatte dort allerdings mit Verletzungsproblemen und der hohen Erwartungshaltung zu kämpfen. In Hamburg blühte er wieder auf.

Sein damaliger Trainer Thomas Doll erinnert sich: "Er hatte in Amsterdam zwei nicht so gute Jahre hinter sich. Wir haben ihn hier wieder hingekriegt, sodass er nicht nur den Spaß am Fußball wiederfand, sondern auch topfit wurde".

Was ihn als Fußballspieler ausgezeichnet hat? "Er hatte einen genialen linken Fuß – den besten nach Diego Maradona", antwortet Doll lächelnd.

Im Sommer 2008 verließ van der Vaart Hamburg, verbrachte jeweils rund zwei Jahre bei Real Madrid und Tottenham Hotspur, ehe er 2012 nach Hamburg zurückkehrte.

"Er hat mir vor allem als Mensch imponiert"

Sichtlich ergriffen: Der ehemalige HSV-Profi nach seinem Abschiedsspiel.
Sichtlich ergriffen: Der ehemalige HSV-Profi nach seinem Abschiedsspiel.  © dpa/Axel Heimken

Statt Champions League und UEFA-Cup erlebte er mit dem HSV dann allerdings den knallharten Abstiegskampf.

Trotzdem sagt er rückblickend: "Der HSV war immer der richtige Schritt für mich, auch als ich wieder zurückgekommen bin".

Sein letztes Pflichtspiel für den HSV absolvierte van der Vaart am 1. Juni 2015 im Relegations-Rückspiel gegen den Karlsruher SC, als die Hamburger erst in der Verlängerung den Abstieg in die 2. Bundesliga verhinderten.

Sein damaliger Trainer Bruno Labbadia erinnert sich: "Er hat sich damals verhalten wie ein Champion, weil er eigentlich in gar keiner guten Verfassung war und gegen den KSC trotzdem noch einmal alles rausgehauen hat. Er hat mir vor allem als Mensch sehr imponiert".

Nach seinem erneuten Abschied aus Hamburg spielte van der Vaart in Spanien für Betis Sevilla sowie in Dänemark für FC Midtjylland und Esbjerg fB, ehe er im vergangenen November seine aktive Karriere beendete.

Nun hat er mehr Zeit für die Familie. Als Fernsehexperte hat er aber auch eine neue Beschäftigung. "Es macht Spaß, dem Fußball verbunden zu bleiben. Mir gefällt mein neues Leben", sagt er.

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